Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Österreich

Kinderhospiztag 2020: Hospiz- und Palliativversorgung von schwerkranken Kindern und Jugendlichen – die Reise geht weiter

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Hospiz Österreich hat Ende Jänner eine Zukunftsklausur zur Hospiz- und Palliativversorgung von schwerkranken Kindern und Jugendlichen abgehalten. Expert*innen aus diesem Bereich aus ganz Österreich analysierten den aktuellen Stand und definierten Notwendigkeiten für die Zukunft. Anlässlich des Kinderhospiztags wurde in einer Presseausendung auf die Klausur und die Situation von Kindern und Jugendlichen mit lebensverkürzender Erkrankung und deren Familien aufmerksam gemacht.

Lesen Sie die Presseaussendung –>> hier.

Hintergrundinformation

Der 10 . Februar wird in Deutschland als Tag der Kinderhospizarbeit begangen. An diesem Tag wird auf die Situation von Kindern und Jugendlichen mit lebensverkürzender Erkrankung und deren Familien aufmerksam gemacht. Damit soll in der Gesellschaft das Bewusstsein für die Arbeit der Hospiz- und Palliativeinrichtungen, die sich um die betroffenen Familien kümmern, geschaffen werden.


Wir danken den Österreichischen Lotterien für die Unterstützung der Arbeit der österreichweiten Steuergruppe im Kinderbereich!

 

Wir brauchen Sie!

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Hospiz Österreich, der Dachverband von ca . 380 Hospiz- und Palliativeinrichtungen für Erwachsene und Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Österreich sucht ab sofort eine/n ehrenamtliche/n Mitarbeiter*in für folgende Tätigkeiten:

  • Versand von Ratgeber zur Patientenverfügung und Broschüren
  • Elektronische Aufarbeitung des Patientenverfügungsversands
  • Postwege (keine schwere Lasten)
  • Vorbereitungsarbeiten und Unterstützung bei Veranstaltungen – unterstützende Standbetreuung
  • Zeitausmaß: ein halber Tag pro Woche, bevorzugt Montag (für Versand), regelmäßig ist wichtig

Was Sie mitbringen:

  • Guten Bezug zu Hospiz und Palliative Care
  • Interesse an Bürotätigkeit – elektronisch am PC und Versand
  • Grundkenntnisse in Word und Excel
  • Teamfähigkeit

Was wir bieten:

  • Arbeit mit Sinn
  • Eingebundensein in ein Team von Haupt- und Ehrenamtlichen
  • ein gutes Miteinander, Freude, Offenheit, Raum für Entwicklung
  • Unterstützung, um die Tätigkeit gut erfüllen zu können

Hinweis:
Wir freuen uns, wenn Sie den Befähigungskurs für Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung absolviert haben, dies ist jedoch KEINE Voraussetzung .
Bitte melden Sie sich bei Dr.in Sigrid Beyer, sigrid.beyer@hospiz.at, 01/8039868/5
Ungargasse 3/1/18, 1030 Wien, sehr zentral bei Landstraße Wien Mitte
Dieser Aufruf kann gern weiter gegeben werden!

Veränderungen bei Hospiz Österreich

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Rainer Simader

Wir freuen uns, dass Rainer Simader seit Oktober 2019 als Leiter des Bildungswesens das Team des Dachverbandes Hospiz Österreich verstärkt . Rainer Simader ist Physiotherapeut, kommt aus Oberösterreich und kennt das St. Christopher‘s Hospice in London gut, da er bereits dort gearbeitet hat. Vor seinem Wechsel zu Hospiz Österreich hat er eine Abteilung eines medizinischen Verlags in Deutschland geleitet und in der Fortbildung und zur Entwicklung von Curricula gearbeitet. Wir heißen Rainer Simader herzlich willkommen!

Naida Dzaka hat sich entschieden, ihre Ausbildung als Klinische Psychologin fortzusetzen. Sie beendete daher mit Ende 2019 ihre Arbeit bei Hospiz Österreich. Wir danken Naida Dzaka für ihren großen Einsatz! Ihre Begeisterung, ihre Kompetenz und ihre Sorgfalt werden uns fehlen! Wir wünschen ihr alles Gute für die weitere berufliche Entwicklung und sind sicher, dass sie Menschen gut begleiten wird.

Maria EibelMaria Eibel hat im Herbst 2019 berufsbegleitend einen Master of Business Administration in Sozialmanagement an der WU Wien abgeschlossen. Wir gratulieren ganz herzlich! Maria Eibel wird im Bereich von „Hospizkultur und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen – HPCPH“ die Umsetzung des fünften Durchgangs in Wien übernehmen . Viel Elan für diese Aufgabe!

Tag des Ehrenamts und ehrenamtliche Hospizbegleitung

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Der 5. Dezember gilt als der Tag des Ehrenamts bzw. der Freiwilligenarbeit.

Frau D. ist ehrenamtliche Hospizbegleiterin in einem Hospizteam, dessen Mitglieder aus unterschiedlichen Kulturen kommen. Für ein halbes Jahr begleitete sie ein aus Bosnien stammendes Ehepaar, der Mann litt an einer schnell fortschreitenden Form von ALS. Frau D., die als Einjährige nach Österreich gekommen war und selber Wurzeln in einem Balkanland hat, fand schnell Zugang zu den zwei Menschen, auch, weil es möglich war, sich in Bosnisch zu verständigen. Das gab Sicherheit und ermöglichte, dass die Ehefrau Frau D. mit ihrem Mann auch allein lassen konnte, trotz der ALS bedingten Sprachbeeinträchtigung. Durch Frau D.‘s unterstützende, Halt gebende Begleitung und die Vermittlung eines Mobilen Palliativteams war es möglich, dass der Mann zuhause versterben konnte.

