Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Österreich

EAPC Task Force on Volunteering

veröffentlicht am

Am 9. November wurde das E-Book The Colorful Life of Volunteering in Europe – „Das bunte Leben der Ehrenamtlichenarbeit in Europa“ online präsentiert.

Das Buch rundet die Arbeit der EAPC Task Force on Volunteering, die von Dr.in Ros Scott und Mag.a Leena Pelttari MSc, Geschäftsführerin des Dachverband Hospiz Österreich, seit 2013 geleitet wurde, ab.

Im Rahmen dieser Taskforce wurde die Arbeit der Ehrenamtlichen in Hospiz und Palliative Care erstmals in einer europaweiten Studie erfasst und analysiert, wurden mehrere Kongresse und Symposien in mehreren europäischen Städten abgehalten und die EAPC Madrid Charter on Volunteering 2017 initiiert, in der es um die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit, die Wertschätzung und Bewerbung des Engagements, gutes Management des Einsatzes und die Unterstützung auf allen Ebenen geht. In der Folge wurden auch die Auswirkungen der Pandemie auf die ehrenamtliche Arbeit weltweit untersucht.

Ziel des Buches war es nun, Geschichten zu sammeln, die von Ehrenamtlichen in ihrer eigenen Sprache verfasst wurden, um mehr darüber zu erfahren, warum Ehrenamtliche das tun, was sie tun. Wie sie die ehrenamtliche Arbeit erleben und was es für sie bedeutet, in der Hospiz- und Palliativversorgung ehrenamtlich tätig zu sein.

40 Geschichten wurden von Ehrenamtlichen aus 9 europäischen Ländern (Österreich, Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Polen, Großbritannien und Serbien) geschrieben und dann ins Englische übersetzt. 5 österreichische Ehrenamtliche sind darin als Autorinnen mit ihren Geschichten vertreten.

An dem Online-Webinar der Präsentation nahmen über 170 Besucher*innen aus der ganzen Welt teil, hörten ausgewählte Geschichten und waren so durch ihr Interesse und ihren Einsatz für das Ehrenamt in der Hospizbewegung verbunden.

Mehr über die Geschichte der Taskforce, das Online-Webinar und das E-Book finden Sie –>>hier.

Dr.in Ros Scott und Mag.a Leena Pelttari MSc, Geschäftsführerin des Dachverband Hospiz Österreich, wurden für ihre jahrelange Arbeit und Leitung der EAPC Task Force on Volunteering mit einem Special Tribute gewürdigt.
Die Sparkassengruppe, vor allem die ERSTE Stiftung hat diese wichtige internationale Arbeit unterstützt. Wir danken herzlich!

Stellungnahme des Dachverbands Hospiz Österreich zum Entwurf des Hospiz- und Palliativfondsgesetzes – HosPalFG

veröffentlicht am

Der Dachverband Hospiz Österreich hat zum vorliegenden Gesetzesentwurf, der die Einrichtung eines Fonds zur Unterstützung der modular abgestuften Hospiz- und Palliativversorgung im Langzeitpflege- und -betreuungsbereich ab dem Jahr 2022 vorsieht, eine Stellungnahme erarbeitet und diese dem Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz am 19. November 2021 übermittelt.

15 Jahre fundiertes Wissen – 15 Jahre Universitätslehrgang Palliative Care und viele beeindruckende Zahlen

veröffentlicht am

Seit dem Jahr 2006 gibt es den dreistufigen Universitätsehrgang Palliative Care. Ins Leben gerufen wurde er von Sr. Hildegard Teuschl CS, der damaligen Präsidentin des Dachverbands Hospiz Österreich. Nun darf gefeiert werden! Hier eine Rückschau und ein Ausblick:

Von Beginn an verbinden sich die Kompetenzen der drei Kooperationspartner Hospiz Österreich, Paracelsus Medizinische Privatuniversität und St. Virgil Salzburg zu einer Erfolgsstory. Dieses Potential sowie die erfahrenen Dozent*innen und die tausenden engagierten Teilnehmer*innen machen diesen Universitätslehrgang einzigartig.

Rückblickend ein paar relevante, sehr beeindruckende Zahlen:

3 Drei Stufen führen zum Master of Science. Dieses flexible System fördert einerseits die Multiprofessionalität, da in zwei der drei Levels in einem fächerübergreifenden Setting gelernt wird. Das hat auch in der beruflichen Arbeit der Teilnehmenden einen großen Stellenwert. Andererseits ermöglicht dieses System auch eine Vertiefung im eigenen Fachbereich.

