Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Österreich

Neue Studie: Nur noch 35% für assistierten Suizid

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Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut FOCUS Austria hat in einer Pressekonferenz am 15. Juni 2021 eine neue Grundlagenstudie zur “Sterbehilfe” vorgestellt. Die Ergebnisse dieser dritten Studie seit der Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) im Dezember 2020 unterscheiden sich zum Teil stark von den Vorgängerstudien (Meinungsforschungsinstitut INTEGRAL und Ludwig Boltzmann Institute Digital Health and Patient Safety). Wie so oft hängt es von den Fragen ab, die gestellt werden.

2.002 Personen, repräsentativ für ganz Österreich, wurden über Online Interviews von 21.-28. Mai 2021 befragt. Was die vorliegende Studie auszeichnet, ist die differenzierte Abfrage zu den unterschiedlichen Formen von „Sterbehilfe“, ohne den Fokus auf das Urteil des VfGH zu legen. In diesem Sinn unterscheidet diese Studie viel genauer zwischen den bereits jetzt möglichen Formen (wie z.B. Beenden lebenserhaltender Maßnahmen, Gabe von Medikamenten auch mit dem Risiko der Lebensverkürzung) und umstrittener Formen wie assistierter Suizid und Tötung auf Verlangen.

Laut dieser durchgeführten Studie befürworteten nur 35% der Bevölkerung die Möglichkeit des assistierten Suizids und bloß 31% die Tötung auf Verlangen.

Übrigens gehen laut dieser Studie über 70% der Österreicher*innen davon aus, dass es trotz gesetzlicher Regelungen zum assistierten Suizid zu Missbrauch kommen wird.

Die Studie im Detail finden Sie –>> hier.

Was können Sie tun? Mit uns gemeinsam mit Menschen über das sprechen, was Hospiz- und Palliativversorgung ist und kann

 

Evaluierungsergebnisse der Pilotierung des VSD Vorsorgedialogs® in österreichischen Alten- und Pflegeheimen 2017 – 2020

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Die Pilotphase der Umsetzung des VSD Vorsorgedialogs® in Alten- und Pflegeheimen mit einer guten Hospizkultur erstreckte sich von 1.1.2017–30.11.2020. Dreiundzwanzig Heime sammelten über einen Zeitraum von 11 – 30 Monaten vorrangig quantitative und ergänzend qualitative Daten mittels Fragebogen. Von den über 50 Heimen, die den VSD Vorsorgedialog® integriert haben, nahmen 23 an der Evaluierung teil. In die Auswertung wurden nur jene Heime aufgenommen, die den VSD genau in der Weise durchführten, wie er vorgesehen ist. Das betrifft vor allem die durchgehende Anwesenheit der Ärzt*innen, die aufgrund der noch fehlenden Honorierung besonders schwierig zu organisieren bzw. unmöglich ist. Neun Heime, die jeweils zwischen 9 und 113 VSD Gespräche führten, aus vier Bundesländern (NÖ, Steiermark, Tirol, Wien) mit insgesamt 402 VSD Gesprächen wurden in die Evaluierung aufgenommen.

Der VSD Vorsorgedialog® wird als Instrument, um den Bewohner*innenwillen von entscheidungsfähigen und nicht entscheidungsfähigen Bewohner*innen zu ermitteln und entsprechend zu dokumentieren, überwiegend positiv bewertet. Gleichzeitig ist die Durchführung fordernd. In Krisensituationen konnte in vielen Fällen auf der Basis des im Vorsorgedialog vereinbarten Bewohner*innenwillens gehandelt werden.

Sehr deutlich wurde in der Evaluierung, dass VSD Gespräche in der Form, wie sie vorgesehen sind, bisher fast nur mit zugekauften Palliativmediziner*innen oder angestellten Heimärzt*innen mit palliativmedizinscher Kompetenz durchgeführt werden konnten. Hausärzt*innen können den großen Zeitaufwand ohne Honorierung nicht umsetzen. Daher konnten, wie schon erwähnt, nur neun der 23 teilnehmenden Heime in die Evaluierungsauswertung aufgenommen werden, da nur diese Heime den VSD mit einer durchgängigen Präsenz von Medizin und Pflege, einschließlich Dokumentation, umsetzten. Laut Jurist*innen ist die Rechtssicherheit umso mehr gegeben, je genauer die Prozessschritte der VSD Gespräche wie vorgesehen eingehalten werden. Eine weitere zentrale Erkenntnis ist, dass die VSD Gespräche inklusive Vor- und Nachbereitung für die Betreuenden sehr fordernd sind und dass es essenziell ist, dass eine gute Hospizkultur in der Einrichtung vorhanden ist, auf die sie sich stützen können. Das bedeutet:

  • dass es ausreichend Knowhow, Sicherheit und Erfahrung mit den Themen Schmerzlinderung, Sterben, Tod, Trauer bei den Mitarbeiter*innen gibt,
  • dass die Themen zu Hospiz und Palliative Care in den täglichen Prozessen und Abläufen gut integriert sind und von der Leitung mitgetragen werden.

Eine Leitende formuliert es folgendermaßen: „Gerade das Einschätzen, ob und wie ein Mensch fähig ist seinen Willen zu äußern, braucht eine besondere Achtsamkeit, Respekt und Geduld und ein entsprechendes Verständnis für Angehörige und andere Beteiligte.“

Der VSD Vorsorgedialog braucht die Finanzierung der Leistungen von Medizin und Pflege. NUR DANN wird seine Umsetzung realisierbar zum Wohle der Patient*innen, der Angehörigen und Vertrauenspersonen und der Mitarbeiter*innen.

