Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Österreich

Kompetenz aus allen Bundesländern – der neue Vorstand des Dachverbandes Hospiz Österreich

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Die Generalversammlung des Dachverbandes Hospiz Österreich, die am 18.06.2020 online stattfand, wählte einstimmig einen neuen Vorstand:

Burgenland: Dr. Heinrich KISS, Stv.: Gabriele EHRENHÖFER, MSc
Kärnten: Brigitte PEKASTNIG, Stv.: Mag. Walter PANSI
Niederösterreich: Sonja THALINGER, MSc., Stv.: Christiane KRAINZ
Oberösterreich: Dr.in Christina GREBE, MSc., Stv.: Dr.in Birgit HOFMANN-BICHLER PM.ME .
Salzburg: MMag. Christof EISL, Stv.: Mag. Karl SCHWAIGER
Steiermark: Mag.a Sabine JANOUSCHEK, Stv.: Dr.in Trautgundis KAIBA
Tirol: Mag. Werner MÜHLBÖCK MBA, Stv.: Marina BALDAUF
Vorarlberg: Dr. Karl BITSCHNAU, MAS, Stv.: Dr . Otto GEHMACHER
Wien: Harald WEIKL M.A., Stv.: Andrea SCHWARZ

Kooptiertes Vorstandsmitglied: Dr. Johann BAUMGARTNER (Geschäftsführer Hospiz- und Palliativforum)
Fachexpertin: Dr.in Karin ZOUFAL

Der Geschäftsführende Vorstand besteht aus:
Präsidentin: Waltraud KLASNIC
Vizepräsident*in: Dr. Karl BITSCHNAU, MAS, Dr.in Christina GREBE, MSc
Finanzreferent: Mag. Friedrich SPRITZEY
Schriftführer: MMag. Christof EISL

Drei Vorstandsmitglieder schieden aus: Mag.a Margit Slezak als langjährige Finanzreferentin, Dr. Johann Baumgartner als Vizepräsident und Erich Borovnyak MBA als Vertreter für Wien. Wir danken allen dreien für ihre langjährige – teilweise jahrzehntelange – engagierte und in den jeweiligen Bereichen sehr wertvolle Mitarbeit!

Vier Mitglieder wurden neu gewählt: Mag. Erich Spritzey als Finanzreferent, Dr.in Karin Zoufal als Fachreferentin, Gabriele Ehrenhöfer als stv. Vorstandsmitglied für das Burgenland und Harald Weikl M.A. als Vertreter für Wien. Herzlich willkommen!

Dr.in Christina Grebe, Vorstandsmitglied aus Oberösterreich, wurde zur Vizepräsidentin gewählt.

Wir gratulieren herzlich!

Hintergrundinformation: Der Dachverband Hospiz Österreich ist in seiner Funktion als Dachverband von österreichischen Hospiz- und Palliativeinrichtungen für Erwachsene und Kinder als Verein organisiert, dessen Vorstand aus Vertreter*innen jener landeskoordinierenden Hospiz- und Palliativorganisationen aus allen Bundesländern besteht, die Mitglieder im Verein sind.

Irmgard Nake blickt zurück – Interview anlässlich der Pensionierung

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Rainer Simader, Leiter Bildung im Dachverband Hospiz Österreich:

Liebe Frau Dr.in Nake, nach fast 13 Jahren Jahren als Studiengangsleiterin des Universitätslehrganges Palliative Care gewinnen Sie viel Freizeit. Der Studiengang hingegen verliert eine seiner Pionierinnen. Sie haben in den letzten Jahren, gemeinsam mit den Mitgliedern des Leitungsteams Peter Braun, Michael Nake, Christof Eisl und Leena Pelttari einen international beachteten Studiengang entwickelt, ihn begleitet und zu einem festen Bestandteil der Bildungslandschaft in Österreich gemacht. Danke, dass Sie sich die Zeit nehmen, gemeinsam mit mir diese Zeit Revue passieren zu lassen.

Wenn Sie an den Anfang des Universitätslehrganges ins Jahr 2007 denken und an heute – was sind für Die die Meilensteine auf diesem Weg? Was waren Ihre Highlights?

Dr.in Irmgard Nake:

Eine große Hilfe war von Anfang an die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen im Leitungsteam und mit den Kolleginnen im Dachverband Hospiz, in der PMU und vor allem mit Verena Hölzl von St. Virgil. Dadurch war es für mich möglich, die doch großen Fußstapfen meiner Vorgängerin Hildegard Teuschl zu verlassen und eigene Spuren zu setzen.

Ein besonderes Highlight für mich war auch immer zu beobachten, wie sich die Studierenden entwickeln, und zu beobachten, wie sich ihre Karrieren in der Palliativszene, aber auch außerhalb, entwickeln. Auch die Zufriedenheit der Studierenden, wenn auch nicht immer unkritisch geäußert, erfreute mich sehr.

Schön zu sehen war auch, wie sich die Teilnehmer*innenzahlen entwickeln, wie der ULG auch in Deutschland, in Südtirol und der Schweiz bekannter geworden ist.

Ein besonderes Highlight war natürlich auch St. Virgil. Die Teilnehmer*innen sind sehr gerne dort gewesen und haben den Service sehr genossen. So hat eine Absolventin einer der ersten Lehrgänge bei einem Treffen letzthin gemeint: „Es hat uns so gut getan, nach Virgil zu kommen und diesen Lehrgang zu machen“. Das war wirklich schön!

Rainer Simader:

Wo Licht, dort auch Schatten: Gab es besondere Herausforderungen und Hürden auf dieser Reise?