Die Hospiz- und Palliativarbeit begann in vielen Ländern vor rund 30 Jahren als zivilgesellschaftliche Bewegung ehrenamtlich engagierter Menschen. Heute ist in Österreich eine vielfältige Landschaft der Hospiz- und Palliativbetreuung vorhanden, für Kinder und Erwachsene, zu Hause und stationär, in allen Bundesländern.

Ehrenamtliche Hospizbegleiter*innen sind ein integraler Teil des Konzepts der abgestuften spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung (GÖG/ÖBIG 2004/2014). Das ist nicht in allen Ländern selbstverständlich . Alle in der Begleitung Schwerkranker und ihrer Angehörigen/Nahestehenden tätigen Ehrenamtlichen sind nach dem Curriculum des Dachverbandes Hospiz Österreich ausgebildet . Befähigungskurse werden in jedem Bundesland angeboten.

Ehrenamtliche Hospizbegleitung in Österreich 2018

Im Jahr 2018 waren in ganz Österreich 172 Hospizteams für Erwachsene im Einsatz, die insgesamt rund 13.200 PatientInnen begleiteten . 3.591 Ehrenamtliche waren 2018 im Bereich Hospiz und Palliative Care tätig, die meisten als Mitglieder eines der 172 Hospizteams in der Begleitung von Schwerkranken, Sterbenden, ihren Familien und Nahestehenden, einige auch in Verwaltung, Beratung, Fundraising oder auf Ebene der landeskoordinierenden Hospiz- und Palliativeinrichtungen, z.B. als Vorstandsmitglieder. Insgesamt wurden 425.559 Stunden ehrenamtlich erbracht, davon 276.083 in der Begleitung von Menschen. Die restlichen Stunden wurden für Fortbildung, Supervision, Fundraising, Beratung und auch Vorstandstätigkeiten eingesetzt.

Im Bereich der Hospiz- und Palliativbetreuung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen waren 2018 insgesamt 211 Menschen ehrenamtlich tätig. Davon haben 170 als Kinder-HospizbegleiterInnen in 11 Kinder-Hospizteams in allen Bundesländern 14.977 Stunden für die unmittelbare Begleitung aufgewendet. Diese Begleitungen entlasten die Familien und geben besonders den Geschwisterkindern Zuwendung.

Wir danken den Österreichischen Sparkassen, der ERSTE Stiftung und Erste Bank für die seit 2007 bestehende Förderung der ehrenamtlichen Hospizarbeit in Österreich!

Anträge sind nicht alles …

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9. Österreichweites Vernetzungstreffen zu Hospiz und Palliative Care für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Zum 9. Österreichweiten Vernetzungstreffen zu Hospiz und Palliative Care für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene lud der Dachverband Hospiz Österreich am 11. November 2019 ins Bildungszentrum St . Virgil in Salzburg ein. In diesem Rahmen widmete man sich vor allem den Themen Sozialarbeit sowie den Bedürfnissen von Familien mit erkrankten Kindern, Jugendlichen oder jungen Erwachsenen .

Leena Pelttari, Geschäftsführerin, und Claudia Nemeth, Fachbereichsleitung, beide Dachverband Hospiz Österreich, gaben am Beginn Einblick in die aktuelle Situation und die Ergebnisse der Datenerhebung 2018. Martina Kronberger-Vollnhofer, Kinderhospizbeauftragte des Dachverbands Hospiz Österreich, informierte aus der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde und der Österreichischen Palliativgesellschaft.

Der Beitrag der Sozialarbeit in der pädiatrischen Hospiz- und Palliativversorgung

Irmgard Hajszan-Libiseller, diplomierte Sozialarbeiterin von MOMO – Wiens mobiles Kinderhospiz und Kinderpalliativteam – brachte am Vormittag wichtige Impulse zum breiten Aufgabenbereich der Sozialen Arbeit in der pädiatrischen Hospiz- und Palliativversorgung:

Soziale und individuelle Bedürfnisse wahrnehmen

Eine zentrale Aufgabe der Sozialarbeit besteht darin, die individuellen und sozialen Bedürfnisse Betroffener zu erkennen und im Team zu klären. Dabei setzt die Soziale Arbeit bei der Komplexität und Ambivalenz des Alltags an, die bereits im Erstgespräch thematisiert werden. Die gesamte psychosoziale, nicht nur die krankheitsspezifische Lebenssituation, wird auf ihre Belastungsfaktoren und die vorhandenen Ressourcen in den Blick genommen. „Nur, wenn die vorhandenen persönlichen und sozialen Ressourcen wahrgenommen und allen Beteiligten bewusst gemacht werden, können Lösungsansätze im sozialen System aufgegriffen und genutzt werden“, so Hajszan-Libiseller.

Beraten und begleiten

In Krisen- und Grenzsituationen ist eine mitmenschliche Zuwendung von zentraler Bedeutung. Bei Lebensfragen über Arbeit, Familie, Erziehung sind sowohl Systemkompetenz als auch Fachwissen gefragt. SozialarbeiterInnen fungieren häufig als „Türöffner“ zu diesen Familien, die oftmals Stärkung, Stabilisierung und existenzieller Sicherheit bedürfen.