Ergebnisse Evaluation Langfassung als *.pdf
Ergebnisse Evaluation Kurzfassung als *.pdf
ppt Präsentation der Ergebnisse der Evaluation als *.pdf
Kostenberechnung zum VSD durch das NPO Institut der WU Wienals *.pdf

KONTAKT:
Maria Eibel, BSc MA MBA, Projektkoordination HPC in der Grundversorgung, maria.eibel@hospiz.at
Dr.in Sigrid Beyer, Bereichsleitung HPC in der Grundversorgung, sigrid.beyer@hospiz.at

4. österreichweites Arbeitstreffen Hauskrankenpflege im Zentrum (HiZ)

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Viel gearbeitet wurde beim 4. österreichweiten Arbeitstreffen Hauskrankenpflege im Zentrum (HiZ), das von 7.-8. Juni 2021 zur großen Freude aller in PRÄSENZ in Wien stattfinden konnte.

Die Verantwortlichen aus den Bundesländern Kärnten, Oberösterreich, Steiermark und Vorarlberg, die Vertretungspersonen der Träger und Krankenpflegevereine, Hospiz Österreich, Prof. Dr. Grossmann als Organisationsentwicklungsberater und das Kompetenzzentrum der WU Wien, das die Evaluierung durchführt, haben intensiv kooperiert und sich vernetzt. Wissen und Knowhow wurden vertieft und weiter entwickelt im Sinne der jeweiligen Projektumsetzung im Bundesland.
Es ging unter anderem um
• zentrale Projektereignisse seit November 2020
• die konkrete Projektstruktur in jedem Bundesland
• bundeslandspezifische Organisationsberatung zu aktuell herausfordernden Themen im Projekt
• die Möglichkeit, sich in Projektmaßnahmen von anderen zu vertiefen.

Die Einführung in den VSD Vorsorgedialog® in der mobilen Pflege und Betreuung zu Hause gelang durch den Austausch mit zwei Wiener Kolleg*innen aus HPC Mobil Wien (Susanne Csengel, PDL Caritas der ED Wien, und Mag. Tomasz Tobolski, Palliativbeauftragter Volkshilfe Wien) besonders praxisnah.

Weitere wichtige Themen waren die Evaluierung und die HPC Mobil – Online Workshops für Trainer*innen, die es erstmals geben wird.

Vieles ist über Zoom möglich, doch das Arbeiten in Präsenz hat es uns allen erlaubt, in einen wesentlich intensiveren Arbeitsprozess zu gehen. Einige Bilder aus den Bundesländerteams vermitteln die Freude am Tun und an der Umsetzung dieser wichtigen Themen.

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Tätigkeitsbericht 2020

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Am 9. Juni 2011 fand im Anschluss an die Vorstandssitzung die jährliche Generalversammlung des Dachverbandes Hospiz Österreich statt.

Waltraud Klasnic und Leena Pelttari präsentierten den Tätigkeitsbericht für das Jahr 2020 und hielten Rückblick auf das erste Halbjahr 2021.

Neben allen Änderungen und Anpassungen, die die SARS-CoV2 Pandemie mit sich brachte, beschäftigt(e) uns besonders das Urteil des Verfassungsgerichtshofs zum assistierten Suizid und mögliche Weg zur Regelfinanzierung der Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich.

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1. Juni – Österreichischer Kinderhospiz- und Palliativtag

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In Österreich leben rund 5000 Kinder und Jugendliche mit einer lebensverkürzenden Erkrankung. In der Öffentlichkeit sind sie und ihre Familien wenig beachtet – Krankheit und Tod von Kindern und Jugendlichen sind nach wie vor ein gesellschaftliches Tabuthema. Um dem etwas entgegen zusetzen ruft Hospiz Österreich den Österreichischen Kinderhospiz- und Palliativtag ins Leben. „Mit diesem Tag wollen auf die Situation schwerkranker Kinder und ihrer Familien aufmerksam machen und die Arbeit der Hospiz- und Palliativeinrichtungen für Kinder vorstellen. Damit wollen wir einmal im Jahr diesen sensiblen Bereich in den Fokus rücken“, so Waltraud Klasnic, Vorsitzende Dachverband Hospiz Österreich.

Pressekonferenz am 1. Juni 2021

Hospiz Österreich führte diesen Gedenktag mit einer Pressekonferenz und einer begleitenden Presseaussendung ein. Die Pressekonferenz fand am 1. Juni 2021 im Online-Raum des Presseclubs Concordia auf der Plattform „Zoom“ statt.

Sprecherinnen waren:

  • Waltraud Klasnic, Vorsitzende Dachverband Hospiz Österreich
  • Dr.in Martina Kronberger-Vollnhofer MSc (Palliative Care), Kinderhospizbeauftragte des Dachverbandes Hospiz Österreich, Leitung MOMO, Wiens mobiles Kinderhospiz und Kinderpalliativteam
  • Renate Hlauschek MMSc (Palliative Care, Pflegemanagement), Leitung KI-JU-PALL NÖ (Kinder- und Jugend-Palliativteam), Leitung Universitätslehrgang Palliative Care in der Pädiatrie, geschäftsführende Vorsitzende MOKI NÖ

In ihren Statements betonten sie die Wichtigkeit der spezialisierten Hospiz- und Palliativeinrichtungen, die mit ihrer Multiprofessionalität auf die Bedürfnisse schwerkranker Kinder und ihrer Familien eingehen und so zur Verbesserung von Lebensqualität und zur Entlastung beitragen.