Dr.in Irmgard Nake:

Die wenigen Präsenztage hatten natürlich zur Folge, dass die Zeit für Unterricht immer knapp bemessen war. So war das Thema „wissenschaftliches Arbeiten“ oft mit Vorbehalten und Gefühlen von Überforderung besetzt, da hat es oft viel Zuspruch von meiner Seite gebraucht, dass die Studierenden ihre Masterthesis gut abschließen konnten.

Aber wenn man unsere Absolvent*innenzahlen sieht, haben sich viele durchgebissen, nicht zuletzt deshalb, weil sie sehr gut betreut wurden.

Eine Herausforderung war natürlich immer wieder, gute Referent*innen und Dozent*innen zu finden und diese in den Lehrgang zu integrieren. Auch die Anforderungen einer Universität mit den Besonderheiten von Erwachsenenbildung in Einklang zu bringen, war nicht immer einfach.

Rainer Simader:

Wie hat diese intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Hospiz und Palliative Care Sie persönlich geprägt?

Dr.in Irmgard Nake:

Das erste, was ich gelernt habe, war, dass jede*r Sterbende sich aussuchen soll, wie er*sie sterben möchte, entweder allein und in Stille oder in Anwesenheit der Personen, die ihm*ihr nahe sind und waren. Und das zweite war, dass Palliative Care und das Hospizwesen angesichts der Unausweichlichkeit und manchmal auch Belastung des Todes dafür Sorge tragen, dass das Sterben für die Patient*innen und für die Angehörigen in einem würdigen Rahmen stattfinden kann . Symptomkontrolle und Erhaltung von Lebensqualität sind wichtiger als Kuration. Ansonsten ist mein Blick auf den Tod mit weniger Angst behaftet als vor meiner Tätigkeit im ULG Palliative Care. Ich bin nun überzeugt, dass eine gute palliative Begleitung eine große Hilfestellung für todkranke Menschen und deren Angehörige ist. Und deshalb hat es sich für mich auch zu 100 % gelohnt, viel Leidenschaft und Hingabe in die Ausbildung der Studierenden zu stecken.

Rainer Simader:

Worauf freuen Sie sich nun, nach dieser langen Berufszeit, am meisten?

Dr.in Irmgard Nake:

Jetzt versuche ich, mich an das Nichtstun zu gewöhnen. Bei sonnigem Wetter ist das ganz einfach, bei Regen ist das neue Leben zum Teil manchmal auch langweilig. Aber ich werde meinen Hobbys nachgehen, vielleicht wieder malen, ein bisschen Ehrenamt und mal schauen, was das Leben sonst noch bietet, welche Herausforderungen das Leben mir stellt.

Rainer Simader:

Liebe Frau Nake, dann wünsche ich Ihnen, dass es spannende Herausforderungen sein werden und natürlich eine sehr sonnige Pension! Vielen Dank für das Gespräch!

Telefonnummern für Angehörige und Nahestehende

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Im Folgenden finden Sie Telefonnummern für Ihr Bundesland, wenn Sie Unterstützung brauchen, weil Angehörige von Ihnen jetzt in der Sterbephase sind oder Sie um jemanden trauern.

(Liste wird laufend erweitert)

Burgenland

  • Hospizbewegung Burgenland
    Telefon +43 660 155 57 22
  • Landeskoordination für Hospiz- und Palliativversorgung im Burgenland
    Telefon +43 664 61 24 790

Kärnten

  • Kärntner Landesverband von Hospiz- und Palliativeinrichtungen – landeskoord. Organisation
    Telefon +43 664 8403682, Mail office@klv-hospiz.at
  • Caritas Kärnten
    Telefon +43 676 613 47 50, Mail hospiz@caritas-kaernten.at
  • Hospizbewegung Diakonie
    Telefon +43 664 4082794, Mail office@hospizbewegung-diakonie.at
  • Österreichisches Rotes Kreuz – mobile Hospiz- und Trauerbegleitung
    Telefon 050 9144-1064, Mail hospiz@k.roteskreuz.at

Niederösterreich

Oberösterreich

Salzburg

Steiermark

  • Hospizverein Steiermark
    Unser Hospizbüro (0316/391570, Bürozeiten) ist weiterhin besetzt. Hier nehmen wir telefonische Anfragen gerne persönlich entgegen und kümmern uns um alle Anliegen.

Tirol

  • Kontaktstelle Trauer
    Telefon +43 676 88 188 500, Montag bis Freitag 8:00 bis 17:00 Uhr .
    Über diese Nummer erfolgt eine erste Auskunft und die Aufnahme des Namens und der Telefonnummer des/der Anrufer*in. Der/die Anruferin wird dann von einer/m professionellen Trauerbegleiter*in angerufen . Trauernde können sich auch über E-Mail: office@hospiz-tirol.at an die Kontaktstelle Trauer der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft melden.

Vorarlberg

  • Hospiz Vorarlberg
    Telefon: +43 676 88420 5115, Montag bis Freitag 9:00 bis 18:00 Uhr

Wien

  • Caritas Hospiz
    Telefon: +43 1 865 28 60 derzeit Montag bis Freitag 8:00 bis 13:00 Uhr
  • Caritas Socialis Beratungsstelle
    Telefon: +43 1 717 53  3220
  • Caritas Wien, Kontaktstelle Trauer
    Telefon: +43 664 842 76 34
  • Hospizteam der ÖBR
    Telefon: +43 650 523 38 03

Möglichkeiten in der Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung ohne physischen Kontakt

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„Wenn etwas nicht mehr möglich ist, verändere es, so dass es anders möglich wird!“

Unter den gegebenen Umständen, die uns das Corona-Virus beschert, möchten wir Ihnen Vorschläge für den Umgang mit Sterben, Tod und Trauer anbieten, wie Sie der emotionalen Verbundenheit trotz der physischen Trennung Ausdruck verleihen können:

