Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Österreich

Der VSD Vorsorgedialog® – einfach erklärt!

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Was ist ein Vorsorgedialog? Worüber spricht man dabei? Und was bringt er für HeimbewohnerInnen, ihre Angehörigen/Vertrauenspersonen und die Betreuenden?

Hier finden Sie den Vorsorgedialog – in einfacher Sprache erklärt!

Es geht voran! Tätigkeitsbericht und der neue EAPC Atlas zu Palliative Care in Europa

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Die Hospiz- und Palliativversorgung für Erwachsene ist in Österreich auf einem guten Weg. Das wurde bei der Generalversammlung des Dachverbandes Hospiz Österreich Ende Juni 2019 sichtbar, als sowohl der Tätigkeitsbericht 2018 von Hospiz Österreich als auch der neue EAPC Atlas zur Hospiz- und Palliativversorgung in Europa vorgestellt wurden. (Hochauflösende Fassung EAPC Atlas 2019, 48 MB)

Hospiz Österreich setzte sich auch 2018 breit gefächert für die Anliegen der Schwerkranken und Sterbenden ein, sei es durch die erfolgreichen Projekte, um Hospizkultur und Palliative Care in der Grundversorgung zu verankern und vorausschauende Planung für das Lebensende zu ermöglichen, sei es im Feld der spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung, wo es insbesondere um das Erreichen einer öffentlichen Regelfinanzierung geht . Ziel ist eine flächendeckende, leistbare, erreichbare und zugängliche Hospiz- und Palliativbetreuung für alle Menschen, die diese brauchen.

Unser Ziel verlangt Klarheit und Entscheidung!

Im EAPC Atlas zur Hospiz- und Palliativversorgung in Europa, der beim Weltkongress der European Association for Palliative Care in Europe (EAPC) im Mai 2019 in Berlin vorgestellt wurde, liegt Österreich im Spitzenfeld, wenn man die Anzahl bestimmter spezialisierter Einrichtungen mit Einwohnerzahlen vergleicht.

Bedeutet das, dass nun nichts mehr zu tun ist?

Im Gegenteil! Der wichtigste Faktor ist die öffentliche Regelfinanzierung, damit es nicht mehr vom Spendenaufkommen oder der Bereitschaft einzelner Träger und Bundesländer abhängt .

Das Menschenrecht auf Hospiz- und Palliativversorgung verlangt Würde bis zuletzt!

Unsere Presseaussendung dazu: finden Sie hier –>>

Die Saat geht langsam auf – Miteinander bewegt für schwerkranke Kinder und Jugendliche

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Rund 200 TeilnehmerInnen, über 50 ReferentInnen, und sogar Babys, ein Pony, ein Pferd und ein Therapiehund bevölkerten am 13. und 14. Juni 2019 das Bildungszentrum St. Virgil und die umgebende Grünfläche bei strahlendem Wetter . Anlass war der 2. Pädiatrische Hospiz- und Palliativkongress in Österreich unter dem Motto „Miteinander bewegt“.

Auftakt bildeten die Grußworte des Hausherrn Jakob Reichenberger. Waltraud Klasnic, Vorsitzende des Dachverbandes Hospiz Österreich, führte im Namen der Mitveranstalter Österreichische Gesellschaft für Jugendheilkunde, Österreichische Palliativgesellschaft und Universitätslehrgang Palliative Care mit dem Lehrgang Palliative Care in der Pädiatrie heiter in den Kongress ein. Sie betonte, dass sich seit dem ersten Kongress 2016 bei den Angeboten sehr viel weiterentwickelt hat und noch viel zu tun ist, besonders im Blick auf die nach wie vor fehlende Regelfinanzierung. „Alle Kinder haben dieselbe Würde und denselben Wert, ob sie gesund oder schwerkrank sind. Danke, dass Sie sich tagtäglich für diese Kinder und Jugendlichen, deren Eltern und Geschwister einsetzen, sie begleiten und betreuen!“

Große Wertschätzung drückte auch der Salzburger Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Dr. Christian Stöckl in seinen Grußworten aus und verwies auf die zwei großen Herausforderungen in der Finanzierung: Die Pflege und die Umsetzung des regionalen Strukturplan Gesundheit inklusive Hospiz- und Palliativbereich. Mag. Karl Schwaiger, Obmann der Hospizbewegung Salzburg, rief erfreut die bereits bestehenden Salzburger Einrichtungen im Kinderbereich, das Mobile Kinder-Palliativteam Papageno mit zwei Teams, das Kinder-Hospizteam in Erinnerung und erwähnte das erste Tageshospiz für Erwachsene im ländlichen Raum, das im Pinzgau in Planung ist.

Anschließend stellte Simone Strobl den Verein Pusteblume vor. Berührt und bewegt erfuhren alle Anwesenden von der Initiative, die FotografInnen zusammenführt mit Eltern, deren Kinder tot geboren werden oder bald nach der Geburt sterben. Diese Bilder, wertvolle Erinnerungen, sind für die Eltern kostenfrei. „Wir fotografieren nicht den Tod. Wir fotografieren sehnlichst erwartetes Leben.“, so Simone Strobl. Am Kongress gab es eine Ausstellung der äußerst sensiblen ersten und letzten Bilder dieser Kinder.