11 An elf Standorten wird mittlerweile das Level 1, also der interprofessionelle Basislehrgang angeboten.

4775 So viele Teilnehmer*innen haben den interprofessionellen Basislehrgang bereits besucht.

18 Rechnet man alle Lehrgänge, die in der Regel parallel stattfinden, zusammen, so kommt die stattliche Zahl 18 zustande. Neben den 11 Basislehrgängen sind es 6 Vertiefungslehrgänge (Medizin, Pflege, Pädiatrie, zwei psychosozial-spirituelle Lehrgänge und der neue medizinisch-therapeutische Palliativlehrgang) sowie mindestens ein Masterlehrgang.

943 Das ist die Zahl der Absolvent*innen, die eine Vertiefungsstufe besucht und beendet haben. Im Jahr 2021 werden wir noch ein weiteres Jubiläum feiern: der*die 1000. Absolvent*in wird das Level 2 abschließen.

181 ist die Anzahl der Kolleg*innen, die bisher den Titel Master of Science verliehen bekamen.

2017 war das Jahr, in dem der Universitätslehrgang mit dem „Award for Palliative Care Leadership Programmes“ der Europäischen Palliativgesellschaft (EAPC) und der European Palliative Care Academy (eupca) ausgezeichnet wurde.

Die Anzahl der Kerzen auf einer Geburtstagstorte und die damit einhergehenden anderen Zahlen sind beeindruckend und dennoch nicht das Entscheidende.

All diese gut ausgebildeten und engagierten Kolleg*innen bilden ein zentrales und stabiles Fundament für die qualitativ hochwertige Versorgung von Menschen, die mit dem Thema Lebensende konfrontiert sind. Sie sind wichtige Botschafter*innen für Hospiz und Palliative Care in unserer Gesellschaft. Mit jedem*r Absolvent*in trägt der Universitätslehrgang zu wachsendem Engagement und fundierter Auseinandersetzung mit guter Lebensqualität am Lebensende trotz schwerer Erkrankung bei. Und sorgt so für einen gesellschaftlichen Diskurs zu einem Thema, das von vielen oft gemieden wird.

In seinem Jubiläumsjahr 2021 blickt der Lehrgang in eine spannende Zukunft. Das neue Universitätsgesetz und neue Gesetzesentwürfe zum assistierten Suizid sowie zu Ausbau und Finanzierung der Hospiz- und Palliativversorgung zeigen, mehr den je, die Bedeutung des Universitätslehrgang auf. Zugleich ist Flexibilität und hohe Aufmerksamkeit gefordert, um all den künftigen Möglichkeiten gerecht zu werden und kommenden Herausforderungen gut begegnen zu können.

Was wäre ein Jubiläum ohne Dankesworte? Und was wäre ein Universitätslehrgang ohne Teilnehmer*innen, Dozent*innen und alle anderen Personen, die ihn ideell und organisatorisch begleiten und ermöglichen?

Insofern ein großes Dankeschön und eine herzliche Gratulation an Sie und Euch alle, die den Lehrgang in der einen oder anderen Rolle mittragen, unterstützen und begleiten.

Auf die nächsten 15 Jahre!

https://www.ulg-palliativecare.at/

https://www.pmu.ac.at/news/article/15-jahre-uni-lehrgang-palliative-care-beste-betreuung-geforderter-denn-je.html

Einladung zur Online-Präsentation des E-Books The Colorful Life of Volunteering in Europe

veröffentlicht am

The Colorful Life of Volunteering in Europe

„Das bunte Leben der Freiwilligenarbeit in Europa“

am 9.November 2021 um 17:00

Die Teilnahme erfolgt über Zoom, dafür ist eine Anmeldung unter diesem Link nötig: https://us02web.zoom.us/webinar/register/WN_f3oAsaG-QAKzRMAmIZ69Rg

Ziel war es, Geschichten zu sammeln, die von Ehrenamtlichen in ihrer eigenen Sprache verfasst wurden, um mehr darüber zu erfahren, warum Ehrenamtliche das tun, was sie tun. Wie sie die ehrenamtliche Arbeit erleben und was es für sie bedeutet, in der Hospiz- und Palliativversorgung ehrenamtlich tätig zu sein.

40 Geschichten wurden von Ehrenamtlichen aus 9 europäischen Ländern (Österreich, Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Polen, Großbritannien und Serbien) geschrieben und dann ins Englische übersetzt. 5 österreichische Ehrenamtliche sind darin als Autorinnen mit ihren Geschichten vertreten.