„Anträge sind wichtig, aber nicht alles.“ So gilt es bei Antragstellungen unter erschwerten Bedingungen beizustehen und den Zugang zu Unterstützungsangeboten und existenzsichernden Maßnahmen zu schaffen. Krisenintervention ist sowohl bei organisatorischen Fragestellungen gefragt als auch in den klassischen Krisen, die den Alltag der Familien betreffen: Krisen in der Zeit der Diagnose, bei schweren Paarkonflikten, suizidalen Krisen, Kindeswohlgefährdung oder in der Begleitung beim Sterben zu Hause oder nach dem Tod eines Kindes.

Containing und stellvertretende Hoffnung

SozialarbeiterInnen nehmen für die Betroffenen Unerträgliches auf, verwandeln das Aufgenommene in etwas für die KlientInnen Erträgliches und geben es so zurück. Dazu kommt die Haltung stellvertretender Hoffnung, die nicht bedeutet „es wird schon gut werden“, sondern „es wird wieder anders gut werden“.

Daneben kommen der Vernetzung im fallbezogenen und fachlichen Austausch, der Reflexion und dem Perspektivenwechsel als Beitrag der Sozialen Arbeit in der Hospiz- und Palliativversorgung besondere Bedeutung zu. Es gilt nicht, den anderen die eigene Haltung aufzuzwingen, sondern abzuwarten und Hilfe anzubieten. Diese Hilfe wird dann angenommen, wenn sie als nützlich für den Alltag wahrgenommen wird.

Die Bedürfnisse von Familien mit schwerkranken Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Einen regen Erfahrungsaustausch in Bundesländergruppen gab es am Nachmittag zur Frage „Was brauchen Familien mit erkrankten Kindern?“. In den letzten Jahren gab es mit dem Auf- und Ausbau von spezialisierten pädiatrischen Hospiz- und Palliativeinrichtungen positive Entwicklungen, Lücken bestehen aber noch im stationären Bereich und bei Entlastungsangeboten. Die TeilnehmerInnen zeigten einerseits Bereiche auf, die gut gelingen, wiesen auf Defizite hin und formulierten Notwendigkeiten zur Verbesserung der Versorgung von Familien mit schwerkranken Kindern. Besonders im Bereich der Entlastung (Entlastungspflege, Tagesbetreuung, Kurzzeitpflege, Erholung etc.) gibt es noch Nachholbedarf.

Austausch und Vernetzung

Den Abschluss bildete ein lebhaftes Vernetzen. In vier Gruppen tauschten sich die Kinder-Hospizteams, die Mobilen Kinder-Palliativteams, die in Entlastungsangeboten Tätigen und die in der Bundeslandplanung und -leitung Engagierten zu aktuellen Entwicklungen aus und zu Themen, die sie aktuell beschäftigen.

Angeregt und bereichert ging die Gruppe am späten Nachmittag auseinander.

Hospiz Österreich nimmt aus diesem Vernetzungstreffen viele Anliegen und wichtige Anregungen für künftige Schwerpunktsetzungen in der Arbeit zur pädiatrischen Hospiz und Palliative Care mit.

Durch den Tag führte Anna H. Pissarek vom Dachverband Hospiz Österreich.

Wir danken den Österreichischen Lotterien für die Unterstützung des Vernetzungstreffens.

Wir danken Christof Eisl, Geschäftsführer der Hospizbewegung Salzburg, für die Möglichkeit, große Teile seines Artikels für diesen Beitrag verwenden zu dürfen.

Wir danken Johann Baumgartner, Leiter Koordination Palliativbetreuung Steiermark, für die Fotos.

Pressehintergrundgespräch und Presseaussendung zum VSD Vorsorgedialog®

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Anlässlich der  Fachtagung zum VSD Vorsorgedialog® (VSD) am  26. November 2019 luden der Dachverband Hospiz Österreich, die Österreichische Ärztekammer und die Bundesarbeitsgemeinschaft Langzeit-Pflege-Management unter dem Titel „Geriatrie-Patientinnen und –Patienten eine Stimme geben“ am 27
. November 2019 zu einem Pressehintergrundgespräch ein. Alle Fachmedien der Medizin und Pflege konnten erreicht werden.

Die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner waren:

  • Waltraud Klasnic, Präsidentin Dachverband Hospiz Österreich, Leitung Beirat für Hospizkultur und Palliative Care in der Grundversorgung
  • OA Dr. Michael Lang, Präsident der Ärztekammer Burgenland, Leiter des ÖÄK-Referats Geriatrie, ÖÄK-Vertreter im Beirat für Hospizkultur und Palliative Care in der Grundversorgung
  • Hilde Menner, PhD, Bundesarbeitsgemeinschaft Langzeit-Pflege-Management, Direktorin PWH Rudolfsheim-Fünfhaus, Vertreterin der BAG Langzeit-Pflege-Management im Beirat für Hospizkultur und Palliative Care in der Grundversorgung
  • Klaus Peter Schuh, Allgemeinmediziner im Burgenland, Pionier in der Durchführung von Vorsorgedialogen
  • Regina Lindenhofer, DGKP, Qualitätsbeauftragte im Haus St. Barbara, in dem der VSD seit zwei Jahren gelebte Praxis ist

Am 28. November 2019 veröffentlichte Hospiz Österreich eine mit der ÖÄK und BAG Langzeit-Pflege-Management abgestimmte Presseaussendung.