Alle Unterlagen zur Pressekonferenz finden Sie hier

Der*die Seiltänzer*in als Symbol

Ein*e Seiltänzer*in ist das Symbol für diesen Tag und drückt aus, dass der Alltag von Familien mit unheilbar kranken Kindern einem ständigen Balanceakt gleicht – zwischen Leben und Tod, Hoffnung und Verzweiflung, Freud und Leid, guten und weniger guten Tagen,… Tragen und getragen werden – darum geht es in der Zeit der Krankheit, des Sterbens und der Trauer. Hospiz- und Palliativeinrichtungen tragen in schwierigen Zeiten mit und fangen auf.

Unser kurzes Video füllt das Logo mit Leben.

Situation in Österreich

32 spezialisierte pädiatrische Hospiz- und Palliativeinrichtungen setzen in ganz Österreich ihr Knowhow für die Betreuung und Begleitung von Familien mit schwerstkranken Kindern ein. 2020 haben die 15 Mobilen Kinder-Palliativteams über 6.400mal schwerkranke Kinder und ihre Familien besucht. Die 12 Kinder-Hospizteams haben mit über 1.000 Besuche die Kinder, deren Geschwister und Eltern unterstützt. Auf Pädiatrischen Palliativbetten wurden 109 Patient*innen und ihre Familien in Krisensituationen liebevoll betreut und begleitet. Das Stationäre Kinder-Hospiz mit psychosozialer Ausrichtung hat 48 Patient*innen und ihre Familien für einen Entlastungsaufenthalt aufgenommen. Therapie-, Erholungs- und Urlaubsangebote ergänzen das Angebot, indem sie den schwerkranken Kindern und ihren Familien Entlastung bieten. Trauerangebote unterstützen in der Zeit der Trauer.

Machen Sie mit!

Unser Elan, den Österreichischen Kinderhospiz- und Palliativtag in diesem Jahr mit einer großen Veranstaltung oder öffentlichen Aktionen einzuführen, wird heuer durch Corona gebremst. Das wird aber in der Zukunft wieder möglich sein, und so laden wir Sie heute schon ein, den 1. Juni vorzumerken und in den nächsten Jahren an unseren Aktionen, die in allen Bundesländern stattfinden werden, teilzunehmen. Wir freuen uns, bereits im nächsten Jahr mit Ihrer Beteiligung ein sichtbares Zeichen der Solidarität für lebensverkürzt erkrankte Kinder und ihre Familien zu setzen!

BM Karoline Edtstadler besucht den Universitätslehrgang Palliative Care

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Karoline Edtstadler, Ministerin für Europa und Verfassung, besuchte am 28.5.2021 die Träger*innen des Universitätslehrgangs Palliative Care. Sie überzeugte sich in einem Arbeitsgespräch mit Geschäftsführerin Leena Pelttari (Dachverband Hospiz Österreich), Direktor Jakob Reichenberger (St. Virgil), Rektor Wolfgang Sperl und Kanzlerin Lydia Gruber (beide Paracelsus Medizinische Privatuniversität) und Lehrgangsleiterin Doris Schlömmer vom wichtigen Beitrag, den der Lehrgang für die qualitätsvolle Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich leistet.

Seit dem Entscheid des Verfassungsgerichtshofs zum assistieren Suizid vom Dezember 2020 ist das sensible Thema des Lebensendes wieder verstärkt in der Diskussion. Die wichtige Botschaft der Träger*innen des ULG an die Politik: Palliative Grundversorgung soll in allen Pflege- und Gesundheitseinrichtungen geleistet werden. Angebote müssen leistbar, flächendeckend und wohnortnah sein. Dafür braucht es exzellente Ausbildung in diesen Berufsfeldern, die der ULG Palliative Care seit 2006 in Österreich leistet. Wesentliche Aufgabe einer Palliativ-Betreuung ist es, Menschen Ängste zu nehmen: vor allem die Angst vor Schmerzen und vor dem Alleinsein und ein Sterben in Würde ohne Zwänge zu ermöglichen.

Der Dachverband Hospiz Österreich, St. Virgil und die PMU nehmen sich schon seit Jahren – lange vor der aktuellen Diskussion – dieser wichtigen Thematik an. Mit dem europaweit einzigartigen Universitätslehrgang, der seit 2006 besteht, konnte der Aufbau der Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich entscheidend mitgeprägt werden. https://ulg-palliativecare.at/

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© Fotos: BKA/Andy Wenzel

Ja zum Leben bis zuletzt – Nein zur Beteiligung am Töten

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„Die Hospizbewegung sieht es als ihre zentrale Aufgabe, ein Leben bis zuletzt lebenswert und mit bestmöglicher Lebensqualität zu gestalten. In diesem Bemühen orientieren wir uns am Willen des Patienten. Dabei zeigen unsere jahrzehntelangen Erfahrungen, dass die Selbstbestimmung Sterbender in Beziehung zum sozialen Umfeld gesehen werden muss (relationale Autonomie) und sich verändern kann und darf. Wir sind nicht nur Einzelwesen, sondern eingebettet in Gemeinschaft.

Angesichts der Entscheidung des VfGH sind wir in Sorge, dass vulnerable Menschen unter Druck geraten, assistierten Suizid in Anspruch zu nehmen, um anderen nicht zur Last zu fallen. Wir haben auch Sorge, dass Beihilfe zur Tötung zu einer medizinischen Dienstleistung wird, die eingefordert werden kann und damit das Selbstverständnis der helfenden Berufe erschüttert. Aus diesen und anderen Gründen hat sich Hospiz Österreich immer gegen die Legalisierung der Beihilfe zum Suizid ausgesprochen.

