Menschen mit einer LGBTIQA+ Identität haben in ihrem Leben oft besondere Erfahrungen gemacht – dazu gehören mitunter auch Diskriminierung, Unsichtbarkeit oder das Gefühl, nicht vollständig angenommen zu werden. Gerade in sensiblen Lebensphasen wie schwerer Krankheit, Sterben und Trauer können solche Erfahrungen wieder spürbar werden. Umso wichtiger ist Hospiz- und Palliative Care sowie Trauerbegleitung, die Vielfalt anerkennt, respektiert, aktiv einbezieht und Themen, die oft nicht angesprochen werden, zeigt und benennt.

Für viele queere Menschen bedeutet dies, in ihrer Identität gesehen zu werden, ihre Lebensrealitäten ernst genommen zu wissen und, dass ihre selbstgewählten Zugehörigkeiten – wie die „Chosen Family“ – gleichwertig anerkannt werden. Eine offene, wertschätzende Haltung schafft Vertrauen und ermöglicht es, Bedürfnisse, Wünsche und Ängste frei zu äußern.

HOSPIZ ÖSTERREICH setzt sich dafür ein, dass alle Menschen, die in Österreich leben, auch würdevoll bis zuletzt begleitet werden. Deshalb braucht es auch Initiativen und Angebote, die speziell queere Personen ansprechen, um Sichtbarkeit zu ermöglichen, Wahlmöglichkeiten zu schaffen und manchmal auch einen „safe space“ anzubieten.

HOSPIZ ÖSTERREICH ist Mitglied eines internationalen Netzwerks im D-A-CH-Raum zum Austausch und zur gemeinsamen Projetentwicklung zum Thema LGBTIQA+ sensible Palliative Care.

Folgende Initiativen betreibt und fördert HOSPIZ ÖSTERREICH

Pilotprojekt „QUEER & TRAUER – Begleitete Trauergruppe für queere Menschen“

Ab September 2026 findet in Wien erstmals eine Trauergruppe für queere Menschen statt. Diese Trauergruppe versteht sich als zusätzliches Angebot zu bestehenden und etablierten Trauerangeboten und ist ein gemeinsames Pilotprojekt von HOSPIZ ÖSTERREICH, der Beratungsstelle Courage* und der Kontaktstelle Trauer des Caritas Hospizes Wien.

Diese Gruppe richtet sich ausdrücklich an queere Menschen (LGBTIQA+), die einen Verlust durch Tod einer Person der Herkunfts- oder Wahlfamilie erlebt haben. Die Gruppe bietet einen wertschätzenden Raum, in dem die Trauer nach dem Tod eines wichtigen Menschen ihren Platz bekommt – genauso wie die Identität, Beziehungen und Lebensrealitäten.

Nähere Informationen und Informationen zur Anmeldung finden Sie hier.

HOSPIZ ÖSTERREICH unterstützt auch eine wissenschaftliche Begleitforschung dieses Projektes.

Broschüre Providing LGBT-inclusive Palliative & End of Life Care

Aktuell (2026) wird die BroschüreProviding LGBT-inclusive Palliative & End of Life Care.  Recommendations for health & social care practitioners, organisations and policy makers“ der EAPC auf Deutsch übersetzt.

Die Veröffentlichung der deutschsprachigen Fassung ist für Herbst 2026 geplant.

Arbeitsgruppe

Geplant ist eine österreichweite, organisationsübergreifende Arbeitsgruppe mit den Zielen,

  • queeres Leben im Hospiz- und Palliative Care Kontext sichtbar(er) zu machen
  • Rahmenbedingungen zu benennen, um mögliche Hürden in der Hospiz- und Palliativversorgung zu identifizieren und abzubauen
  • Forschung im Kontext von LGBTIQA+ und Lebensende zu fördern

Sie haben Fragen oder möchten in Kontakt treten?

Wir freuen uns auf Ihre E-Mail

Studie LGBTQIA+ & Hospiz und Palliative Care

Worum geht es in der Studie?

Die bedürfnisgerechte Versorgung von Personen mit LGBTQIA+- Identität – also von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, intergeschlechtlichen und weiteren Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten – ist auch in der Hospiz- und Palliativversorgung ein wichtiges Thema.

International liegen bereits wissenschaftliche Untersuchungen zu den Erfahrungen und Bedürfnissen queerer Menschen in der Palliativ- und Hospizversorgung vor. Für den deutschsprachigen Raum gibt es bislang jedoch nur sehr begrenzte Erkenntnisse. Hier setzt die Studie „LGBTQIA+ in palliative and hospice care: A cross-sectional study among healthcare professionals in German-speaking countries (LGBTQIA+ & Palliative Care)” an.

Die Studie untersucht Wissen, Erfahrungen und Einstellungen von Fachpersonen im Umgang mit queeren Menschen in der Palliativ- und Hospizversorgung in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Wir laden Sie zur Teilnahme ein!

Wenn Sie in der Palliativ- oder Hospizversorgung bzw. in Settings, in denen das Lebensende Thema ist (z.B. auch Alten- und Pflegeheimen, Kliniken etc.), tätig sind, laden wir Sie herzlich ein, an unserer Studie teilzunehmen.

Die Teilnahme erfolgt über einen Online-Fragebogen und dauert etwa 15–20 Minuten. Die Teilnahme ist freiwillig und die Befragung erfolgt vollständig anonym. Der Fragebogen kann vom bis einschließlich 30. November 2026 ausgefüllt werden.

Schon bald geht es hier zum Fragebogen:

Unterstützung der Studie

Die Studie wird von zentralen Fachgesellschaften und Dachverbänden der Hospiz- und Palliativversorgung im deutschsprachigen Raum unterstützt:

  • HOSPIZ ÖSTERREICH
  • Österreichische Palliativgesellschaft (OPG)
  • Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)
  • palliative.ch
  • Deutscher Hospiz- und PalliativVerband (DHPV)

Studienautor:innen

  • Dipl. Psych.in Anne Baumann, Zentrum für Palliativmedizin, Uniklinik Köln
  • Dr. Yann-Nicolas Batzler, MSc, Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen
  • Florian Bernhardt, Universitätsklinikum Münster
  • Dr. Axel Doll, Zentrum für Palliativmedizin, Uniklinik Köln
  • KD Dr. med. Beat Müller, MSc, Luzerner Kantonsspital
  • Assoz. Prof.in Dr.in Elisabeth Reitinger, Institut für Pflegewissenschaft, Universität Wien
  • Rainer Simader, MSc, HOSPIZ ÖSTERREICH

Ethische Prüfung der Studie

Vor Beginn der Studie wurde für alle drei beteiligten Länder – Deutschland, Österreich und die Schweiz – geklärt, ob für das Forschungsvorhaben ein formeller Ethikantrag bzw. ein Ethikvotum erforderlich ist.

Die jeweils zuständigen Stellen kamen zu dem Ergebnis, dass für die Studie in der vorgelegten Form kein formeller Ethikantrag bzw. kein Ethikvotum erforderlich ist.

  • Deutschland – Ethik-Kommission Westfalen-Lippe: Aktenzeichen: 2026-351-f-N
  • Österreich – Institutional Review Board (IRB) der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Wien: Research Ethics Screening: Confirmation-1738
  • Schweiz – Ethikkommission Nordwest- und Zentralschweiz (EKNZ): BASEC-ID: Req-2026-00999