  • Treten Sie aktiv, regelmäßig und verlässlich in persönliche Beziehung mit betroffenen Menschen – telefonisch, SMS, WhatsApp, skypen, zoomen, Videotelefonie, E-Mail, Briefe, etc. …
  • Wichtig: Besprechen Sie vor der Umsetzung der untenstehenden Vorschläge Ihre Wünsche mit dem Personal der Einrichtung und informieren Sie sich vorab über aktuelle Beschränkungen. Arbeiten Sie so gut wie möglich mit dem Personal zusammen. Die Betreuenden können Ihnen beim Kommunizieren mit Kranken behilflich sein, zugleich wird ihnen dzt. aber auch sehr viel abverlangt. Die Betreuenden brauchen Ihr Danke in diesen Tagen besonders!
  • Befindet sich ein krankes Familienmitglied in einer stationären Einrichtung (stationäres Hospiz, Palliativstation, Krankenhaus, Pflegeheim): überlegen Sie vielfältige Kommunikationsmöglichkeiten, suchen Sie im Bekannten- oder Verwandtenkreis nach Unterstützung beim Einrichten technischer Hilfsmittel, falls nötig, organisieren Sie die Übergabe kleiner Präsente (Briefe, Fotos, etc. …) an Kranke.
  • Haben Sie den Mut, Nachrichten für Sterbende als Audionachricht aufzunehmen und zu verschicken.
  • Überlegen Sie, Kranken und Sterbenden zu schreiben.
  • Suchen Sie Lieder, Texte, etc., die den Erkrankten und Ihnen gefallen (könnten).
  • Nutzen Sie alle kreativen Möglichkeiten – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt: Lassen Sie, wenn Kinder als Angehörige betroffen sind, Abschiedsgeschenke zeichnen, basteln, Küsse mit Lippenstift auf Stofftaschentücher machen. Auch Sie selber können Händeabdrücke zu Hause auf Polsterbezüge machen, Foto-Collagen erstellen, u.v.m.
  • Organisieren Sie, dass all diese Dinge nach Absprache mit dem Personal der Einrichtung zu den Sterbenden gelangen. Sollte eine Übergabe aufgrund aktueller Einschränkungen nicht möglich sein, so können Fotos davon übermittelt werden.
  • Bitten Sie die Pflegepersonen vor Ort in den Einrichtungen, wenn möglich Fotos von den übergebenen Geschenken zu machen.
  • Legen Sie anderen, ebenso betroffenen Menschen ein paar Blumen aus dem Garten, eine Karte mit persönlichen Worten, eine Zeichnung, die von Ihren Kindern gemalt wurde, ein Stück Kuchen, etc. als kleines Geschenk und Zeichen der Anteilnahme sowie Verbundenheit vor die Türe. Wir wünschen Ihnen, dass Ihr Umfeld das auch bei Ihnen macht!
  • Sie können gemeinsam mit anderen Angehörigen und Nahestehenden weitere Rituale entwickeln: z.B. bereiten Sie ein Abschiedsgeschenk vor und heben es in einer besonderen Box auf, um es zu einem späteren Zeitpunkt zu übergeben. – Wenn jemand verstorben ist: verbrennen Sie z.B. Briefe und Gegenstände, die Sie mit dem/der Verstorbenen verbinden und bewahren Sie die Asche auf, diese kann später im Grab beigegeben werden.
  • Religiöse Menschen finden in den Riten und Hilfestellungen ihres Glaubens Trost und Hilfe. Segnungen, Gebete, Bitt- und Dankes-Rituale, Meditationen und vieles andere können sowohl bei der Begleitung des nahestehenden Menschen in der Sterbephase aus der Ferne als auch nach dem Tod hilfreich sein.

Abschiednehmen, wenn der Tod eingetreten ist

  • Abschiedsgeschenke vorbereiten und übergeben (am besten direkt an Bestatter*innen)
  • Kerzen entzünden, Blumen, Bilder aufstellen – sich gegenseitig Fotos davon schicken
  • Eine Verabschiedung von an Covid-19 verstorbenen Menschen am offenen Sarg ist bei Bestatter*innen aufgrund des Seuchengesetzes nicht möglich – fragen Sie bei den Bestatter*innen nach, ob es möglich ist, ein großes dünnes Seidentuch, selbst bemaltes Tuch, etc. für die Versorgung des Leichnams zur Verfügung zu stellen.
  • Verabschieden Sie sich bei der toten Person, indem Sie die Hand auf den Sarg, die Urne, etc. legen . Es ist aktuell nichts Gegenteiliges bekannt, warum das nicht möglich sein sollte. Lediglich die Anzahl der Menschen beim Sarg, der Urne ist beschränkt.
  • Begräbnisse im engsten Familienkreis sind derzeit erlaubt: im gegebenen Fall bitte vorab noch mit Gemeinde/Magistrat telefonisch abklären. Bei Begräbnissen darf derzeit kein Weihwasser verwendet werden und keine Erde nachgeworfen werden (Gefahr der Übertragung durch Griffe). Man könnte daher eigenes Weihwasser und Erde aus dem persönlichen Umfeld mitnehmen.
  • Organisieren Sie eine Familienandacht beispielsweise über eine WhatsAppKonferenz oder andere technische Hilfsmittel (Zoom, Skype, etc.) oder bitten Sie jemanden darum.
  • Überlegen Sie jetzt gemeinsam mit der Familie und Nahestehenden, wie eine Verabschiedungsfeier zu einem späteren Zeitpunkt gestaltet werden kann – gehen Sie aktiv in die Planung oder bitten Sie jemanden, die Planung zu übernehmen.

Geben Sie diese Informationen in Ihrem sozialen Umfeld weiter. Es ist wichtig zu wissen, dass trotz der gegebenen Einschränkungen noch viel möglich ist. Die regionalen Hospizteams stehen Ihnen gern unterstützend zu Seite.