Quirliges Leben brachte der Kinderchor superar, dessen Motto „Music for social change“ ist.

Julia Downing, Geschäftsführerin des weltweiten Kinderpalliativnetzwerks icpcn und in Uganda und Großbritannien gleicherweise zu Hause, brachte den ersten inhaltlichen Vortrag am Kongress.  In wunderbarer Weise weitete sie den Blick auf die ganze Welt. Sie hob hervor, dass es weltweit auch in der Hospiz- und Palliativbetreuung für Kinder um Leben geht, um Lebensqualität, Freude bis zuletzt, um eine Betreuung von Körper, Seele, Herz, um die Sorge um die Familien und Geschwister. Man schätzt, dass weltweit über 21 Mio. Kinder Hospiz- und Palliativbetreuung brauchen und ca. 7 Mio. davon end of life care, ein großer Teil davon betrifft perinatale Palliative Care. 50% dieser Kinder leben in Afrika. Fünf Felder wies Downing auf, an denen gearbeitet werden muss: Politik/Richtlinien, Zugang zu Medikamenten, Bildung, Umsetzung von konkreten und effektiven Maßnahmen (Welches Modell von Hospiz und Palliative Care kann die jeweiligen Bedürfnisse am besten erfüllen?), mehr Forschung.

International blieben auch die nächsten vier Beiträge: eine kurze Darstellung der aktuellen Situation von Hospiz und Palliative Care in der Pädiatrie in Österreich (Leena Pelttari, Claudia Nemeth), Deutschland (Silke Nolte-Buchholtz), der Schweiz (Jürg Streuli) und Südtirol (Ulrike Piccolruaz).

Nach diesem umfassenden Einstieg und ersten Vormittag, den Martina Kronberger-Vollnhofer moderierte, fächerte sich der Kongress in seine vielfältigen Themen, Vorträge, Workshops auf.

Das Abendprogramm brachte eine schwungvolle und kulinarische Note: eine überaus lebendige Vorführung des Kinderzirkus Circus Anthelli und dann – zu den beschwingten Klängen des Trio Negro – das Grillbuffet im Garten des Bildungszentrums.

Unter den vielen spannenden Themen möchten wir eines herausgreifen, da es, wie es eine Teilnehmerin formulierte, zum ersten Mal mutig und explizit in einer Öffentlichkeit besprochen worden sei. In „Neue Therapien – Leben um jeden Preis?“ wurde schwierigen Themen Raum gegeben, die sich im neonatologischen und pädiatrischen Bereich immer wieder stellen: Wie viel noch tun, mit welchem Aufwand und Kosten auf allen Seiten? Wann etwas lassen? Was heißt es, das Kindeswohl in den Mittelpunkt zu stellen und nicht das Machbare? Wie kommuniziert man mit den Familien? Unter der Moderation von Dietmar Weixler, Palliativmediziner und Notfallmediziner in Horn, tauschten sich ExpertInnen zu verschiedenen Aspekten aus und versuchten, gangbare Weg aufzuzeigen: Mit neuen Therapien in der Neonatologie – Herausforderungen und Grenzen beschäftigte sich Angelika Berger  aus Wien. Hochpreisige Medikamente in der Pädiatrie – der Balanceakt in der Verordnung und Verabreichung war das Thema von Reinhold Kerbl aus Leoben/Stmk. Im Mittelpunkt das Kindeswohl und dennoch relativ – wie geht das? fragte Reinhard Klaushofer  aus Salzburg . Ethisch reflektiert entscheiden im Spannungsfeld zwischen Kindeswohl und Kindeswillen beschäftigte Hans-Walter Ruckenbauer aus Graz.

Der Kongress war ein voller Erfolg und das Netzwerken in Österreich und mit Gästen aus dem Ausland konnte in der wunderschönen Umgebung des Bildungszentrums St. Virgil besonders gut gelingen.

Wir bedanken uns sehr herzlich für die Unterstützung bei der Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend im Bundeskanzleramt, dem Land und der Stadt Salzburg, der Wiener Städtischen Versicherung und der Universität Salzburg, Österreichisches Institut für Menschenrechte!

Das genaue Programm finden Sie hier: Programmheft als pdf

Unsere Pressemeldung zum Kongress

Eine Nachlese, die laufend ergänzt wird, finden Sie unter: www.kinderhospiz-kongress.at

Fotos ©: Maria Schwarzmann, St Virgil; Christof Eisl, Dachverband Hospiz Österreich

Universitätslehrgang Palliative Care kooperiert mit der Hospizakademie Bamberg/Deutschland

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Ab Herbst Jahres 2019 gibt es an der Hospizakademie Bamberg die Möglichkeit, den Studiengang Palliative Care zu belegen und nach sieben Semestern mit einem Master of Science abzuschließen. Dazu ist die Hospizakademie Bamberg mit den Trägern des Universitätslehrgangs Palliative Care in Salzburg, nämlich der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, St. Virgil Salzburg und dem Dachverband Hospiz Österreich, eine Kooperation eingegangen.