Ein geäußerter Tötungswunsch ist oft ein Hilfeschrei und Ausdruck von existentiellem Leiden. Geäußerte Sterbewünsche sind ernst zu nehmen und Aufforderung zum Dialog. Wir wissen, dass sich der Wunsch nach assistiertem Suizid oft in dem Maß reduziert, in dem Menschen wirksame Linderung von Schmerzen, Zuwendung und Entlastung erfahren.

Im Vorstand des Dachverbands Hospiz Österreich haben wir uns in den vergangenen Monaten intensiv mit den Herausforderungen neuer Gesetze beschäftigt. Auf dieser Basis setzen wir uns im Dialogforum des Justizministeriums in der kommenden Woche für möglichst klare Regelungen zur Eingrenzung von Missbrauch ein. Wir als Hospizbewegung fördern den Ausbau von Hospiz- und Palliativangeboten und beteiligen uns an einer guten Entwicklung der Sorgekultur in unserem Land. Dabei werden wir auch künftig eine Grenze nicht überschreiten: Die Beteiligung am Töten.“ (Tiroler Tageszeitung vom 24./25.4.2021)

So formuliert Werner Mühlböck, Geschäftsführer der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft und Vorstandsmitglied im Dachverband Hospiz Österreich, die Position der Hospizbewegung und damit auch des Dachverbandes Hospiz Österreich.

Werner Mühlböck leitet die Arbeitsgruppe zum assistierten Suizid im Vorstand des Dachverbandes Hospiz Österreich und vertrat Hospiz Österreich im Rahmen des „Dialogforums Sterbehilfe“ im Justizministerium. Die Beratungen und der Austausch fanden vom 26.-30.4.2021 online statt. Den letzten abschließenden Termin am 30.4. nahm Waltraud Klasnic als Vorsitzende des Dachverbandes Hospiz Österreich wahr.

„Beim VSD Vorsorgedialog® gibt es nur Gewinner*innen,“

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war eine Aussage eines teilnehmenden Palliativmediziners. Am 9.3.2021 und am 19.4.2021 fanden die ersten beiden eintägigen VSD Vorsorgedialog® Schulungen von Hospiz Österreich statt, geleitet von Sonja Thalinger MSc und Dr.in Annette Henry MSc. Neu war einerseits das Angebot selbst, andererseits die Art der Durchführung, nämlich online. Maria Eibel BSc MA MBA von Hospiz Österreich sorgte für die perfekte technische Umsetzung.

29 VSD Moderator*innen sind nun startklar für die Integration des VSD in ihrem Bundesland im Rahmen der HPCPH Projekte (Hospizkultur und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen) und in Alten- und Pflegeheimen, die nachweislich eine gute Hospizkultur haben. Ebenfalls ausgebildet wurden 8 VSD Moderator*innen für die mobile Pflege und Betreuung zuhause, da die vier Wiener HPC Mobil Träger, der Arbeiter Samariter Bund Wien, die CS Caritas Socialis, die Volkshilfe Wien und die Caritas der ED Wien von Februar 2021 bis August 2023 den VSD in der mobilen Betreuung erstmals in Österreich pilotieren. Dieses Projekt von Hospiz Österreich wird von Univ. Prof. Dr. Ralph Grossmann begleitet, vom Institut NPO Kompetenzzentrum für Nonprofit Organisationen und Social Entrepreneurship der WU Wien evaluiert, vom Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) anteilig gefördert.

Die VSD Moderator*innen stehen für die Umsetzung bereit. Immer dringlicher wird die Finanzierung der VSD Vorsorgedialoggespräche, damit diese realisierbar werden. Die Herausforderungen rund um die COVID-19 Pandemie bringen vermehrt Krisensituationen mit sich. Sowohl in den Alten- und Pflegeheimen wie in der mobilen Pflege und Betreuung zu Hause zeigt sich, dass eine vorausschauende Planung, wie sie im VSD Vorsorgedialog® festgehalten wird, essentiell ist, um nach dem Willen und dem Wunsch der Klient*innen handeln zu können und unnötige, für die Klient*innen sehr belastende Krankenhaustransporte und -aufenthalte verhindern zu können.

Wir danken dem BMSGPK für die finanzielle Unterstützung dieser Schulungen!

Foto: Copyright Eva Brunner
Logo Universitätslehrgang Palliative Care

Medizinisch-therapeutische Berufe in der abgestuften Hospiz- und Palliativversorgung: Ein neuer Vertiefungslehrgang des ULG Palliative Care

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Logo Universitätslehrgang Palliative Care

„Die Arbeit des professionellen Teams ist, dass wir alles tun, dem Patienten ‚Leben‘ zu ermöglichen, bevor er stirbt – unter Berücksichtigung seines maximalen Potentials, den Grenzen seiner körperlichen und psychischen Möglichkeiten und der Selbstkontrolle und Unabhängigkeit, wann immer auch möglich.“ (Dame Cicely Saunders).

Körperliche Aktivität, soziale Partizipation, Selbstständigkeit und Selbstbefähigung gehören zu äußerst wichtigen Parametern der Lebensqualität von Menschen mit schweren Erkrankungen. Genau mit diesen Aspekten beschäftigen sich die Berufsgruppen Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Diätologie. Kolleg*innen dieser Berufsgruppen arbeiten teilweise in der spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung und oft und immer häufiger auch in der Grundversorgung mit Patient*innen im letzten Lebensabschnitt.

Das neue multiprofessionelle Level II des Universitätslehrganges Palliative Care spricht genau jene Therapeut*innen an, die mit Menschen am Lebensende arbeiten. Der Umfang beträgt 19 Seminartage (davon 7 online) und 30 ECTS-Punkte. Es kann als alleinstehende Fortbildung oder auch im Rahmen des gesamten Masterstudiums gebucht werden.