Ziel des Pressehintergrundgesprächs und der Presseaussendung war, den VSD als niederschwelliges Instrument der vorausschauenden Planung vorzustellen und auf das drängendste Problem hinzuweisen, nämlich die fehlende Finanzierung.

Fachtagung VSD Vorsorgedialog® – Nachlese

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Am 26. November 2019 lud der Dachverband Hospiz Österreich Entscheidungsträger und Praktiker*innen, die in der Grundversorgung arbeiten, zu einer Fachtagung zum VSD Vorsorgedialog® (VSD) ins Albert-Schweitzer-Haus in Wien.

Ziel war es, für eines der drängendsten Probleme, nämlich die fehlende Finanzierung des VSD, Impulse zu einer Lösung zu geben. Als niederschwelliges Instrument der vorausschauenden Planung wird der VSD von allen, die ihn entwickelt haben, die ihn kennen und in Pioniereinrichtungen anwenden, sehr befürwortet. Das Geld für seine breite Durchführung fehlt jedoch.

Waltraud Klasnic, Vorsitzende Dachverband Hospiz Österreich, verwies in ihren Begrüßungsworten auf die vielen, die in verschiedenen Gremien und auch als Personen an der bisherigen Entwicklung des VSD Anteil hatten, u.a. den Mitgliedern des Beirats Hospizkultur und Palliative Care in der Grundversorgung, und dankte den Anwesenden für ihre Teilnahme.

Karl Bitschnau, Vizepräsident im Dachverband Hospiz Österreich und Leiter Hospiz Vorarlberg, und Sigrid Beyer, Bereichsleiterin für Hospizkultur und Palliative Care (HPC) in der Grundversorgung  im Dachverband Hospiz Österreich, führten durch den weiteren Tag.

Was ist der VSD?

Waltraud Klasnic und Leena Pelttari, Geschäftsführerin des Dachverbandes Hospiz Österreich, ließen dann in einem Dialog das Publikum an der Entwicklung des VSD teilhaben. Mehr dazu in den Hintergrundinformationen. Österreich ist mit diesem strukturierten Vorgehen und dem Anspruch, ein Dokument für das gesamte Bundesgebiet zu entwickeln, vorbildhaft.

Der VSD ist ein wiederholter strukturierter Kommunikationsprozess zwischen Bewohner*innen, Ärzt*innen, Pflegenden und, wenn von den Bewohner*innen gewünscht, auch Angehörigen und Vertrauenspersonen. Im Mittelpunkt steht der Wille der Bewohner*innen, deren Wünsche zu einem guten Leben im Heim, zu kritischen Situationen und für das Lebensende erhoben und gut dokumentiert werden . Auf Wunsch der Bewohnerin/des Bewohners wird ein Krisenblatt ausgefüllt und die Entscheidungen zu Reanimation, Krankenhaustransfer und PEG-Sonden-Ernährung eingetragen. Bei nicht mehr entscheidungsfähigen Bewohner*innen wird der mutmaßliche Wille erhoben. Mehr dazu in den Hintergrundinformationen.

Impulse aus dem Sozialministerium

Sektionschef Manfred Pallinger aus dem BMASGK erinnerte an seinen ersten persönlichen Kontakt mit dem Thema beim Vernetzungstreffen zum Projekt „Hospizkultur und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen – HPCPH“ 2014: „Ich komme gern zu den verschiedenen Veranstaltungen von Hospiz Österreich, gibt es doch immer etwas Neues zu erfahren und auch selbstreflexiv Antworten auf Fragen zu überlegen: Wie möchte ich es einmal haben? Was ist mir selber wichtig?“ – Er betonte, wie wichtig der VSD sei, da er als strukturiertes, freiwilliges Gesprächsangebot  für Bewohner*innen, Fachkräfte der medizinischen und pflegerischen Betreuung und Angehörige Sicherheit schaffen kann und das Zusammenwirken der verschiedenen Berufsgruppen auf Augenhöhe fördert. Die Finanzierung sei für die Ausweitung des VSD auch auf den mobilen Bereich unumgänglich notwendig und betrifft mehrere  Ressorts. Derzeit ist es möglich, den VSD über die Bundesländer und die €18 Mio. des Zweckzuschusses für die Erweiterung der Hospiz- und Palliativbetreuung gemäß § 2 Abs. 2a des Pflegefondsgesetzes als innovative Maßnahme abzurechnen. SC Pallinger nahm im Weiteren auf aktuelle Entwicklungen in seinem Ressort Bezug, wie die jährliche Valorisierung des Pflegegelds und den Rechtsanspruch auf Pflegekarenz. Er erwähnte zwei Studien, die Frau Bundesministerin Brigitte Zarfl ganz aktuell vorgestellt hatte, eine zur Finanzierung der Pflege und die Personalprognosestudie von GÖG. Um die Herausforderungen in der Zukunft zu bewältigen, müssten jetzt alle – Bund, Länder, Sozialversicherungen und Anbieter – die Zeit gut nützen, und zwar gemeinsam. Mit Dank an alle für die Beharrlichkeit in diesen Themen beendete SC Pallinger seinen Beitrag .

Szenische Darstellung eines VSD

Es schloss sich eine sehr berührende szenische Darstellung eines gelungenen Vorsorgedialogs an. Die Darsteller*innen kamen aus der Praxis bzw. der intensiven Beschäftigung mit dem VSD. – In moderierten Tischgruppen gab es anschließend die Gelegenheit, sich zum VSD und den eigenen Erfahrungen und Reaktionen zur Darstellung auszutauschen. Aus den Wortmeldungen während und nach der Fachtagung wurde deutlich, dass viele der Anwesenden durch diese Darstellung gut aufnehmen konnten, was der VSD ist und kann.