Der berufsbegleitende Universitätslehrgang Palliative Care richtet sich an MedizinerInnen, diplomierte Pflegekräfte und ExpertInnen aus den Bereichen Sozialarbeit, Psychologie, Physiotherapie und Seelsorge mit Erfahrung in der Begleitung schwer kranker, sterbender Menschen.

Das dreistufige Studienmodell ist so aufgebaut, dass in Bamberg der Basislehrgang (Stufe I) und die Vertiefungsstufe (Stufe II) in psychosozial spiritueller Palliative Care mit jeweils zwei Semestern absolviert werden können. Palliative Pädiatrie ist in Planung. Der gesamte Universitätslehrgang endet nach weiteren drei Semestern (Stufe 3) in Salzburg mit dem akademischen Titel Master of Science (MSc). Der Universitätslehrgang ist für Personen in leitender, lehrender, forschender und entwickelnder Funktion konzipiert, aber auch für alle, die sich in der Weiterentwicklung von Hospizarbeit und Palliative Care engagieren wollen.

„Die Qualität der Hospiz- und Palliativbetreuung hängt in erster Linie vom Funktionieren der multiprofessionellen Teamarbeit ab . Nur wenn die medizinische, pflegerische und psychosoziale Versorgung sowie die ehrenamtliche Begleitung Hand in Hand gehen, kann wirklich geholfen werden. Das muss sich auch in der Ausbildung spiegeln“, betont Waltraud Klasnic als Vorsitzende des Dachverbandes Hospiz Österreich.

Daher ist das gemeinsame interprofessionelle Lernen ein Schwerpunkt dieser wissenschaftlichen Weiterbildung.

Fotobeschreibung: v.l.n.r.: Prof . Mag. Peter Braun, St . Virgil/Salzburg, Markus Starklauf, Akademieleitung Bamberg, Prof. Dr. Michael Nake, Paracelsus Medizinische Privatuniversität. Nicht am Bild: Waltraud Klasnic, Präsidentin Dachverband Hospiz Österreich, Mag.a Leena Pelttari MSc, Geschäftsführerin Dachverband Hospiz Österreich
Foto ©: Helmut Voß, Bamberg

Hospiz Österreich am 16. Weltkongress der EAPC in Berlin

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Der 16. Weltkongress der European Association for Palliative Care (EAPC) fand von 23. – 25. Mai 2019 in Berlin statt. Mehr als 3.000 BesucherInnen und die Präsentation von 600 Postern machten ihn zu einem lebendigen und erfolgreichen Kongress.

Folgende Themenkreise möchten wir besonders herausheben:

Pädiatrische Palliative Care

Zum ersten Mal gab es einen ganzen Thementag zu Pädiatrischer Palliative Care, und zwar am ersten Kongresstag. Claudia Nemeth, Bereichsverantwortliche im Dachverband Hospiz Österreich, nahm daran teil. Statt der erwarteten 150-200 TeilnehmerInnen meldeten sich über 900 dafür an.

Sie finden einen Bericht darüber in Englisch auf der Website des Internationalen Netzwerks für die Palliativversorgung von Kindern (icpcn). http://www.icpcn.org/full-house-for-paediatric-palliative-care-seminar-at-eapc-conference-in-berlin/

Ehrenamt

Das Thema Ehrenamt war auf diesem Kongress mit einem eigenen internationalen Symposium vertreten. Diese ganztägige sehr lebendige Veranstaltung war in Kooperation der EAPC Task Force on Volunteering, des Dachverbandes Hospiz Österreich, der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes (DHPV) organisiert worden und widmete sich den wichtigsten Herausforderungen und Chancen 2030.

Höchst aktiv war auch die von Leena Pelttari und Ros Scott geleitete Taskforce zum Ehrenamt im Bereich von Hospiz und Palliative Care in Europa .

  • Ein Abstract “A minimum dataset for volunteering in hospice & palliative care” unter der Federführung der niederländischen Forscherin und Taskforcemitglied Anne Goossensen war für den Kongress akzeptiert worden. Das Poster dazu erhielt sogar einen Preis! Abstract und Poster beschäftigten sich mit der Frage, welches Set von Daten zum Ehrenamt im Bereich Hospiz und Palliative Care europaweit Sinn machen würde.
  • Ros Scott präsentierte in einer parallel session erste Erkenntnisse zur Wirkung der Charta zum Ehrenamt, ebenso wie eine Studie “Hospices Harnessing Communities”. Zudem war sie Co-Leiterin einer Meet- the-expert-Session zum Thema Trauer.
  • Steven Vanderstichelen, Forscher und Taskforcemitglied aus Belgien, stellte in einer Plenarsitzung Ergebnisse einer Studie zur Rolle von Ehrenamtlichen vor: ‘The Liminal Space Palliative Care Volunteers Occupy and the Roles they Perform within it: A Qualitative Study’. In einem EAPC Blogbeitrag im Vorfeld des Kongresses wurde darauf Bezug genommen
  • Am 24. Mai fand zudem ein Open Taskforce Meeting statt. Unter der Moderation von Professor Catherine Walshe wurden der aktuelle Stand der Taskforce und v.a . jene Fragen diskutiert, die in den Ländern bezüglich formellem und informellem Ehrenamt und der Sicherung der Qualität von ehrenamtlicher Arbeit vorherrschen. Ebenso wurde diskutiert, welches die Schlüsselfragen in der Forschung zum Ehrenamt sind, um Politik und Praxis zu beeinflussen.