Das Buch ist ein Projekt der EAPC Task Force on Volunteering, die von Dr.in Rosalin Scott und Mag.a Leena Pelttari MSc, Geschäftsführerin des Dachverband Hospiz Österreich, geleitet wird.

Welt Hospiz- und Palliative Care Tag am 9. Oktober 2021 und „Hats on for children’s palliative care“

veröffentlicht am

Wie immer am zweiten Samstag im Oktober wurde heuer am 9. Oktober international der Welt Hospiz- und Palliative Care Tag 2021 begangen. Das Motto lautete: „Niemanden zurücklassen – Gerechtigkeit beim Zugang zur Palliativversorgung“.

Aus diesem Anlass lud der Dachverband Hospiz Österreich in Kooperation mit dem Sparkassenverband Österreich am 6.10.2021 zu einem Pressegespräch in den Wintergarten des ERSTE Campus. Waltraud Klasnic, Präsidentin des Dachverband Hospiz Österreich, und Dr. Wilhelm Kraetschmer, Österreichischer Sparkassenverband, sprachen über die Bedeutung der flächendeckenden, leistbaren und erreichbaren Hospiz- und Palliativversorgung.

Pressetext

Am zweiten Freitag im Oktober – einen Tag vor dem Welt Hospiz- und Palliativtag – wurde international mit „Hats on for children’s palliative care“ auf die Arbeit von Hospiz- und Palliativeinrichtungen für Kinder und Jugendliche aufmerksam gemacht.

Das International Children’s Palliative Care Network (ICPCN) startete dazu eine Social-Media-Kampagne. http://www.icpcn.org/hatson4cpc/

Sagen dürfen was meine Wünsche für Krisensituationen und das Versterben sind

veröffentlicht am

Dieses Bedürfnis vieler Menschen, die von der Hauskrankenpflege betreut werden, nehmen vier Wiener Träger (Arbeiter Samariter Bund, Caritas, CS Caritas Socialis und Volkshilfe) sehr ernst. Gemeinsam mit Hospiz Österreich und in Kooperation mit den Stakeholdern (Wiener Rettung, Polizei, Magistratsabteilungen 15 und 40, Ärztekammer und weiteren…) wird der VSD Vorsorgedialog® als prozesshaftes Instrument der vorausschauenden Planung in einem zweijährigen Pilotprojekt erprobt.

HIZ Hauskrankenpflege im Zentrum – Das Curriculum HPC Mobil geht ONLINE

veröffentlicht am

Das Projekt HiZ besteht in seinem Kern aus Maßnahmen zur Organisationsentwicklung und aus Fortbildung zum Thema Hospiz und Palliative Care (HPC) für 80% der Mitarbeiter*innen der Trägerorganisation. Doch was tun, wenn es nach dem Curriculum ausgebildete Trainer*innen in der Organisation gibt, doch pandemiebedingt über einen sehr langen Projektzeitraum Präsenz-Workshops nicht möglich sind?

Flexibilität und Kreativität haben gesiegt, und so wurde für das Curriculum HPC Mobil mit viel Ideenreichtum und technischem Knowhow, in dem es um Erfahren, Spüren, Nachempfinden, Zuhören, insgesamt um die Vermittlung einer hospizlichen Haltung gegenüber sterbenden Menschen geht, eine Online-Schulung für bereits ausgebildete Trainer*innen HPC Mobil entwickelt. In dieser Aufschulung lernten die Trainer*innen HPC Mobil in Zukunft ihre Workshops, wenn erforderlich, auch online abhalten zu können. Im Vorfeld der Schulung konnten alle teilnehmenden Trainer*innen mit Maria Eibel, Hospiz Österreich, sämtliche online-tools und deren Funktionen ausprobieren.

12 Trainer*innen stellten sich Anfang Juli 2021 in einer zweitägigen online-Schulung dieser Herausforderung. Unter der Leitung von Sonja Thalinger, Karin Böck und Maria Eibel wurden die Teilnehmenden in die virtuelle Welt eingeführt, immer fokussiert auf die Vermittlung von Hospiz und Palliative Care. Es gab Übungen in Kleingruppen, im „online-Plenum“ wurden Flip-Charts sowie diverse Abfragen und Wortwolken erstellt. Die Figuren von Patient*innen, Pflegepersonen und Angehörigen wurden in Power-Point-Präsentationen kreiert. Vorab erhielten die Teilnehmenden per Post Päckchen mit diversen Materialien, um nicht auf das Spüren, Nachempfinden und Fühlen verzichten zu müssen. Die Trainer*innen konnten erfahren welche Möglichkeiten es gibt, ihren Kolleg*innen Inhalte zu HPC online näherzubringen. Die Grenzen der online-Lehr- und Lernmethoden im Zusammenhang mit diesem fordernden Thema wurden ebenso spürbar, aufgezeigt und ausgesprochen. Es war ein gemeinsames Lernen von – und miteinander. Der online-Workshop zeigte einmal mehr, wie flexibel, offen und kreativ die Mitarbeiter*innen der Pflege und Betreuung in diesen außerordentlichen Zeiten agieren. Mit großer Bereitschaft haben sie sich wieder einmal auf Neues eingelassen.