Erstellt von den Vorstandsmitgliedern des Dachverband Hospiz Österreich, Stand 20.03.2020, Aktualisiert
am 16.4.2020

Waltraud Klasnic: Danke für Ihren Einsatz!

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Hospiz Österreich, das sind das Büroteam, der Vorstand, und damit auch die Bundeslandorganisationen, und ich sind derzeit viel in Kontakt, über Telefon und Zoom. Sterben und Tod sind uns allen vertraut. Es ist erfreulich zu sehen, wie schnell viele Hospiz- und Palliativeinrichtungen und Heime mit Hospizkultur aus unserem HPCPH Projekt sich auf die neue Situation eingestellt haben .

Allmählich ist vieles wieder offen und zugänglich, aber die Auswirkungen dieser Zeit werden uns nachhaltig in die Zukunft begleiten. Es wird dauern und viele tastende Schritte und weiterhin unsere Solidarität brauchen.

Wie wichtig Hospiz und Palliative Care, unsere Haltung, unsere Kompetenz, unser Umgehen und Abwägen sind, ist sehr deutlich geworden. Wir wissen, dass der Weg am Lebensende und der Weg der Trauer wichtige Abschnitte im Leben sind, in jeder Form und für alle Generationen. Wir werden gebraucht, Sie werden gebraucht, jetzt besonders und auch in der Zukunft. Das haben wir auch an die Politik herangetragen, konkret am BM Rudolf Anschober und den Generalsekretär im BMSGPK, Stefan Wallner. Uns wurde in einer Antwort mitgeteilt, dass die Infoblätter zu den Möglichkeiten der Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung ohne physischen Kontakt bereits Anfang April seitens des BMSGPK an die Bundesländer (Landesrät*innen sowie politische Referent*innen) sowie an die großen Träger von Pflege- und Betreuungseinrichtungen weitergeleitet wurden. Ebenso wurde versichert, dass der VSD Vorsorgedialog als wichtiges Instrument bekannt ist und geschätzt wird und dass unsere Anregungen in die geplante Pflegereform aufgenommen werden sollen.

Danke für Ihren Einsatz, danke für alles, wo Sie Wege finden, Sterbende und/oder ihre Angehörigen und Nahestehenden unter diesen besonderen Umständen bestmöglich zu betreuen und begleiten. Danke, wo Sie Ihr Herz sprechen lassen, unter Rücksicht auf Ihren Schutz und den der Ihnen Anvertrauten .

Wir bleiben einander in Achtsamkeit verbunden!

Ihre Waltraud Klasnic, Vorsitzende Dachverband Hospiz Österreich

Verschiedene Wege, in dieser schwierigen Zeit Kontakt in Einrichtungen zu ermöglichen

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Die aktuell (noch oder teilweise noch) notwendigen Maßnahmen der sozialen Distanzierung bringen Angehörige und Nahestehende schwerkranker und sterbender Menschen in einer stationären Einrichtung in eine fast nicht auszuhaltende Situation. Wir berichten Ihnen, als Anregung, von ein paar der vielfältigen Wege, die Palliativstationen, Krankenhäuser, Pflegeheime u.a. gefunden haben, um diese Herausforderung zu bewältigen.

Ehrenamtliche Hospizbegleitung

Hospiz Österreich hat mit seinen Landesorganisationen die Möglichkeiten zur Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung ohne physischen Kontakt rasch zusammengestellt und geteilt, ebenso wurden Trauerhelplines eingerichtet.

Am 24.4. verabschiedete der Vorstand von Hospiz Österreich Empfehlungen, auf welche Weise und unter welchen Bedingungen der physische Einsatz der ehrenamtlichen Hospizbegleiter*innen wieder aufgenommen werden kann. Sie finden das Dokument –>> hier.

Krankenhäuser

Wir wissen, dass viele Palliativstationen und Spitäler unter Einhaltung strengen Hygienemaßnahmen und Beschränkungen in Zeit und Anzahl Besuche Sterbender zulassen. Ein Beispiel ist hier die Hospiz- und Palliativstation der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft.

Das Krankenhaus Hohenems in Vorarlberg hat einen eigenen Verabschiedungsraum eingerichtet, der wie ein Schleusenraum wirkt und Abschied unter physischer Präsenz mit Blickkontakt erlaubt.  Zudem gibt es sehr klare Regeln für Besucher*innen.

Pflegeheime

Die Mitarbeiter*innen der HPCPH Heime sind mit unglaublich viel Engagement und Professionalität in dieser herausfordernden Zeit tätig. Es gibt Check-Points beim Eingang, die es möglich machen, alles, was Angehörige/Vertrauenspersonen, manchmal auch mehrmals täglich, bringen, an die Bewohner*innen weiterzugeben. Hier helfen auch die Zivildiener. Es gibt audio-visuelle Kommunikationsmöglichkeiten, die geschaffen wurden, Begegnungen im Garten usw.. Es werden kommunikationserfahrene Pflegekräfte eingesetzt, die proaktiv auf die Angehörigen bzw. Vertrauenspersonen zugehen. Der VSD Vorsorgedialog® wird in Etappen geführt. Alle vorhandenen Vorsorgedialoge müssen evaluiert werden, da sie vor Covid-19 geführt worden sind.

Trotz all diesem Engagement und der hohen Qualität bleibt es eine besonders fordernde Zeit, da manche der angeratenen Präventivmaßnahmen mit demenzkranken Bewohner*innen kaum oder gar nicht umsetzbar ist, da der Personalmangel noch prekärer ist, als er vor Covid-19 schon war .