VSD Vorsorgedialog®

Leena Pelttari hielt in der Session „Advance care planning“ einen Vortrag zum Thema  „VSD Vorsorgedialog®. A nationwide instrument for advance care planning in nursing homes“. Darin präsentierte sie vor internationalem Fachpublikum das Konzept des Vorsorgedialogs aus Österreich und erste Evaluierungsergebnisse. Diese spannenden Ergebnisse können Sie  hier  nachlesen.

HPC Mobil

Beim Kongress wurde außerdem ein Poster zu den Evaluierungsergebnissen des Projektes HPC Mobil, das von 2015-2018 die Integration von Hospizkultur und Palliative Care in die Mobile Pflege und Betreuung zu Hause in Wien mit vier Trägern umsetzte, präsentiert: „Dying at Home – How to Make it Possible“ (Beyer, S., Eibel, M., More-Holleweger, E., Pelttari, L.). Das Poster finden Sie hier.

Der EAPC Atlas zu Palliative Care in Europa 2019

Sechs Jahre nach der letzten Ausgabe wurde die Neufassung des EAPC Atlas zu Palliative Care in Europa am Kongress vorgestellt. Der Atlas ist ein Projekt der Universität von Navarra und der EAPC. Folgt man der von der Arbeitsgruppe vorgeschlagenen Zählung und vergleicht Einwohnerzahl mit Anzahl der Hospiz- und Palliativeinrichtungen, so hat Österreich einen Spitzenplatz. Das freut uns! Umso mehr muss auf die Qualität und eine geregelte Finanzierung der Hospiz- und Palliativversorgung geachtet werden.

Den EAPC Atlas zu Palliative Care in Europa 2019 können Sie hier herunterladen.

Eine ausgezeichnete Zusammenfassung der Inhalte des Gesamtkongresses schrieb Ass.-Prof.in Priv.-Doz.in Dr.in Eva Katharina Masel, Msc Klinische Abteilung für Palliativmedizin, Universitätsklinik für Innere Medizin I, Medizinische Universität Wien in der Fachzeitschrift Universum Innere Medizin 5/2019, 68-69. Wir danken für die Erlaubnis, den Beitrag hier bereitstellen zu können!

Unter www.eapc-2019.org kann der Abstractband des Kongresses als PDF heruntergeladen werden.

Internationales Symposium „Das Ehrenamt in der Hospiz- und Palliativversorgung – Herausforderungen und Chancen 2030“

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Über 300 TeilnehmerInnen aus 18 Ländern, ein Großteil davon ehrenamtliche HospizmitarbeiterInnen aus Deutschland und KoordinatorInnen von Hospizteams, trafen sich am 25. Mai 2019 in Berlin im Rahmen des 13. Weltkongresses der European Association for Palliative Care (EAPC) zu einem Symposium.

Diese ganztägige sehr lebendige Veranstaltung war in Kooperation der EAPC Task Force on Volunteering, des Dachverbandes Hospiz Österreich, der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes (DHPV) organisiert worden und widmete sich den wichtigsten Herausforderungen und Chancen 2030, wie z. B. junge Ehrenamtliche, Bildung, Rolle der Ehrenamtlichen in der Versorgung, notwendige Strukturen und Forschung. Leena Pelttari, Geschäftsführerin des Dachverbandes Hospiz Österreich und Co-Leiterin der EAPC Taskforce zum Ehrenamt im Bereich von Hospiz und Palliative Care in Europa,  und Lukas Radbruch, Präsident der DPG, leiteten durch den Tag .

Einführung und Beginn

Am Beginn standen die Grußworte von Silvia Hartwig in Vertretung der deutschen Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Christoph Ostgathe, dem neuen Präsidenten der EAPC, Lukas Radbruch, Präsident der DPG, Waltraud Klasnic, Präsidentin Dachverband Hospiz Österreich, Anja Scheider, Vizepräsidentin DHPV und Leena Pelttari und Ros Scott als Leiterinnen der Taskforce zum Ehrenamt in Europa. Alle betonten den wichtigen Beitrag, den Ehrenamtliche in der Begleitung von schwerkranken und sterbenden Menschen und ihren An- und Zugehörigen leisten.