Nähere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie unter https://www.ulg-palliativecare.at/studium/vertiefungslehrgang-medizinisch-therapeutischeberufe/.

Lehrgangsbegleiter*innen sind Brigitte Loder Fink, Ergotherapeutin aus Graz und Dozentin an der FH Joanneum Graz, und Rainer Simader, Physiotherapeut und Leiter des Bildungswesens im Dachverband Hospiz Österreich aus Wien.

Letzte Hilfe Kurse

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„Statistisch gesehen brauchen wir wahrscheinlich öfter einen Letzte Hilfe Kurs im Leben als einen Erste Hilfe Kurs. Aber viele Menschen tun sich nach wie vor schwer, sich mit dem eigenen Lebensende zu beschäftigen“, sagen Stefan Dinges und Manuela Straub, die „Letzte Hilfe Österreich“ mitgegründet haben.

Letzte Hilfe Kurse sind eine in Umfang und Inhalt klar strukturierte Schulungsmaßnahme für die breite Öffentlichkeit und dauern ca. 4 Stunden. Letzte Hilfe Kurse möchten Menschen gezielt informieren und ins Gespräch bringen, über das, was Sterben überhaupt ist und wie es vor sich geht, wie wir für uns selbst und für andere Vorsorge und Entscheidungen treffen können (z.B. durch Patientenverfügung und Vorsorgedialog®). Die Kurse zeigen auch, wie am Lebensende belastende Symptome und Leid gelindert und was Angehörige dazu beitragen können und schließlich, wie ein guter Abschied gelingen kann und was Trauer überhaupt ist. Mittlerweile werden diese wissenschaftlich evaluierten und niederschwelligen Angebote in 17 Ländern der Welt und in unterschiedlichen Sprachen angeboten und ständig weiterentwickelt.

Die Idee zu den Letzte Hilfe Kursen ist übrigens in Wien entstanden: Dr. Georg Bollig, ein deutscher Palliativmediziner, der damals im Rote Kreuz-Pflegeheim in Bergen/Norwegen gemeinsam mit Stein Husebö arbeitete, hat diesen Bedarf nach Weiterbildung für Alle im Rahmen seiner Abschlussarbeit (MAS Palliative Care, IFF) im Jahr 2008 erstmals beschrieben. Aus dieser Idee wurden mittlerweile viele tausende Kursteilnehmer*innen weltweit und ebenfalls tausende Kursleiter*innen, die die Themen rund um das Lebensende, Sterben und Tod der breiten Bevölkerung nahebringen.

Kursleiter*innen können Personen aus den Gesundheitsberufen werden, die eine hospizliche bzw. palliative Ausbildung und eine Kursleiterschulung absolviert haben. Manuela Straub, Stefan Dinges und Georg Bollig haben vor kurzem für den Vorstand und das Team des Dachverbandes Hospiz Österreich einen Online Letzte Hilfe Kurs abgehalten. Das Credo danach war klar: der Dachverband sieht hier Potential, dass mit diesen Kursen auch die Idee von Hospiz und Palliative Care in der Öffentlichkeit bekannter gemacht werden kann.

Wenn Sie nähere Informationen haben möchten, besuchen Sie die Website von Letzte Hilfe Österreich: https://www.letztehilfeoesterreich.at/

Der Dachverband Hospiz Österreich begrüßt das Angebot von Letzte-Hilfe-Kursen als hilfreiche Möglichkeit, den Umgang mit Themen rund um das Lebensende in der allgemeinen Bevölkerung zu verbessern. Der Kurs ersetzt keinen Befähigungskurs für ehrenamtliche Hospizbegleiter*innen oder professionelle Hospiz- und Palliative Care Aus- und Weiterbildungen.

Hinweis aus aktuellem Anlass: Bitte beachten Sie, dass Letzte Hilfe Österreich einen völlig anderen Zugang als „Letzte Hilfe – Verein für selbstbestimmtes Sterben“ vertritt. Es bestehen keine gemeinsamen inhaltlichen Anliegen und keine Verbindung zwischen beiden Organisationen.

Bild Logo vom Letzte Hilfe Österreich

Preisträgerinnen Hildegard Teuschl Preis

Hospiz und Palliative Care: Leidenschaft trifft Wissenschaft. Verleihung Hildegard Teuschl Preis

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Preisträgerinnen Hildegard Teuschl Preis

Am 3. März 2021 verlieh der Universitätslehrgang Palliative Care (Kooperation von Paracelsus Medizinischer Privatuniversität, Dachverband Hospiz Österreich und St. Virgil Salzburg) in einer feierlichen Online-Veranstaltung den Hildegard Teuschl Preis. Der mit insgesamt 6.000 Euro dotierte Preis zeichnet herausragende wissenschaftliche Arbeiten und innovative Projekte im Kontext Hospiz und Palliative Care aus.

Die Jury, die 2020 aus Dr. Karl Bitschnau (Hospiz Vorarlberg), Prof. Dr. Johannes Meran (Krankenhaus der Barmherzigen Brüder/Wien), Dr. Patrick Schuchter (Kardinal König Haus) und Mag.a Sr. Karin Weiler CS (Bereichsleitung Sozial Pastorale Dienste, Werte und Ehrenamt der Caritas Socialis) bestand, wählte aus den 22 Einreichungen folgende Gewinner*innen:

  1. Preis 

Den 1. Preis nahm Mag.a Christine Hintermayer stellvertretend für die vier Organisationen Arbeiter Samariterbund Wien, Caritas der Erzdiözese Wien, CS Caritas Socialis und Volkshilfe Wien für das Projekt „Hospizkultur und Palliative Care in der mobilen Pflege und Betreuung (HPC Mobil) wirkt weiter“ entgegen.