Tageshospiz

Das Tageshospiz in Salzburg hat nach Rücksprache mit der Sanitätsdirektion entschieden, im Sinn der Entlastung der Krankenhäuser und der weitergehenden Versorgung der Schwerkranken unter eingeschränkten Bedingungen den Betrieb weiter zu führen.  –>> Weiter zum Blog 

Ehrenamtliche Hospizbegleiter*innen übertreffen sich in kreativen Wegen, mit den begleiteten Menschen in Kontakt zu bleiben und ihnen kleine Zeichen der Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Wenn Sie weitere Möglichkeiten kennen, lassen Sie es uns wissen. Wir freuen uns über Emails mit Beispielen an Anna H. Pissarek (anna.pissarek@hospiz.at).

Der VSD Vorsorgedialog® und Covid-19

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Im Zuge von Covid-19 wird aktuell verstärkt darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, Covid-19 Erkrankte, vor allem jene mit Vorerkrankungen, nach ihrem Willen und ihren Wünschen zu befragen und dies zu dokumentieren.

In einem Interview in der Wiener Zeitung vom 17.4.2020 hat Dr. Rudolf Likar, Präsident der Österreichischen Palliativgesellschaft, u.a. auf den VSD Vorsorgedialog® hingewiesen.

„…….die Heime brauchen auch einen heimverantwortlichen Arzt, der mit den Menschen für den Fall einer Erkrankung das gewünschte Vorgehen bespricht: Wollen sie überhaupt eine Therapie? Wollen sie ins Krankenhaus? Das nennt sich Vorsorgedialog. Das muss man besprechen und verhindern, dass die Menschen in ihrer letzten Lebensphase ins Krankenhaus gezerrt werden, wenn sie das nicht wollen. Die Autonomie des Betroffenen ist das höchste Gut.“

Wir haben in Österreich dieses sehr gute Kommunikationsinstrument, das von allen wesentlichen Organisationen und Stakeholdern seit 2016 unterstützt wird – den VSD Vorsorgedialog® (VSD).

Die Voraussetzung für die Integration des VSD ist, dass das Heim eine sehr gute Hospizkultur lebt und diese im täglichen Tun, in den Prozessen und Abläufen verankert ist. Das trifft z.B. auf jene Heime zu, die Hospizkultur und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen (HPCPH) durch das mehrjährige Projekt von Hospiz Österreich integriert haben .

Es fehlt die Finanzierung

Allerdings fehlt trotz großer Befürwortung von allen Seiten die Finanzierung für die Umsetzung, nämlich für die Zeit, die sowohl die Pflegenden als auch die Mediziner*innen zusätzlich investieren müssen.

Anpassungen durch Covid-19

In der jetzigen Krisensituation kann der Vorsorgedialog auch in Etappen durchgeführt werden, mit der/dem Bewohner*in, den Betreuenden, und den Angehörigen mittels datenschutzgerechter Telekommunikation. Hospiz Österreich hat dafür eine eigene Unterlage an jene Heime, die den VSD umsetzen, geschickt.

Stimmen aus der Praxis

HPCPH Heime melden uns zurück, dass sie auf das Knowhow, das sie durch die Integration von Hospizkultur und Palliative Care erworben haben, in der Krisensituation zurückgreifen können, dass es sie unterstützt in dieser enormen Herausforderung durch Covid-19.

Es werden z.B. extra Betreuende für die Kommunikation eingesetzt, die u.a. proaktiv auf die Angehörigen zugehen . Die Unterstützung von audiovisueller Kommunikation zwischen den Bewohner*innen und Angehörigen gehört fast schon zur Selbstverständlichkeit. Diese Heime führen den VSD in Etappen durch. Das ist mehr Aufwand als sonst, aber die Rückmeldungen der Angehörigen sind nicht nur positiv, sondern mit großer Dankbarkeit verbunden. Es werden Palliativmediziner*innen mit mehr Stunden angestellt usw. …

Das Engagement und die Professionalität sind enorm! Das ist gelebte hospizliche Haltung und professionell gelebte Palliative Care!

Aktueller Stand

Derzeit gibt es 186 Alten- und Pflegeheime in acht Bundesländern, die HPCPH umgesetzt haben bzw. im Prozess sind. 11.440 Mitarbeiter*innen haben bisher an den Workshops Palliative Geriatrie teilgenommen, die Teil dieses Projekt sind. In 53 Heimen wurde der Vorsorgedialog als vorausschauende Planung integriert. Das hilft jetzt.

Der VSD Vorsorgedialog® (VSD) wurde unter der Leitung von Hospiz Österreich mit dem Beirat Hospiz und Palliative Care in der Grundversorgung und zahlreichen Expert*innen zuerst speziell für die Alten- und Pflegeheime Österreichs und dann auch für die mobile Pflege und Betreuung zu Hause entwickelt. Er wird von allen Mitgliedern des Beirats und vom Vorstand des Dachverbandes Hospiz Österreich zur Umsetzung empfohlen. –>> Nachlese Fachtagung

Ein Video von der Fachtagung zum VSD im November 2019 gibt einen sehr guten Eindruck in die Praxis eines VSD. https://www.youtube.com/watch?v=oauMhnnGw_M

Dr.in Sigrid Beyer, Bereichsleitung Hospiz und Palliative Care in der Grundversorgung
Mag.a Anna H. Pissarek, Öffentlichkeitsarbeit

Neue Studiengangsleiterin im Universitätslehrgang Palliative Care

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Mit 1. April 2020 wurde Doris Schlömmer, MMSc zur Studiengangsleiterin des Universitätslehrgangs Palliative Care bestellt. Sie folgt Dr.in Irmgard Nake, die seit 2007 diese Funktion innehatte und nun in Pension ging. Ein herzliches Danke an Irmgard Nake und alles Gute für die neuen Wege!

Rainer Simader, Leiter Bildungswesen im Dachverband Hospiz Österreich, hat Doris Schlömmer anlässlich ihrer Bestellung interviewt.