Der Blick über Europa hinaus: Kerala/Indien und Subsahara Afrika

International war dann der Einstieg in das Thema durch M. R. Rajagopal aus Indien, der über den Aufbau und die Arbeit von caring communities/sorgenden Gemeinschaften in Kerala berichtete. Speziell ausgebildete Ehrenamtliche aus den communities übernehmen eine wichtige und menschlich verbindende Funktion zwischen der Mikro- und Makrostruktur der Gesundheitsversorgung und von Palliative Care. Rajagopal verschwieg auch Probleme und Hindernisse nicht. Fatia Kiyange aus Uganda, Programmdirektorin der African Palliative Care Association (APCA), gab einen Einblick in das Ehrenamt in afrikanischen Subsahara- Ländern. 70% der HIV PatientInnen leben in Afrika. Die Last dieser Krankheit und die sich verändernde Gesellschaft haben die Rolle der Ehrenamtlichen noch wichtiger gemacht.

DHPV Forschungsprojekt zum Ehrenamt

Über die Ergebnisse des DHPV-Forschungsprojekts „Ehrenamtlichkeit und bürgerschaftliches Engagement in der Hospizarbeit“ berichtete anschließend Anja Schneider. 900 Hospizteams in Deutschland sind SAPV gefördert, 600 nicht, d.h. sie arbeiten rein ehrenamtlich ohne hauptamtliche Koordination. Der Kern des Ehrenamts liegt in den Gaben von Zeit – Dasein – Aushalten. Zugleich stehen Ehrenamtliche für die gelebte Solidarität der Gesellschaft mit den Sterbenden. Hospizarbeit ist in Deutschland ziemlich homogen, nämlich weiblich und mittelschichtsbasiert, zumeist Frauen in der späten Erwerbs- oder Nacherwerbsphase . Um für die Zukunft gerüstet zu sein, muss das Ehrenamt breiter und bunter werden.

Geschichten des ehrenamtlichen Engagements

Nach der Mittagspause, die neben dem Essen auch zum Betrachten der ausgestellten Poster zum Ehrenamt und zum Austausch genutzt wurde, erzählten Ehrenamtliche am Podium kurz aus der Geschichte ihres Engagements: Monika aus Innsbruck vertrat dabei Österreich, Blazenka Kroatien, Ewelina Polen und die jungen UngarInnen Boldizsár und Zsofia Ungarn.

Ehrenamt in Europa – der EAPC Atlas 2019

Carla Reigada vom Team der Universität Navarra gab einen Einblick in den neu aufgenommenen Abschnitt zum Ehrenamt im EAPC Atlas of Palliative Care in Europe 2019. Leena Pelttari’s Engagement trug maßgeblich dazu bei, dass Informationen zum Ehrenamt nun Teil des EAPC Atlas sind. Sie und Ros Scott hatten zusätzlich bei der Konzeption der Datenabfrage in diesem Bereich als Expertinnen mitgewirkt.

Wie sich das Ehrenamt verändert – Herausforderungen und Chancen 2013

Dann gehörte die Bühne VertreterInnen aus Belgien (Steven Vanderstichelen), Deutschland (Anja Schneider), Frankreich (Catherine Renard), Großbritannien und Irland (Ros Scott), Italien (Chiara Caraffa), Niederlande (Anne Goossensen), Österreich (Karl Bitschnau), Polen (Leszek Pawlowski), Serbien (Mijodrag Bogicevic), Spanien (Carla Reigada) und Ungarn (Ágnes Zana). Sie schilderten die höchst unterschiedlichen Herausforderungen und Chancen des Ehrenamts im Blick auf ihre Länder und die Zukunft. Einigkeit herrschte im Wunsch nach einer bunten Vielfalt im Ehrenamt, einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den Hauptamtlichen und einer weitergehenden Enttabuisierung und Integration von Sterben und Tod in die Gesellschaft.

Eine Stimme für das Ehrenamt – die Madrid Charta und ihre Wirkung

Leena Pelttari und Ros Scott präsentierten dann erste Ergebnisse zur Wirkung der 2017 veröffentlichten Charta zum Ehrenamt in Hospiz und Palliative Care . Sie sei eine wichtige Hilfe im Rollenverständnis, nämlich die Ehrenamtlichen neben hauptamtlich Betreuenden und Familie und Nahestehenden als dritte gleichwertige Ressource anzuerkennen.

Die Charta braucht nach wie vor Ihre Stimme: unterzeichnen auch Sie unter https://www.change.org/p/voice-of-volunteering-in-hospice-and-palliative-care

World Café zu Themenkreisen

Der Rest des Nachmittags wurde in lebhaftem Austausch in Themengruppen verbracht. Die Themen umfassten (Aus)Bildung von Ehrenamtlichen und KoordinatorInnen, Qualitätssicherung und Rahmenbedingungen, Veränderungen und Herausforderungen, Da Sein, Ehrenamt und Gesellschaft und die Zukunft des Ehrenamtes. Die wichtigsten Empfehlungen an das Plenum und die größten Themen/Herausforderungen jeder Themengruppe wurden auf Flipcharts festgehalten und anschließend  im Plenum vorgestellt. Diese Ergebnisse werden von der Taskforce on Volunteering als Grundlage für die Weiterarbeit verwendet.