Video der szenischen Darstellung (verkürzt auf 29:18 Min, veröffentlicht am 17.02.2020)

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Mehr Informationen

Hospizkultur und Palliative Care (HPC) in der Grundversorgung 

Sigrid Beyer als Bereichsleiterin für Hospizkultur und Palliative Care (HPC) in der Grundversorgung im Dachverband Hospiz Österreich widmete ihren Beitrag eben diesem Thema. Sie führte aus, was HPC in der Grundversorgung bedeutet, welche Projekte es dazu bereits gibt und wie wichtig die Zusammenarbeit mit der spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung ist. Mehr dazu >> hier

Zur Praxis und Evaluation des VSD

Regina Lindenhofer, DGKP, Qualitätsbeauftragte im Haus St. Barbara/Wien, in dem der VSD seit zwei Jahren gelebte Praxis ist, gab einen umfassenden und klaren Bericht zur Implementierung, Durchführung und bisherigen Ergebnissen, Erkenntnissen und Herausforderungen. Wie auch in anderen Pilotheimen nehmen die Bewohner*innen den VSD sehr gern an, die Mitarbeiter*innen fühlen sich sicherer. Herausforderungen sind u.a. die fehlende Finanzierung der zusätzlich aufgewendeten Zeit von Arzt/Ärztin und Pflege, die Komplexität der Krankheitsbilder, die Kommunikation mit den Angehörigen und, den richtigen Zeitpunkt zu finden, um ein VSD Gespräch vorzuschlagen.

Nach der Mittagspause gab Christa Peinhaupt vom Entwicklungs- und Planungsinstitut für Gesundheit in Graz Einblick in die Ergebnisse und Handlungsfelder der Begleitforschung zur Implementierung des Instruments VSD Vorsorgedialog® in steirischen HPCPH Heimen. Die vielfältigen Erkenntnisse und Anregungen können Sie >> hier nachlesen. Um den VSD in einem Heim einführen und durchführen zu können, muss eine lebendige HPC Kultur bereits vorhanden sein.

Ein Blick auf die Finanzierung in Deutschland

Marcus Schneider, Fachreferent in der Abteilung Gesundheit beim Spitzenverband Bund der Krankenkassen in Deutschland, erklärte in seinem mit Spannung erwarteten Beitrag das System der Finanzierung der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase in Deutschland. Die Entscheidung dafür war relativ plötzlich auf der politischen Ebene gefallen.

Die Finanzierung der gesundheitlichen Versorgungsplanung durch die Krankenkassen erfolgt derzeit nur in zwei Settings, der vollstationären Langzeitpflege und Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Die Gespräche werden von Personen aus medizinischen, pflegerischen oder pädagogischen Grundberufen mit mind. 3 Jahren Berufserfahrung durchgeführt, die eine Fortbildung nach einem einheitlichen Curriculum absolviert haben. Die Weiterbildung umfasst 48 UE Theorie und 2 Praxisteile. Die Dokumentation ist in drei Schritten vorgegeben. – Einrichtungen bzw. Träger entscheiden selber, ob sie diesen Dienst anbieten und bekommen dann Personal- und Sachkosten nach einem bestimmten Schlüssel ersetzt. Derzeit, bis zum Ende der Pilotphase 2021, handelt es sich um eine Pauschalfinanzierung, da es noch keine Daten gibt, um einen Einzelaufwand zu berechnen. Seit 1.1.2019 werden auch Ärzt*innen extra abgerechnet. Eine Evaluierung wird angestrebt. Die Einzelheiten finden Sie >> hier

Podiumsgespräch Expert*innen und Entscheidungsträger zur Finanzierung

Es schloss sich ein Podiumsgespräch an, in dem Expert*innen und Entscheidungsträger sich insbesondere zum Thema Finanzierungsmöglichkeiten austauschten: Franz Kiesl (designierter Fachbereichsleiter für das Versorgungsmanagement I der Österreichischen Gesundheitskasse), Michael Lang (Präsident der Ärztekammer Burgenland, Leiter des ÖÄK-Referats Geriatrie und des Notfallreferats, ÖÄK-Vertreter im Beirat für Hospizkultur und Palliative Care in der Grundversorgung), Leena Pelttari (Geschäftsführerin Dachverband Hospiz Österreich), Gerda Schmidt (DGKP, Wohnbereichsleiterin CS Pflegezentrum Pramergasse, langjährige Beschäftigung mit vorausschauender Planung bei Menschen mit Demenz), Marcus Schneider (Fachreferent in der Abteilung Gesundheit beim Spitzenverband Bund der Krankenkassen in Deutschland), Klaus Peter Schuh (Allgemein- und Palliativmediziner im Burgenland, Pionier in der Durchführung des VSD).

Im Kern, so stimmten alle überein, geht es beim VSD um ein Instrument, das die Lebensqualität und Selbstbestimmung von Patient*innen unterstützt und fördert und das Leid durch unnötige Krankenhausüberweisungen verhindert.