Liebe Frau Schlömmer,

herzlichen Glückwunsch zur Bestellung als Studiengangleiterin des Universitätslehrgangs Palliative Care! Sie sind mit diesem Studiengang schon seit vielen Jahren verbunden. In den letzten zwei Jahren haben Sie den Level 2, in Ihrem Falle den Vertiefungslehrgang Pflege, geleitet. Sie haben diesen Studiengang auch selbst absolviert und im Jahr 2017 Ihren Abschluss gemacht.

Sie sind Pflegefachkraft und Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege. Wie war Ihr Weg in die Hospiz und Palliative Care?

Ich habe vor mehr als 25 Jahren das Diplom der allgemeinen Krankenpflege in Bad Ischl absolviert. Anschließend war ich unter anderem auch lange Zeit im heutigen Universitätsklinikum Salzburg auf der Kinderinterintensivstation tätig, wo ich unweigerlich mit Sterben und Tod konfrontiert war. Zu dieser Zeit, ich begann dort 1995, war von Hospiz und Palliative Care im Pflegealltag nur wenig zu hören . Allerdings habe ich es dort in allen Dimensionen erleben und erfahren dürfen. Unser damaliger aus Norwegen stammender Oberarzt hat alle beteiligten Personen, egal ob Pflegepersonen oder Eltern, an allen Entscheidungen teilhaben lassen, er hat die kleinen Patient*innen als Menschen gesehen und nicht nur die Diagnose und hat immer die Lebensqualität in den Vordergrund gestellt. Es ging ihm nicht darum, das Leben mit all uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu verlängern, sondern die aktuelle Situation erträglich und lebenswert zu machen. Als Kinder, oft auch nach vielen Monaten und trotz aller Bemühungen verstorben sind, war es immer möglich der Trauer gemeinsam mit Eltern und Kolleg*innen Platz zu geben, Gefühle zeigen und Mensch sein zu dürfen. Ich habe damals eine Haltung in der Betreuung erfahren, die mich bis heute trägt, und erst später durch den Begriff Hospiz und Palliative Care greifbar geworden ist.

Wenn Sie an Ihre eigene Studienzeit zurückdenken, was sind die bedeutungsvollsten Erinnerungen, die auftauchen?

Meine Motivation, den ULG Palliative Care zu absolvieren, war, dass ich Palliativpflege in der Pflegeausbildung unterrichten wollte. Ich habe damals in unterschiedlichen Einrichtungen hospitiert, da es mir wichtig war, die Basis zu kennen und wahrzunehmen. Während meiner Studienzeit habe ich, so wie in keiner anderen Ausbildung, gelernt, was Achtsamkeit, Akzeptanz und Menschlichkeit bedeutet. Ich konnte viele Erfahrungen und Erkenntnisse für die eigene Lehre mitnehmen und so an die Auszubildenden weitergeben.

Wie erlebten Sie die Entwicklung der Hospiz- und Palliativversorgung in den letzten Jahren?

Das Fach Palliative Care hat ein eigenes Profil entwickelt. Zu Beginn war es für viele Kolleg*innen oft undefinierbar bzw. unklar, was denn das Aufgabengebiet sei. Wir haben vieles in bester Absicht getan und dadurch Menschen ungewollt und aktiv am friedlichen Sterben verhindert. Heute wird Hospiz- und Palliativversorgung als klarer Auftrag verstanden, in der es nicht nur um Sterbebegleitung geht. Hospizlich-Palliative Begleitung beginnt viel früher und der betroffene Mensch und sein soziales Umfeld stehen im Mittelpunkt und nicht die Therapie oder die Meinung der Betreuenden. Wir verstehen heute auch, was bedürfnisorientierte Begleitung und Pflege bedeuten und das Unterlassen von Handlungen nicht eine Vernachlässigung bedeutet. Organisationen, wie der Dachverband Hospiz Österreich oder die Österreichische Palliativgesellschaft haben viel dazu beigetragen, dass hier eine eindeutige Sprache gesprochen wird und Themen im Kontext dieser Lebensphase nicht verleugnet und der Tod nicht tabuisiert wird. Es braucht aber immer jeden und jede einzelne*n, die*der dieses Wissen annimmt und diese Haltung weiterträgt.

Wenn Sie in die Zukunft von Hospiz und Palliative Care blicken: Was sind für Sie Themen, die sich auch im Studiengang Palliative Care widerspiegeln werden?

In Hospiz und Palliative Care geht es schon lange nicht nur mehr um die Betreuung bestimmter Personengruppen, wie z.B. onkologische Patient*innen. Wir müssen an Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen denken oder im Kontext der demographischen Entwicklung die speziellen Bedürfnisse multimorbider und älterer Menschen erkennen. Dazu braucht es ein mehrdimensionales Verständnis von Symptomen, klare Argumente und Instrumente für ethische Entscheidungsprozesse.

Neben der Darstellung von aktuellen Projekten (z.B. Hospizkultur und Palliative Care in Pflegeheimen – HPCPH, Entwicklung von Leitlinien, etc.) und inhaltlichen Themen aus dem Handlungsfeld Hospiz und Palliative Care wird die Qualitätsentwicklung, der Einsatz aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse, sowie ökonomische und sozialpolitische Themen eine große Rolle spielen. Wir sollten aber auch aktuelle Krisenthemen, wie wir sie gerade erleben, nicht außen vorlassen und diskutieren, wie wir Sterbebegleitung und Trauerbewältigung in Krisensituationen ermöglichen können, für deren Ausgang wir selbst nicht verantwortlich sind.