Bereichert von neuen Sichtweisen und neuen Kontakten fuhren die TeilnehmerInnen nach Hause.

Ein großer Dank geht an das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Deutschland für die finanzielle Unterstützung des Symposiums und die ERSTE Stiftung, die den ehrenamtlichen TeilnehmerInnen und HospizkoordinatorInnen aus osteuropäischen Ländern die Reisekosten ersetzen konnte.

Summary Symposium in English

Offizieller Berichtsband deutsch

Proceedings (Berichtsband in Englisch)

Copyright Fotos: DPG

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Dr. Karl Bitschnau zum Mitglied des Vorstands der EAPC gewählt

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Dr . Karl Bitschnau, Leiter Hospiz Vorarlberg und Vizepräsident im Dachverband Hospiz Österreich, wurde am 24. Mai 2019 beim EAPC Kongress in Berlin von der Delegiertenversammlung in den EAPC Vorstand 2019 – 2024 gewählt . Er bringt die Perspektive aus der Sozialarbeit und aus Österreich ein.

Wir gratulieren sehr herzlich!

Die EAPC (European Association for Palliatve Care – Europäische Vereinigung für Palliative Care) hat aktuell 59 Mitgliedsorganisationen aus 33 europäischen Ländern und Einzelmitglieder von 52 Ländern weltweit.

Die neuen EAPC Vorstandsmitglieder (board of directors) und ihre Statements finden Sie >> hier

Mehr zur EAPC: www.eapcnet.eu

Hospiz Österreich bei 20 Jahre Federazione Cure Palliative

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Am 18 . Mai 2019 feierte die italienische Federazione Cure Palliative, ein Dachverband von an die 90 nonprofit Organisationen im Bereich von Hospiz- und Palliative Care in Norditalien, im Palazzo Reale in Mailand ihr 20jähriges Bestehen .

Leena Pelttari,  Geschäftsführerin des Dachverbandes Hospiz Österreich und Co-Leiterin der EAPC Taskforce zum Ehrenamt im Bereich von Hospiz und Palliative Care in Europa, hielt auf der Tagung den Hauptvortrag zum Thema „Le Cure Palliative in Europa: nuovi orizzonti (Palliative Care in Europa: neue Horizonte)“.

Mehr zur Tagung (in Italienisch) >> hier

Programm der Tagung (in Italienisch)

Die Federazione Cure Palliative ist Mitglied der Società Italiana di Cure Palliative (SICP)

Lesenswerter Artikel zum VSD Vorsorgedialog®

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In der aktuellen Ausgabe (April 2019) von Lebenswelt Heim ist ein Artikel zum Vorsorgedialog erschienen. Was diesen Artikel besonders macht? BewohnerInnen, eine Pflegende, eine Qualitätsbeauftragte, ein Arzt, ein Notarzt und eine Juristin melden sich darin zu Wort . Viel Freude beim Lesen! Link zum Artikel

Preis der OPG für „HPC Mobil – Hospizkultur und Palliative Care in der mobilen Pflege und Betreuung zu Hause“

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Hospiz Österreich hatte für den 7. Österreichischen Interprofessionellen Palliativkongress in Innsbruck ein Abstract zum Projekt „HPC Mobil – Hospizkultur und Palliative Care in der mobilen Pflege und Betreuung zu Hause“ eingereicht . Zu unserer großen Freude wurde dieses Abstract gemeinsam mit vier anderen herausragenden Einreichungen vor den Vorhang geholt und erhielt einen Kurzvortrag und einen Preis, der am Samstag, 30.3.2019, von Dr . Rudolf Likar und Dr.in Christiane Kreyer an die Projektleiterin Dr.in Sigrid Beyer, Hospiz Österreich, übergeben wurde.

Wir freuen uns gemeinsam mit den Trägern, die in HPC Mobil mit dabei waren, dem Arbeitersamariterbund, der Caritas der ED Wien, der Caritas Socialis CS und der Volkshilfe Wien, diesen Preis der Österreichischen Palliativgesellschaft erhalten zu haben .

Dr.in Gudrun Kreye leitete den Kurzvortrag zu HPC Mobil ein und erzählte, dass die Betreuerin ihres Vaters immer wieder begeistert von diesem Projekt erzählt hat. Vielen Dank, das ist die größte Auszeichnung!

Uns als Dachverband Hospiz Österreich ist es wichtig, dass wir Projekte vom ersten Moment der Entstehung bis zur Durchführung und zum Abschluss gemeinsam mit den PraktikterInnen konzipieren und gestalten. Die Betreuenden sind jene, die den Inhalt und den Verlauf bestimmen. So gelingt es, die Betreuenden in den Alten- und Pflegeheimen und in der Hauskrankenpflege in ihrer sehr fordernden Arbeit mit schwerkranken und sterbenden PatientInnen nachhaltig zu unterstützen. So können Problemlagen, die außerhalb der Trägerstruktur liegen,  gut erkannt und an die Entscheidungsträger vermittelt werden.