Mit Optimismus wurde das Thema der fehlenden Finanzierung besprochen. Aktuell ist es möglich, darauf hatte SC Pallinger bereits hingewiesen, den VSD über die €18 Mio. des Zweckzuschusses für die Erweiterung der Hospiz- und Palliativbetreuung gemäß § 2 Abs. 2a des Pflegefondsgesetzes als innovative Maßnahme abzurechnen. Die Bundesländer müssen dieses Geld abholen. Weiters sei für eine Regelfinanzierung eine politische Entscheidung notwendig. Diese sei so zu gestalten, dass es eine gemeinsame Entscheidung aller Betroffenen ist: also Länder, Bund und ÖGK sowie Anbieter. Es sei auch notwendig, den Gesetzgebern und politischen Entscheidungsträgern valide Kostenschätzungen vorzulegen.

Klaus Peter Schuh fasste es treffend zusammen: In Österreich werden Gesundenuntersuchungen als eine Maßnahme der Prävention von den Krankenkassen finanziert. Es wäre wünschenswert, auch den VSD als Präventionsmaßnahme für Krisensituationen und für ein Sterben in Würde zu finanzieren.

Nach einer Austauschrunde aller Anwesenden an den Tischen schloss Waltraud Klasnic zusammenfassend ab und formulierte ihren Eindruck und Wunsch, dass diese Fachtagung ein gutes Nach-Echo haben wird.

Wir danken allen, die diese Fachtagung ermöglicht haben!

Herzlichen Dank an das BMASGK für die Unterstützung des Projektes HPCPH!

Eindrücke von der Fachtagung

Programm der Fachtagung

Die Präsentationen der Vortragenden:

Am 27.11.2019 fand ein Pressehintergrundgespräch für Fachmedien statt und am 28.11.2019 wurde eine Presseaussendung verschickt.

Blogbeitrag zum VSD Vorsorgedialog®

Cover Datenbericht 2018

Datenbericht Hospiz und Palliative Care in Österreich 2018

veröffentlicht am
Cover Datenbericht 2018

Bericht der spezialisierten Hospiz- und Palliativeinrichtungen sowie der Bildungsarbeit

Es freut uns sehr, die detaillierten Daten aus der Datenerhebung 2018 im Folgenden darstellen zu können
.

HOSPIZ ÖSTERREICH, der Dachverband von rund 350 Hospiz- und Palliativeinrichtungen für Erwachsene und 30 Hospiz- und Palliativeinrichtungen für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und deren Familien, führt seit 2005 jährlich eine bundesweite Datenerhebung bei allen Hospiz- und Palliativeinrichtungen für Erwachsene und seit 2014 auch bei Hospiz- und Palliativeinrichtungen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Österreich durch . Damit will HOSPIZ ÖSTERREICH die geleistete Arbeit der haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen sichtbar machen mit dem Ziel, die Verwirklichung einer abgestuften flächendeckenden Hospiz- und Palliativversorgung – für alle erreichbar, leistbar und zugänglich – konsequent verfolgen zu können.

Die österreichweite Datenerhebung ist international gesehen eine Besonderheit und wir sind mit diesen umfangreichen Daten international in einer Vorreiterrolle.

Die gute Qualität der Daten ist nur möglich, weil unzählige Menschen zusammenarbeiten.

An erster Stelle möchten wir allen MitarbeiterInnen herzlich danken, die täglich Schwerkranke und Sterbende sowie ihre Angehörigen liebevoll und kompetent betreuen und begleiten und sich zugleich die Mühe machen, das Getane sorgfältig zu dokumentieren, sei es in hauptamtlicher oder ehrenamtlicher Funktion.

Weiters sei all jenen gedankt, die diese Aufzeichnungen weiter verarbeiten, den Controlling- und IT Abteilungen einzelner Institutionen, den Verantwortlichen in den Geschäftsstellen der landeskoordinierenden Hospiz- und Palliativeinrichtungen und jenen, die die Daten in die Datenbank des Dachverbandes Hospiz Österreich eingeben und für die Richtigkeit der jeweiligen Bundesländerdaten verantwortlich sind.

Ein herzliches Dankeschön auch an die WIENER STÄDTISCHE Versicherung AG Vienna Insurance Group für die Unterstützung der österreichweiten Datenerhebung!

Viel Freude beim Studieren der Daten!

Internationaler Hospiz- und Palliativtag 2019

veröffentlicht am

Palliative Care – „My care, my right“ ist das Motto des Internationalen Hospiz- und Palliativtages am 12. Oktober 2019. „Meine Hospiz- und Palliativbetreuung ist mein Recht“ stärkt die langjährige Forderung des Dachverbandes Hospiz Österreich, eine Regelfinanzierung für eine flächen- und bedarfsdeckende Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich zu erreichen . Eine qualitätsvolle Hospiz- und Palliativversorgung, wie sie im offiziellen österreichweiten Versorgungskonzept verankert ist, muss für alle Menschen, die es brauchen, erreichbar, leistbar und verfügbar sein.

Der Internationale Hospiz- und Palliativtag weist heuer auch auf die Rolle von Ehrenamtlichen hin. Ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter sind ein Ausdruck der Solidarität der Zivilgesellschaft mit Schwerkranken, Sterbenden und ihren Familien und Nahestehenden.  Umgekehrt tragen sie die Bedeutung der Hospiz- und Palliativversorgung wieder hinein in die Mitte der Gesellschaft . Sie können auf ihre Weise der Forderung Nachdruck verleihen, dass die Zeit am Lebensende und eine Begleitung und Betreuung auf dem Weg, der schon viel früher beginnt, einen Platz in der Gesellschaft und im Gesundheitssystem bekommen.