Abgeschlossen wurde der online-Workshop durch die Überreichung der Teilnahme-Zertifikate und, wie könnte es anders sein, mittels eines online-Feedback-Bogens.

In der Folge werden die ersten online-WS von den ausgebildeten Trainer*innen in den eigenen Organisationen im September 2021 durchgeführt – Hospiz Österreich ist gespannt auf die Rückmeldungen, diese werden bei einem Reflexionstreffen im November eingeholt, bei Bedarf wird das online-Curriculum weiter adaptiert.

© Foto Hospiz Österreich

 

Abschied und Neubeginn

veröffentlicht am

Seit Februar 2010 war Anna Pissarek Teil des Teams im Dachverband Hospiz Österreich, mit 3. September 2021 hat sie sich nun in ihre Pension verabschiedet. Catrin Neumüller, ihre Nachfolgerin in der Öffentlichkeitsarbeit, übernimmt zusätzlich den Bereich Fundraising. Sie hat mit 10. August 2021 begonnen.

Die beiden haben einander Fragen gestellt:

Anna, nach 11,5 Jahren Öffentlichkeitsarbeit und Projektkoordination sowie Leitung Datenerhebung im DVHÖ – was sind Deine schönsten Erinnerungen, was ist Dir gelungen, worauf bist Du stolz und was hat Dir an der Arbeit hier am meisten Freude gemacht?

Anna: Die schönsten Erinnerungen sind für mich die Begegnungen und die Zusammenarbeit mit den Menschen, die im Hospiz- und Palliativbereich arbeiten. Das beginnt mit den Kolleg*innen im Team, der Geschäftsführerin und unserer Vorsitzenden, geht über die Bundeslandvertreter*innen im Vorstand und viele andere in Projekten bis zu den Mitarbeiter*innen in landeskoordinierenden Einrichtungen und Hospiz- und Palliativeinrichtungen in ganz Österreich, die gemeinsam mit mir an der jährlichen Datenerhebung gearbeitet haben. – Ich hatte immer den Eindruck, dass der Hospiz- und Palliativbereich besonders nette Menschen anzieht, dass Menschlichkeit ein hoher Wert ist.

In der Zeit, als ich hier war, hat sich Hospiz Österreich von einem kleinen Team in eine vielfältige Organisation mit verschiedenen Themenbereichen gewandelt. Mich freut, dass es gemeinsam gelungen ist, das auch in der Präsentation nach außen besser zu vermitteln: eine völlig neue Website aufzubauen, das Logo neu zu entwerfen, in der Datenerhebung mit einer neuen Datenbank auch die Direkteingabe der Daten zu ermöglichen.  Was mit viel ehrenamtlichem Engagement begonnen hatte, wurde professioneller, der Tätigkeitsbericht, der Datenbericht, auch die Medienarbeit. Die Angehörigenbroschüren „begleiten bis zuletzt“ konnten in verschiedenen Sprachen übersetzt werden. Meine Kolleg*innen in den Fachbereichen haben Filme gedreht, die Kinderwebsite entstand….. Unglaublich, was alles gewachsen und geworden ist!

Besondere Freude hatte ich auch bei der Organisation der Symposien für ehrenamtliche Mitarbeiter*innen, auf nationaler und internationaler Ebene, in enger Zusammenarbeit mit Leena Pelttari, unserer Geschäftsführerin.

Catrin, was hat Dich bewogen, Dich für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit & Fundraising bei Hospiz Österreich zu bewerben?

Catrin: Im Wesentlichen zunächst der Wunsch nach einer Aufgabe mit Sinn. Sterben in Würde und Lebensqualität am Lebensende interessieren mich schon lange. Im Herbst 2020 habe ich die Ausbildung zur ehrenamtlichen Trauer- und Sterbebegleiterin absolviert und bin seit März 2021 ehrenamtlich im CS Hospiz am Rennweg im Einsatz. Nun auch beruflich meine Fähigkeiten und Erfahrungen in diesem Themenbereich einzubringen, reizt und interessiert mich.