Der berufsbegleitende Lehrgang lebt vom persönlichen Zugang und den darauf basierenden beruflichen Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Kollegiale Beratungen, Methoden zur Selbstreflexion und der Bezug der Praxis stellen die Basis aller Inhalte dar, egal um welche Themen es geht. Um einen aktiven Diskurs aller Berufsgruppen auch in Zukunft zu forcieren und Therapieansätze noch interprofessioneller zu begegnen, ist auch ein Lehrgang für medizinisch-therapeutische Berufsgruppen vorgesehen.

Ich habe noch eine weitere Zukunftsfrage an Sie: Wenn Sie in 5 oder 10 Jahren auf Ihre dann bisherige Tätigkeit für den Studiengang zurückblicken werden: Was wünschen Sie den Absolvent*innen und dem Studiengang?

Wir haben in der spezialisierten Versorgung in Österreich, d.h. in der Versorgung durch Palliativstationen, mobile Palliativteams oder etwa Hospizeinrichtungen schon viel erreicht . Wir müssen aber immer daran denken, dass dies nicht der häufigste Sterbeort der Menschen ist. Nein, unsere Mitbürger*innen sterben, wenn es zuhause nicht möglich ist, vor allem in Krankenhäusern und Langzeitpflegeeinrichtungen. Demnach braucht es dort eine Betreuung, die nicht gesondert als „palliativ“ zu definieren ist. Herr K. auf Zimmer 85 der Internen Station soll auch dort erfahren, was eine würdevolle Begleitung am Lebensende bedeutet, ohne in einer spezialisierten Einrichtung zu sterben. Ich wünsche mir, dass allen Kolleg*innen bewusst wird, dass es nicht nur die Einrichtung oder die Strukturen sind, die Hospiz und Palliative Care kennzeichnen, nein es sind die Menschen und ihre Haltungen. Es liegt auch an uns und jedem einzelnen, welche Möglichkeiten der Begleitung und Betreuung wir dafür finden und einsetzen. Demnach würde ich mir wünschen, dass nicht nur Kolleg*innen aus der spezialisierten Versorgung, sondern insbesondere aus der Grundversorgung und Funktionsbereichen wie Intensivstationen oder Dialysestationen den Lehrgang besuchen werden.

Und was wünschen Sie sich?

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Menschen, die sich entschieden haben, neue Erkenntnisse zur Hospiz- und Palliativversorgung zu erwerben. Sie sind es, die als Multiplikator*innen die gewonnenen Erkenntnisse dann in die Einrichtungen tragen, um dort neues Wissen zu implementieren und in der Folge weiterzuentwickeln. Ich möchte sie dabei unterstützen, indem sie lernen kritisch zu reflektieren, fundiert zu argumentieren und nicht Dinge, gegen die wir machtlos sind, zu tabuisieren. Wir sollten am Ende des (Lebens)tages nicht, wie Woody Allen, sagen müssen: „Ich habe keine Angst vor dem Sterben, ich möchte nur nicht dabei sein“.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für den Start Ihrer neuen Tätigkeit!

Das Leben beginnt jeden Tag neu!

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Vor einigen Minuten habe ich das Telefon zur Seite gelegt. Meine Gespräche mit Menschen, die nachdenklich besorgt sind.

„CORONA“ – Die Verordnungen und die Einhaltung dieser ist zum Schutz sehr richtig und wichtig.

Viele Fragen stellen sich gerade für uns in der Hospiz- und Palliativbewegung.

Was ist erlaubt, was ist möglich und was unterstützt? Wo können wir am besten helfen? …bei den Patient*innen…. den  Angehörigen…. im Beruf… in der Pflege… der Medizin… . dem Ehrenamt…

Wir wollen den uns anvertrauten Menschen in der Zeit von COVID 19 Sicherheit, Vertrauen, Hoffnung und Liebe schenken. Wir wollen ein Beistand sein, und wo immer es möglich ist, die Einsamkeit und die Trauer erleichtern.

Gemeinsam suchen WIR nach Antworten, die Balance zu finden ist die Herausforderung. Die EINE Antwort gibt es nicht.

In Gedanken und im Herzen spürbar sind GEMEINSAMKEIT und Nächstenliebe. Sie schenken Kraft, geben Mut. Zuversicht finden wir im GLAUBEN.

In der Achtsamkeit verbunden, mit großer Dankbarkeit

Waltraud Klasnic, Präsidentin Dachverband Hospiz Österreich, mit Leena Pelttari, Geschäftsführerin

Gut leben können und sterben dürfen- Stellungnahme Dachverband Hospiz Österreich und Österreichische Palliativgesellschaft

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Die internationale Hospiz- und Palliativbewegung setzt sich seit mehr als 25 Jahren dafür ein, dass für schwerkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen alles getan wird, um ein würdevolles Leben bis zuletzt zu ermöglichen – durch eine aktive und alle Bereiche umfassende Betreuung und Begleitung. Wichtig ist, diesen letzten Lebensabschnitt zu schützen, damit alle in Österreich lebenden Menschen bis zuletzt in bestmöglicher Lebensqualität leben können und auch sterben dürfen.

Wir sprechen uns klar für eine Beibehaltung der gegenwärtigen Gesetzeslage und gegen die Legalisierung von Tötung auf Verlangen und der Beihilfe zur Selbsttötung aus
. Autonomie am Lebensende ist bereits jetzt vielfältig möglich (Abbruch und Ablehnung von medizinischen Behandlungen, Patientenverfügung, Erwachsenenvertretung, VSD Vorsorgedialog®) und muss gefördert werden, ebenso muss eine umfassende spezialisierte Hospiz- und Palliativversorgung und eine Integration von Hospiz- und Palliative Care in die Grundversorgung erreicht werden – flächendeckend, leistbar, erreichbar für alle, die es brauchen.

Verabschiedung von Dr.in Brigitte Riss, Landesverband Hospiz Niederösterreich

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Dr.in Brigitte Riss wurde bei der Generalversammlung des Landesverbandes Hospiz NÖ am 27.2.2020 in Mödling feierlich verabschiedet. Nach 19 Jahren übergab sie den Vorsitz an Klaudia Atzmüller.