Am Ende des Kurzvortrags wurde der Videoclip gezeigt, der im Rahmen des Projektes HPC Mobil entstanden ist: ‚Mutmacher für ein Sterben zu Hause‘

https://www.youtube.com/watch?v=NK8QkBYFPZU

Neugierig geworden? Mehr Informationen finden Sie unter: www.hpc-mobil.hospiz.at

Fotos © Tiroler Hospiz Gemeinschaft
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Rückblick auf den 7. Österreichischen Interprofessionellen Palliativkongress in Innsbruck

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Bei strahlend schönem Wetter und umgeben von wunderbaren, schneebedeckten Bergen fand der 7. Österreichische Interprofessionelle Palliativkongress von  28 . bis 30. März 2019 im Congress Innsbruck unter dem Titel „Palliative Care – Wege in die Zukunft“ statt.

Das Kongresspräsidium der Österreichischen Palliativgesellschaft (OPG) mit Dr.in Elisabeth Medicus, MAS, Mag. Werner Mühlböck, MBA (beide Tiroler Hospiz-Gemeinschaft) und Dr.in Christiane Kreyer (UMIT) hat großartige Arbeit geleistet .

Am 28.3.2019 fand einleitend das Symposium für und mit Ehrenamtlichen „Wege in die Zukunft – Was trägt uns?“ statt. Hospiz Österreich hat – in Zusammenarbeit mit der Tiroler Hospizgemeinschaft und der OPG – mit dieser Veranstaltung, die sehr gut besucht war und viele positive Rückmeldungen erhalten hat, einen wichtigen Beitrag zum Kongress geleistet. Mehr darüber ->>

Der gesamte Kongress fand in entspannter Atmosphäre statt. Verschiedene thematische Schwerpunkte luden zum Vertiefen ein, wie beispielsweise die S3 Leitlinie Palliativmedizin, der Bereich Bildung, Ethik, Hospizkultur und Palliative Care  in der Grundversorgung, Modelle der Integrierten Versorgung… und  Advance Care Planning (ACP) im deutschsprachigen Raum.

Diesem Themenbereich war ein Vormittag gewidmet, in dem Modelle aus Deutschland (Berend Feddersen aus München) und der Schweiz (Tanja Krones aus Zürich) vorgestellt wurden. Für Österreich erzählte Dr.in Sigrid Beyer, Bereichsleiterin für HPC in der Grundversorgung im Dachverband Hospiz Österreich, mit mehreren praktischen Beispielen vom VSD Vorsorgedialog® (VSD). Eine der Besonderheiten des VSD ist die Möglichkeit, auch den mutmaßlichen Willen von Menschen abzubilden, was wegen des hohen Anteils an nicht entscheidungsfähigen BewohnerInnen in Alten- und Pflegeheimen von großer Bedeutung ist. Das Eruieren des  mutmaßlichen Willens verlangt von  allen am Gespräch  Beteiligten große Kompetenz und Achtsamkeit. Der VSD wird von vielen zentralen Stakeholdern unterstützt, nach wie vor ungelöst ist das Problem der Finanzierung. Der VSD wurde auf Wunsch der Betreuenden in Alten- und Pflegeheimen, die sich im HPCPH Projekt intensiv mit dem Thema Hospiz und Palliative Care auseinandergesetzt haben, mit einer österreichweiten ExpertInnengruppe entwickelt. 2018 wurde er für die Hauskrankenpflege adaptiert. Mehr zum VSD Vorsorgedialog finden Sie hier.

Eine besondere Freude: Das von Hospiz Österreich eingereichte Abstract zum Projekt „HPC Mobil – Hospizkultur und Palliative Care in der mobilen Pflege und Betreuung zu Hause“ wurde gemeinsam mit vier anderen herausragenden Einreichungen vor den Vorhang geholt und erhielt einen Kurzvortrag und einen Preis, der am Samstag von Dr. Rudolf Likar und Dr.in Christiane Kreyer an die Projektleiterin Dr.in Sigrid Beyer, Hospiz Österreich, übergeben wurde. Link zum Beitrag

Der Dachverband Hospiz Österreich war auch mit einem Infostand vertreten, der über die verschiedenen Projekte, die Angehörigenbroschüre „begleiten bis zuletzt“, die Broschüre zur Patientenverfügung, die Charta zum Ehrenamt und den Universitätslehrgang Palliative Care informierte.

Eine besondere Note erhielt die Abschlussveranstaltung am Samstag durch die Würdigung und den Abschied von Dr.in Elisabeth Medicus nach über 20 Jahren als ärztliche Leiterin der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft und einer der drei  Säulen des aktuellen Kongresspräsidiums. Sie hat den Tiroler Hospiz und Palliative Care Weg in vielem geprägt und wird auch im Ruhestand sicher in viele Projekte involviert sein.

Der Chor der Vielfalt schloss mit seinem berührenden Auftritt den Kongress in einer sehr passenden Weise ab.