Leena Pelttari ist Geschäftsführerin des Dachverbandes Hospiz Österreich und zugleich eine der beiden Leiterinnen der EAPC Taskforce zum Ehrenamt im Bereich von Hospiz und Palliative Care in Europa. Zusammen mit Ros Scott hat sie einen Blog-Beitrag auf der EAPC Website veröffentlicht.  Sie legen dar, wie Ehrenamtliche dazu beitragen können, das Recht auf Hospiz- und Palliativbetreuung als ein Teil des Gesundheitsversorgung einzufordern (in Englisch).

Hospiz Österreich hat eine Presseaussendung verfasst, in der wir die Rolle der ehrenamtlichen Hospizbegleitung hervorheben.

Um ein gemeinsames Zeichen zu setzen, wird der Kerntext dieser Presseaussendung von allen jenen landeskoordinierenden Hospiz- und Palliativorganisationen, die zum Internationalen Hospiz- und Palliativtag in ihrem Bundesland eine Presseaussendung machen, gemeinsam übernommen.

Lesen Sie auch unseren Blogbeitrag zum Internationalen Hospiz- und Palliativtag!

Vorausschauend Planen für das Lebensende – Patientenverfügung und VSD Vorsorgedialog®

veröffentlicht am

Eine der Möglichkeiten, für das Lebensende vorausschauend zu planen, ist eine Patientenverfügung .

Eine Patientenverfügung ist eine höchstpersönliche Willenserklärung, mit der eine Person eine oder mehrere medizinische Behandlung(en) im Vorhinein ablehnt. Solch eine Willenserklärung können Personen abgeben, die an einer Krankheit erkrankt sind oder auch noch nicht erkrankt sind. Mit einer Patientenverfügung können nur bestimmte (konkret genannte) medizinische Behandlungen abgelehnt werden.

Eine Patientenverfügung wird wirksam, wenn eine Person nicht mehr entscheidungsfähig ist . Solange eine Person selbstständig entscheiden kann, gelten ihre aktuellen Willensäußerungen.

Das österreichische Patientenverfügungs-Gesetz (PatVG) trat am 1 . Juni 2006 ist in Kraft. Es regelt die Voraussetzungen für die Errichtung einer Patientenverfügung.  Das Patientenverfügungs-Gesetz wurde im Herbst 2018 (PatVG-Novelle 2018) überarbeitet und ist in seiner neuen Fassung seit 16. Jänner 2019 in Österreich in Kraft.

Einen Überblick zur Novelle und den wesentlichen Änderungen finden Sie –>> hier

Der Dachverband Hospiz Österreich hat gemeinsam mit der ARGE Patientenanwältinnen die Unterlagen zum Erstellen einer Patientenverfügung anlässlich der PatVG-Novelle 2018 überarbeitet und neu und übersichtlicher gestaltet: einen Ratgeber, das Formular, das Blatt zur Erneuerung/Verlängerung einer Patientenverfügung und die Hinweiskarte für die Brieftasche. Diese Unterlagen wurden am 4. September 2019 in einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Unterlagen können bestellt oder online heruntergeladen werden.

Eine umfangreiche Form der Vorsorge ist eine Kombination von Vorsorgevollmacht in Gesundheitsangelegenheiten und Patientenverfügung. Das stellt sicher, dass eine Person, der Sie vertrauen, in Ihrem Sinn Entscheidungen treffen kann (Vorsorgevollmacht), und dass diese Person auch ihren Willen kennt (wie in der Patientenverfügung formuliert). Mehr zur Vorsorgevollmacht –>> hier

Der VSD Vorsorgedialog®

Der VSD Vorsorgedialog® ist ein Gesprächsprozess in Alten- und Pflegeheimen zwischen BewohnerIn, Ärztn/Arzt, Pflegende/r, und falls von der/dem BewohnerIn gewünscht, auch den Angehörigen/Vertrauenspersonen. Das Ziel dabei ist es, einen Raum zu schaffen, in dem BewohnerInnen über ihre Wünsche und Bedürfnisse zu einem guten Leben im Heim und für ein würdevolles Sterben sprechen können. Hierbei kann es, sofern die/der BewohnerIn das möchte, auch um konkrete Fragen zur eigenen Einstellung gegenüber Sondenernährung, Krankenhausaufenthalten und Reanimationswunsch gehen. Sollte die Bewohnerin/der Bewohner nicht mehr entscheidungsfähig sein, dann ist das Ziel des Vorsorgedialogs, den mutmaßlichen Willen der Patientin/des Patienten möglichst authentisch zu erfassen. Dafür fasst das Betreuungsteam, gemeinsam mit den Angehörigen/Vertrauenspersonen alles zusammen, was die Bewohnerin/der Bewohner in der Vergangenheit zum Thema Sterben und Tod aufgeschrieben oder gesagt hat. Das wird durch aktuelle Beobachtungen der Bewohnerin/des Bewohners ergänzt. Hospiz Österreich und der Beirat zu Hospizkultur und Palliative Care in der Grundversorgung haben den VSD Vorsorgedialog auch für die mobile Pflege und Betreuung zu Hause (= Hauskrankenpflege + Heimhilfe) adaptiert. Der VSD Mobil kann auch von ÄrztInnen und Pflegenden der spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung verwendet werden.

Ein empfehlenswerter Artikel zum Vorsorgedialog aus der Zeitschrift „Lebenswelt Heim“, in dem BewohnerInnen, eine Pflegende, eine Qualitätsbeauftragte, ein Arzt, ein Notarzt und eine Juristin zu Wort kommen.