Brigitte Riss gründete den Landesverband Hospiz NÖ. Dank ihres unermüdlichen Einsatzes und der engen Kooperation mit dem Land NÖ, insbesondere Herrn Hofrat Huber, gelang in dieser Zeit ein flächendeckender Auf- und Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung in NÖ.

Brigitte Riss war nicht nur Gründerin des Landesverbandes Hospiz NÖ, sondern auch – zusammen mit Sr . Hildegard Teuschl CS und anderen Pionier*innen – Gründungsmitglied des Dachverbandes Hospiz Österreich.

Ein großes Anliegen von Brigitte Riss war die Bildung. Sie initiierte neben den Befähigungskursen für ehrenamtliche Hospizbegleitung gemäß dem Curriculum des Dachverbandes Hospiz Österreich auch den Interprofessionellen Palliativbasislehrgang in NÖ und leitete ihn.

Schon vor zehn Jahren engagierte sie sich, wie könnte es anders sein bei einer Pionierin, für Basiswissen und Grundhaltung zu Hospiz und Palliative Care in der Grundversorgung. Das Curriculum Palliative Geriatrie, das im dreijährigen Projekt „Hospizkultur und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen – HPCPH“ seit damals angewendet wird und sich sehr großer Beliebtheit und Akzeptanz erfreut, wurde von DDr.in Marina Kojer und Univ. Doz. Dr. Ulf Schwänke für den Landesverband Hospiz Niederösterreich erstellt. Gemeinsam mit dem Dachverband Hospiz Österreich setzte der Landesverband Hospiz Niederösterreich das Projekt in den ersten acht HPCPH Heimen in Niederösterreich um und stellte anschließend das Curriculum dem Dachverband Hospiz Österreich für die Verwendung in allen Bundesländern zur Verfügung.

Waltraud Klasnic, Präsidentin des Dachverbandes Hospiz Österreich, dankte in ihrer Rede Brigitte Riss und Hofrat Huber für den überaus engagierten Einsatz und den Beitrag zur Hospiz- und Palliativversorgung in Niederösterreich. „Der Dachverband Hospiz Österreich besteht aus vielen Gärten,“ meinte Klasnic, „in jedem Bundesland sind die Blumen verschieden. – Die Schneerose vor der Tür hier im Blumentrog ist ein Zeichen für den Frühlingsbeginn, Schneerosen blühen als eine der ersten im Jahreslauf. So wie Niederösterreich: dieses Land gehört auch, dank des Einsatzes von Brigitte Riss und Hofrat Huber, zu den ERSTEN in der Hospiz- und Palliativbewegung für Erwachsene und Kinder. Wir danken für die immer sehr kooperative und gelungene Zusammenarbeit!“

Gemeinsam mit Waltraud Klasnic gratulierte auch Mag.a Leena Pelttari MSc als Geschäftsführerin des Dachverbandes Hospiz Österreich herzlich.

Liebe Brigitte, wir danken dir herzlichen für deinen unglaublichen Einsatz und wünschen dir viel Freude für die kommenden Jahre!


Fotos: Copyright Landesverband Hospiz Niederösterreich

VSD Vorsorgedialog® – Szenische Darstellung für die Praxis

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Diese szenische Darstellung eines Vorsorgedialoggesprächs durch Darsteller*innen, die in ihrer Arbeit als Arzt/Ärztin und DGKP intensiv mit dem Thema beschäftigt sind, vermittelt ein Gefühl, was ein VSD als Instrument der vorausschauenden Planung sein kann, welche Themen zentral sind, wer beteiligt ist, und dass es sich um ein Gespräch auf Augenhöhe handelt.

Als Zuschauer*in kann man nachempfinden, dass der VSD im Krisenfall eine wichtige Unterstützung bei der Entscheidungsfindung ist, um den Willen der Bewohnerin/des Bewohners eines Pflegeheims umzusetzen und das Selbstbestimmungsrecht der Bewohner*innen dadurch zu stärken. Die Wünsche der Bewohner*innen werden wahr- und ernstgenommen.

Die szenische Darstellung zeigt sehr schön, dass das Besondere am Vorsorgedialog die Prozesshaftigkeit ist . Der VSD ist ein kontinuierlicher Prozess – von Vorbereitung, über Gespräch, Evaluierung, ….

Der VSD ist NICHT nur für die letzten Stunden vor dem Versterben. Man kann nicht erst kurz vor oder in der Krise beginnen, die Wünsche zu erheben. Der VSD gibt die Möglichkeit, so früh wie möglich die Wünsche der Bewohner*innen für ein gutes Leben im Heim und für die Zeit, wenn das Sterben absehbar ist, zu erfahren und aufzuschreiben, damit diese entsprechend umgesetzt werden können.

Man spürt in der szenischen Darstellung, dass hier nach dem Willen der Bewohnerin gehandelt wird, dass auch die Angehörigen in den Gesprächen wichtig sind, dass unnötige Krankenhauseinweisungen verhindert werden können, dass die Betreuenden dadurch ein Stück Rechtssicherheit gewinnen und vor allem, dass unnötiges Leid verhindert werden kann.

Vielen herzlichen Dank an die Darsteller*innen: Naida Dzaka MSc, Dr.in Annette Henry MAS, Daniel Marik, Mag.a Anna Pissarek, Dr. Harald Retschitzegger MAS, Dr. Gunther Riedl MAS, Gerda Schmidt, DGKP, MSc

Das Video (29:18 Min) wurde bei der Fachtagung zum VSD am 26.11.2019 aufgenommen, nachbearbeitet und gekürzt und am 17.2.2020 publiziert .

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