Ausgezeichnet wurde die trägerübergreifende Nachhaltigkeitsgruppe. Sie hat es sich mit großer Leidenschaft zur Aufgabe gemacht, auch nach dem Ende des vom Dachverband Hospiz Österreich initiierten und geleiteten Projekts trägerübergreifend die Zusammenarbeit der Palliativbeauftragten und der HPC-Mobil-Trainer*innen zu fördern, die Vernetzung mit Hausärzt*innen, Entlassungsmanagement, spezialisierten Hospiz- und Palliativeinrichtungen voranzutreiben und die Inhalte von HPC Mobil weiter zu geben. Die Ergebnisse aus der Evaluierungsstudie des Projektes HPC Mobil, durchgeführt vom NPO Institut der WU Wien, zeigen, dass die Mitarbeiter*innen jetzt mehr Wünsche und Bedürfnisse der Kund*innen erfassen, Beobachtungen mehr dokumentieren und so in Folge besser einschätzen können, wann bei Kund*innen das Sterben absehbar ist.

Ein Interview mit den Preisträger*innen gibt einen vertieften Einblick in das Projekt.

  1. Preis

Der 2. Preis ging an die Palliativmedizinerin Dr.in Renate Riesinger, MSc für ihre Masterarbeit im Rahmen des Universitätslehrgangs Palliative Care „Schwerer ischämischer Schlaganfall – Herausforderungen für Zugehörige und Behandlungsteams“.

In ihrer Masterarbeit beschreibt Dr.in Renate Riesinger, Palliativmedizinerin am Krankenhaus Ried im Innkreis, Kompetenzen, die Teammitglieder von Stroke Units (Abteilungen, die Patient*innen mit akuten Schlaganfällen betreuen) brauchen, um mit Themen des Lebensendes adäquat umgehen zu können. Dies sind z.B. Wissen und Strategien, um Therapiezieländerungen und Entscheidungen über Therapien am Lebensende ohne ethische oder rechtliche Bedenken treffen zu können. Eine enge Zusammenarbeit mit palliativmedizinischen Einrichtungen kann hier hilfreich sein, um Behandlungsteams sowie Zugehörige in Kommunikation und Entscheidungsfindung zu unterstützen, aber auch, um Menschen mit schwerem Schlaganfall angemessen zu betreuen.

  1. Preis

Sabine Walzer von der CS Caritas Socialis Wien erhielt für das Projekt „Leuchtturm, ein Projekt, das die beiden Kernthemenfelder ‚Demenz‘ und ‚Palliative Care‘ verbindet“, den 3. Preis.

Mit dem abgeschlossenen Projekt Leuchtturm der CS Caritas Socialis in Wien werden die beiden Kernthemenfelder ‚Demenz‘ und ‚Palliative Care‘ verbunden, da bei einer sehr großen Kund*innengruppe beides relevant ist.

Das Palliative Care Knowhow der Pflegepersonen ist durch die HPC – Projekte bereits gut etabliert, das Wissen über Demenz wird laufend gefördert und gefestigt. Auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit und das Verständnis der verschiedenen Berufsgruppen füreinander – inklusive der ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen – hat sich gut gestaltet. Die Ziele des Projektes waren

  • Stärkung der vorausschauenden Planung bei Menschen mit Demenz
  • Bessere Einbindung von Angehörigen insbesondere in den letzten Lebenswochen
  • Verbesserung der Lebensqualität insbesondere bei herausforderndem Verhalten
  • Raschere Adaption der Medikation und bessere Berücksichtigung einer eventuellen Schmerzsituation
  • Ausbau der Kapazitäten Psychologie, Gerontopsychiatrie
  • Schaffung von Austauschmöglichkeiten zwischen Palliativmediziner*innen, Psychologinnen, Gerontopsychiater*in und den Teams

Leena Pelttari, Geschäftsführerin des Dachverbandes Hospiz Österreich und Vorsitzende des Steuerungsgremiums für den Universitätslehrgang Palliative Care, betonte die Wichtigkeit der Bildungsarbeit als Qualitätssicherung: „Bisher haben knapp 5.000 Mitarbeiter*innen den Interprofessionellen Palliativbasislehrgang absolviert und fast 200 sind bereits Master of Science im multiprofessionellen und international anerkannten Universitätslehrgang Palliative Care. Europaweit gesehen sind wir hier im Spitzenfeld.“

Die Laudatio hielt Sr. Karin Weiler CS, Bereichsleitung Sozial Pastorale Dienste, Werte und Ehrenamt der Caritas Socialis. Sie erinnerte an Hildegard Teuschl und wie sehr die vorgestellten Projekte mit ihren innovativen, fachübergreifenden und den Menschen zugewandten Aspekten den Geist der Hospizpionierin verkörpern, die Namensgeberin des Preises ist.

Studiengangsleiterin Doris Schlömmer informierte zu Neuigkeiten im Universitätslehrgang Palliative Care, wie die erfolgte Re-Akkreditierung und den innovativen Alumni Club.

Waltraud Klasnic, Vorsitzende des Dachverbandes Hospiz Österreich, schloss die Preisverleihung ab, mit viel Wertschätzung für die Leidenschaft und die Liebe zu den anvertrauten Menschen, die bei den Preisträger*innen sichtbar wird.

Die Stifterin des Preises, Maja Dornier, selbst auch Absolventin des Unilehrgangs, war ebenfalls anwesend und drückte ihre Begeisterung über die ausgezeichneten Projekte aus.

Rainer Simader, Bereichsleiter Bildung im Dachverband Hospiz Österreich, moderierte gekonnt durch den Abend. Gunter Graf, Studienleiter St. Virgil, übernahm den technischen Support.