Mehr zum VSD Vorsorgedialog –>> hier.

Tag der pflegenden Angehörigen am 13. September 2019

veröffentlicht am

Einen berührenden Einblick in das Leben pflegender Angehöriger gibt unser heutiger Blogbeitrag von Herrn Mag. Arch. Peter Donner.

Herr Donner ist nicht allein. Auf Basis einer Erhebung¹ ist davon auszugehen, dass rund 950.000 erwachsene Menschen in Österreich informell in die Pflege und Betreuung einer hilfebedürftigen Person involviert sind. Gemessen an der Gesamtbevölkerung Österreichs sind das rund 10%, die sich entweder zu Hause oder in der stationären Langzeitpflege um einen pflegebedürftigen Menschen kümmern.

Auch im Bereich der Hospiz- und Palliativbetreuung betrifft es viele Menschen, deren Einsatz und Engagement wir heute in den Mittelpunkt stellen. Hospiz- und Palliativbetreuung hat ausdrücklich Angehörige und nahestehende Menschen neben den PatientInnen als Zielgruppe.

Angehörige sind wichtig als Netzwerk, als Unterstützung und sie brauchen selber Unterstützung und ein Netzwerk.

Hilfereiche Informationen finden Sie auf unserer Website unter https://www.hospiz.at/betroffene/fuer-erwachsene/

Unsere Angehörigenbroschüre „begleiten bis zuletzt“ kann heruntergeladen oder bestellt werden.

Viele Informationen finden sich auch auf der Website des Sozialministeriums  und auf der Website der Interessensgemeinschaft Pflegender Angehöriger

Pflegende Kinder und Jugendliche – Young Carers

Young Carers sind ein globales Phänomen.

Im Auftrag des Sozialministeriums wurde nicht nur die Anzahl pflegender Kinder und Jugendlicher erhoben², sondern auch welche Aufgaben sie in der Familie übernehmen und welche Wünsche und Bedürfnisse sie für sich und die Familie haben . Demnach leisten pflegende Kinder in den verschiedensten Lebensbereichen Unterstützungsarbeit. Je nachdem, wo sie gebraucht werden, helfen sie im Haushalt, den gesunden Geschwistern oder in der direkten Pflege für die erkrankte Person. Knapp ein Viertel der Young Carers helfen in allen drei Bereichen überdurchschnittlich viel, manchmal fünf oder mehr Stunden am Tag. Hilfen von außen, zum Beispiel durch Freunde oder eine Pflegeperson, geben Kinder nur selten an.

Bundesweit wurde ein Anteil von 3,5 % bzw. rund 42.700 pflegenden Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 18 Jahren ermittelt. Das durchschnittliche Alter liegt bei 12,5 Jahren, 70 % der Young Carers sind weiblich. Migration hat keinen Einfluss auf kindliche Pflege .

Pflegende Kinder und Jugendliche, die regelmäßig über einen längeren Zeitraum chronisch kranke Familienmitglieder pflegen, übernehmen somit überdurchschnittliche pflegerische Verantwortung!

Quelle und Links zu Unterstützungsangeboten für Young Carers.

¹ Im Auftrag des Sozialministeriums führte das Institut für Pflegewissenschaft in Kooperation mit dem Institut für Soziologie der Universität Wien 2018 die Studie „Angehörigenpflege in Österreich“ durch.
² Die Studien „Kinder und Jugendliche als pflegende Angehörige“ aus den Jahren 2012 und 2014 geben Einsicht in die Situation von Young Carers in Österreich.

Pressekonferenz zur Patientenverfügung: die neu überarbeiteten Unterlagen

veröffentlicht am

Am 4. September 2019 fand in den Räumlichkeiten des Dachverbandes Hospiz Österreich eine gut besuchte Pressekonferenz statt.
Ziel war es, den vollständig neu überarbeiteten Ratgeber und das ebenso überarbeitete Formblatt zur Erstellung einer Patientenverfügung vorzustellen . Die ARGE der PatientenanwältInnen und der Dachverband Hospiz Österreich luden ein.
Die Novelle zum Patientenverfügungsgesetz vom Herbst 2018 trat am 16.1.2019 in Kraft. Ein ExpertInnenteam bestehend aus Mitgliedern der NÖ PatientInnen- und Pflegeanwaltschaft, der Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft und des Dachverbandes Hospiz Österreich hatte das zum Anlass für eine gründliche Neubearbeitung genommen und die Unterlagen klarer und übersichtlicher gemacht .

Die GesprächspartnerInnen in der Pressekonferenz waren:

  • Waltraud Klasnic, Vorsitzende Dachverband Hospiz Österreich
  • Dr.in Sigrid Pilz, ARGE der PatientenanwältInnen (Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwältin)
  • Dr . Gerald Bachinger, ARGE der PatientenanwältInnen (NÖ PatientInnen- und Pflegeanwalt)

Die neuen Unterlagen finden Sie unter https://www.hospiz.at/publikationen/patientenverfuegung/
Ein zusammenfassendes Statement von Dr. Gerald Bachinger finden Sie hier –>>
Das Statement von Waltraud Klasnic finden Sie hier –>>
Eine statistische Zusammenfassung zum Versand und den Beratungen zur PV des Dachverbandes Hospiz Österreich finden Sie hier –>>

Foto Copyright: Hospiz Österreich, Naida Dzaka
v.l.n.r.: Sigrid Pilz, Waltraud Klasnic, Gerald Bachinger