Fotos © Tiroler Hospiz Gemeinschaft
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Symposium für ehrenamtlich Engagierte in Hospiz und Palliative Care: Wege in die Zukunft – was trägt uns? 28. März 2019 in Innsbruck

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Rund 250 ehrenamtliche HospizmitarbeiterInnen aus ganz Österreich, die meisten aus Tirol und Vorarlberg, nahmen am 28
. März 2019 am Symposium für ehrenamtlich Engagierte im Bereich Hospiz und Palliative Care im Rahmen des OPG Kongresses in Innsbruck teil. Das interessante Programm griff das Thema des Kongresses der Österreichischen Palliativgesellschaft auf: Wege in die Zukunft – Was trägt uns?

Nach einleitenden Willkommensworten von Waltraud Klasnic als Präsidentin des Dachverbandes Hospiz Österreich und Prof. Dr. Rudi Likar als Präsident der Österreichischen Palliativgesellschaft (OPG) gab Mag.a Leena Pelttari MSc, Geschäftsführerin Dachverband Hospiz Österreich, in ihrer Funktion als Co-Leiterin der EAPC Taskforce zu Ehrenamt im Bereich von Hospiz und Palliative Care in Europa einen Überblick über die Situation ehrenamtlicher Hospizarbeit in Europa.

Dr. Oliver Schultz, Demenzforscher,  Künstler und Germanist aus Deutschland, erinnerte in seinem Vortrag daran, dass die Begleitung von Menschen mit Demenz eine Hinweis gibt auf den Grund, der trägt: die unmittelbare, nicht planbare Begegnung von Mensch zu Mensch auf Augenhöhe zählt dort, nicht der Status. Sich hineinfallen lassen in diese Begegnung . Schwachwerden für den anderen/die andere, mich selbst berührbar, verletzbar zeigen.

Was trägt uns? Monika Niedermayr, ao. Univ.-Professorin am Institut für Zivilrecht in Innsbruck und zugleich Hospizbegleiterin, fasste die Antworten, die sie gemeinsam mit dem Hospizteam gefunden hatte, im Bild einer Sonnenblume zusammen. „Ich habe Beziehungslust, ein Lust auf große und kleine Gruppen und vor allem ein Lust auf DU“, stellte sie fest. „Es tragen uns auch die Hospizteams, sie nähren uns als Ehrenamtliche, sie trösten, lehren Geduld, geben Halt, bilden aus. Sie sind Struktur, so wie die haltgebende Mitte einer Sonnenblume es für die Blütenblätter ist. Der nährende Boden ist die Tiroler Hospizgemeinschaft.“

Anschließend tauschten sich die Anwesenden an runden Tischen aus. Manuela Eder, auch sie ehrenamtlich in der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft tätig, leitete nach der Pause mit ihrem selbstgebauten Musikinstrument, das sie auch in der Begleitung Sterbender einsetzt, den letzten Programmpunkt des Vormittags ein: das moderierte Gespräch am Podium, an dem ehrenamtliche Hospiz-BegleiterInnen in unterschiedlichen Settings von den Herausforderungen und Unterstützendem am Weg in die Zukunft im Kontext ihrer Arbeit berichteten, z.B. auf einer Palliativstation, im Pflegeheim, in Südtirol, in Wien, im Bereich Hospiz macht Schule….. Mag. Werner Mühlböck MAS, Geschäftsführer der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft, und Mag.a Sabine Janouschek, Geschäftsführerin des Hospizvereins Steiermark,  moderierten den Vormittag ebenso wie diese Runde und stellten kluge Fragen.

Was fordert heraus? „… die Kopfebene verlassen, alle Erwartungen loslassen und das aufnehmen, was mir entgegenkommt in den Menschen“

„… die eigene Idee der Begleitung aufgeben zugunsten dessen, was gebraucht und gewünscht wird“

„Was trägt uns?“

„… ganz besonders trägt uns der Dank und die Wertschätzung, die uns von den Menschen und ihren Angehörigen entgegengebracht werden. Mit so wenig kann ich so viel tun.“

„… gemeinsamer Austausch im Hospizteam, Herz und Ohren füreinander sein.“

Der Nachmittag und Abend waren geprägt durch die Begegnung mit den hauptamtlichen Hospiz- und PalliativmitarbeiterInnen im Rahmen der Kongresseröffnung, Höhepunkt war der Vortrag des Freiburger Universitätsprofessors Dr. Giovanni Maio über eine Ethik der Sorge, die er in sechs Punkten umriss: Bewusstsein, Wollen, Sein, Handeln, Haltung und Ziel. Auch das abschließende Get-Together in der Dogana stand ganz im Zeichen der Begegnung.

Ein herzliches Danke an die vielen, die zum Gelingen dieses anregenden Symposiums beigetragen haben!

Ein großes Danke dem BMASGK und dem Land Tirol, deren Förderungen eine kostenfreie Teilnahme ermöglicht haben!
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Fotos © Tiroler Hospiz Gemeinschaft
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