Wir freuen uns über diese Leidenschaft, Kompetenz und Innovationen und gratulieren ganz herzlich!

Hintergrundinfo:

Der Hildegard Teuschl Preis erinnert an Mag.a Sr. Hildegard Teuschl CS (1937-2009), eine Pionierin der österreichischen Hospiz- und Palliativbewegung und Begründerin des Dachverbandes Hospiz Österreich.

Fotos: Copyright bei Doris Schlömmer
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Hildegard Teuschl Preis 2020: 1. Preis geht an HPC Mobil Nachhaltigkeitsgruppe – Interview

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Die HPC Mobil Nachhaltigkeitsgruppe in Wien erhielt den 1. Preis beim Hildegard Teuschl Preis 2020.  Die feierliche Verleihung fand via Zoom am 3. März 2021 statt. Wir haben die Mitglieder dieser Gruppe gebeten, uns genauer zu erklären, was die Nachhaltigkeitsgruppe HPC Mobil* ist und was sie damit erreichen wollen.

Frau Hintermayer, Sie sind in der Caritas Socialis im Bereich der Mobilen Pflege und Betreuung tätig und zugleich Mitglied der Nachhaltigkeitsgruppe HPC Mobil. Was bedeutet „Nachhaltigkeitsgruppe HPC Mobil“ und was ist deren Ziel?

Um ein Projekt dieser Größenordnung, wie es HPC Mobil war, auf Dauer zu sichern, braucht es in den Organisationen engagierte Mitarbeiter*innen, Verantwortliche und Strukturen. Wir Projektverantwortliche innerhalb unserer Organisationen haben daher eine trägerübergreifende HPC Nachhaltigkeitsgruppe gegründet. Die Palliativbeauftragten in jedem Träger halten das Thema „Hospizkultur und Palliative Care“ aktuell und lebendig, die Mitarbeiter*innen der Palliativgruppe unterstützen sie dabei und die Trainer*innen stellen bei den Workshops sicher, dass alle neue Mitarbeiter*innen mit den Zielen von HPC Mobil vertraut sind. In der Nachhaltigkeitsgruppe von HPC Mobil wollen wir einerseits HPC Mobil Aufgaben in den Organisationen weiter miteinander abstimmen und andererseits uns mit anderen Einrichtungen vernetzen wie den Entlassungsmanager*innen, Notärzt*innen, niedergelassenen Ärzt*innen und den spezialisierten Hospiz- und Palliativeinrichtungen. Als die wichtigste Aufgabe der Nachhaltigkeit sehe ich, dass unsere Vorgesetzten weiter an den Nutzen von HPC Mobil für Klient*innen und Mitarbeiter*innen in der mobilen Pflege und Betreuung glauben und uns unterstützen und die Weiterentwicklung entsprechend fördern.

Frau Freitag (Projektverantwortliche Arbeiter Samariter Bund Wien), wie stellen die vier Anbieter von Mobiler Pflege und Betreuung zu Hause aus dem Projekt HPC Mobil sicher, dass innerhalb der einzelnen Organisationen das Thema Hospizkultur und Palliative Care lebendig bleibt?

Wir versuchen, die HPC-Workshops weiterzuführen, um die Durchschulungsrate von 80% zu erhalten. Das ist durch die COVID-19 Maßnahmen nun unterbrochen, wir werden es aber wieder aufnehmen, sobald es möglich ist.

Es findet ein Austausch der Palliativbeauftragten untereinander statt und es wird Zeit für die Arbeit als Palliativbeauftragte*r vorgesehen.

Die Palliativgruppe in den einzelnen Trägern trifft sich regelmäßig.

Wir haben in unserer Einrichtung auch einen eigenen HPC-Newsletter an alle Mitarbeiter*innen gestartet.

Wir haben eine Kultur des Gedenkens an verstorbene Klient*innen entwickelt (in der Teamsitzung, Gedenkbuch, Trauerfeier).

Wir laden die Mitarbeiter*innen, die den HPC-Workshop schon vor einiger Zeit besucht haben, zu sogenannten HPC Mobil Refresher-Treffen ein und stellen damit sicher, dass die Inhalte von HPC Mobil nachhaltig präsent bleiben.

Frau Csengel (Projektverantwortliche Mobile Pflege und Betreuung der Caritas der Erzdiözese Wien), wir haben gehört, dass es auch trägerübergreifende Maßnahmen gibt. Welche sind das?

Mit Abschluss des Projektes 2018 haben die vier Trägerorganisationen entschieden, ihre im Projektzeitraum entstandene intensive Zusammenarbeit weiter zu pflegen. Vier Mal im Jahr treffen einander nun die Trägervertreter*innen der HPC Mobil Organisationen in Wien in der „Nachhaltigkeitsgruppe“ mit dem Ziel, HPC Mobil nachhaltig in den Organisationen zu sichern und weiter zu entwickeln.

Um die Palliativbeauftragten in den HPC Mobil Organisationen zu fördern und zu begleiten, organisiert die Nachhaltigkeitsgruppe zwei Mal im Jahr Treffen zur Bearbeitung aktueller Themen und zur Vernetzung. Die Nachhaltigkeitsgruppe sieht es auch als ihren Auftrag, die Trainer*innen von HPC Mobil in den Organisationen mit Fortbildungen und Vernetzungstreffen weiter zu fördern.

Mit all diesen Maßnahmen will die Nachhaltigkeitsgruppe gewährleisten, dass die Organisationen die Indikatoren zur Strukturqualität von HPC Mobil trotz vielfältiger anderer Herausforderungen in der mobilen Betreuung und Pflege weiter erfüllen können.

Herr Tobolski (Palliativbeauftragter Volkshilfe Wien), Mitarbeiter*innen in der Mobilen Pflege und Betreuung zu Hause haben im Projekt festgehalten, wie wichtig es ist, mit den Versorgungsschnittstellen in gutem Kontakt zu bleiben. Wie machen Sie das nun nach Projektende?

Von Anfang an waren wir fest überzeugt, dass für eine effiziente Betreuung der Palliativkund*innen im ambulanten Setting eine gut funktionierende Vernetzung aller mitbetreuenden Personen und Organisationen unabdingbar ist. Deshalb suchen wir aktiv nach Kontaktmöglichkeiten mit den „Mitplayern“ – wir arbeiten an der Vernetzung mit den Allgemeinmediziner*innen, nehmen an Bezirksärzt*innentreffen teil bzw. laden die Bezirksärzt*innen zu ihrem Treffen in unsere Einrichtungen ein.

Ebenso wichtig ist für uns die Vernetzung mit den Entlassungsmanager*innen in den Wiener Krankenhäusern. Nach Projektende wurden bisher in regelmäßigen Abständen in unseren Einrichtungen zwei Vernetzungstreffen mit den Entlassungsmanager*innen organisiert, weitere sind geplant.

Die Zusammenarbeit mit den spezialisierten Hospiz- und Palliativeinrichtungen ist ein Ausdruck unseres gemeinsamen Bestrebens, unseren Kund*innen eine optimale Versorgung zu gewährleisten. Wir sind bemüht, dass sowohl unsere Mitarbeiter*innen als auch die Führungskräfte regelmäßig über verschiedene Angebote der spezialisierten Hospiz- und Palliativeinrichtungen informiert werden (Vertreter*innen der Mobilen Palliativteams nehmen an unseren Fortbildungsangeboten teil, es werden Exkursionen in die spezialisierten Hospiz- und Palliativeinrichtungen für Mitarbeiter*innen organisiert).

Eine Frage an Sie alle: Wie wirkt sich das Nachhaltigkeitsprojekt und das, was Sie durch das Projekt HPC Mobil erreicht haben, nun auf die herausfordernde Situation mit COVID-19 aus?

COVID-19 fordert von uns neue Wege der Information und Kommunikation. Für HPC Mobil heißt das, dass wir Wege suchen müssen, in Zeiten von weniger Druck und Anspannung uns zu den Themen von HPC Mobil weiter auszutauschen. In den letzten Monaten konnten wir trotz Planung wenig umsetzen. Eine Herausforderung wird es ebenso sein, bei einer Beruhigung der Situation unsere HPC Mobil Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.

Wir haben gleichzeitig festgestellt, dass HPC Mobil uns in Krisensituationen unterstützt. Wir stellten uns die Frage, was wir nun in der Organisation und unseren Abläufen ändern müssen, um bestmöglich unsere Mitarbeiter*innen und die Kund*innen zu schützen und diese zugleich bestmöglich zu versorgen. Die aufmerksamere Beobachtung von Kund*innen ist ein wichtiger Punkt am Lebensende und besonders auch in COVID-19 Zeiten. Die Offenheit, auf die Bedürfnisse/Wünsche der Kund*innen einzugehen, als viele außer mit Betreuungspersonen kaum andere soziale Kontakte hatten, konnte den Kund*innen sicher die schwierige Zeit erleichtern.

Es ist beeindruckend, wie viel Engagement Sie in das eigenständige lebendige Weiterführen des Projekts HPC Mobil gelegt haben. Dieses Engagement hat zu Recht dem ersten Platz beim Hildegard Teuschl Preis erhalten.

Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung für unsere vier Organisationen von HPC Mobil (Arbeiter Samariter Bund Wien, Caritas der ED Wien, CS Caritas Socialis, Volkshilfe Wien). Trotz aller Unterschiede in Strukturen und Organisationskulturen schaffen wir es, weiter gemeinsam an unserem großen Ziel zu arbeiten, Menschen zu Hause bis zu ihrem Lebensende pflegen und betreuen zu können.

Wir danken herzlich für dieses Gespräch und gratulieren von ganzem Herzen zu diesem beeindruckenden Projekt!

Hinweisen möchten wir noch auf das Folgeprojekt „HiZ – Hauskrankenpflege im Zentrum“, das 2019 in Vorarlberg, Oberösterreich, Steiermark und Kärnten mit 22 Trägern und 66 Krankenpflegevereinen unter der Leitung von Hospiz Österreich startete und in jedem Bundesland ein eigenes angepasstes Pilotprojekt zum Thema ermöglicht. Bei jedem österreichweiten Arbeitstreffen von HiZ waren Kolleg*innen aus HPC Mobil mit dabei, um ihre Expertise einzubringen. Hier gibt es eine fruchtbare Zusammenarbeit. Mehr zu HiZ unter https://www.hospiz.at/hauskrankenpflege-im-zentrum-hiz/  und  HIZ ein Projekt gibt nicht auf 

* Hospizkultur und Palliative Care in der mobilen Pflege und Betreuung zu Hause – HPC Mobil war ein dreijähriges Projekt (2015-2018) des Dachverbandes Hospiz Österreich mit vier Wiener Anbietern von Mobiler Pflege und Betreuung zu Hause. Ziel war die Integration von Hospizkultur und Palliative Care, um die Mitarbeiter*innen in der Begleitung von schwerkranken und sterbenden Menschen zu unterstützen, damit ein Sterben zu Hause für alle, die es wünschen, möglich gemacht wird. Mehr dazu unter http://hpc-mobil.hospiz.at/.