Anna, wovon trennst Du Dich leichter? Was wird Dir weniger fehlen? Und was wünscht Du dem Dachverband Hospiz Österreich für die Zukunft?

Anna: Wovon ich mich leicht trenne, sind die vielen Stunden vor einem PC Bildschirm, sitzend. Ich sage immer: das ist keine artgerechte Haltung 😉. Ehrlicherweise freue ich mich auch, dass die Themen Alter, Pflege, Sterben, Tod, Trauer und die Komplexitäten des österreichischen Gesundheits- und Sozialsystems nun nicht mehr einen so großen Platz einnehmen werden, zumindest für die nächsten Jahre.

Dem Dachverband Hospiz Österreich wünsche ich, dass auch in der Zukunft und mit den Änderungen, die sie bringt, die richtigen Menschen zur rechten Zeit sich am richtigen Platz einfinden. Dann kann, wie bisher, das getan werden, was ansteht.

Catrin, was von Deiner bisherigen Lebens- und Berufserfahrung möchtest/kannst Du besonders einbringen?

Catrin: Ich komme ursprünglich aus dem Journalismus, habe dann lange in den verschiedensten Bereichen des Kulturmanagements gearbeitet und war zuletzt als Geschäftsführerin einer kleinen NGO tätig, die zum Thema Flucht und Sozialer Zusammenhalt internationale Konferenzen, Arbeitsgruppen und Projekte umgesetzt hat. Die Kommunikation – oft ziemlich komplexer Inhalte – an verschiedenste Zielgruppen in diversen Formaten auf allen möglichen Kanälen war überall zentral. Mir sind NPO- und Vereinsstrukturen vertraut und ich bringe vielfältige Erfahrungen sowie ein breites Netzwerk mit.

Anna, es beginnt für Dich ein neuer Lebensabschnitt – was bedeutet das für Dich und wie willst Du ihn gestalten?

Anna: Was es genau bedeutet, kann ich noch nicht sagen, da es eine neue Erfahrung sein wird. Ich freue mich, mehr Zeit für Beziehungen zu haben, denn mir nahestehende Menschen leben verstreut in ganz Österreich, Deutschland, der Schweiz und England. Herumreisen steht daher am Plan, allerdings etwas beeinträchtigt durch Corona. Zeit für Kultur, Kreatives und in der Natur Sein, wundervoll! Da ich im Vorstand unserer Baugruppe Pegasus in der Seestadt Aspern bin, Ernteteilerin im Gemeinsam Landwirtschaften Projekt Ochsenherz und Mitglied im Verein Seestadtgrün, sollte mir eine Beschäftigung nicht ausgehen. Aber zuerst einmal will ich die Ungebundenheit genießen!

Catrin, als eine, die von außen kommt: welche Themen kommen Dir für die Zukunft von Hospiz Österreich und der Hospiz- und Palliativversorgung wichtig vor?

Catrin: Von Seiten der Kommunikation betrachtet, möchte ich dazu beitragen, dass immer mehr Menschen über ein Basiswissen zu diesem Thema verfügen. Dazu gehört zu wissen, welche Angebote es gibt und wohin man sich bei Bedarf wenden kann. So wie ein Kollege gesagt hat: So wie die Menschen wissen, dass man bei Zahnweh zum Zahnarzt geht, sollten sie wissen, wohin sie sich im Fall von unheilbaren, lebensverkürzenden Krankheiten oder am Lebensende wenden können. Dazu gehört auch die Enttabuisierung des Themas und dazu sind eindeutige Begrifflichkeiten wichtig. Generell ist das Ziel, dass jeder Mensch, der das möchte und braucht, gute Hospiz- und Palliativversorgung in Anspruch nehmen kann.

 Catrin, gibt es etwas, das Menschen, die mit Dir zu tun haben, von Dir wissen sollten?

Catrin: Ich bin eher direkt, bringe gern Dinge auf den Boden, trage gern Verantwortung. Ich versuche kritische Haltung und analytischen Ansatz mit konstruktiver, lösungsorientierter Herangehensweise zu kombinieren. Für mich beginnt Kultur im Umgang der Menschen miteinander und mit ihrer Umwelt. Reflexion und die Bereitschaft zu lernen und sich weiterzuentwickeln, sind die Basis kultureller Evolution. Mich interessieren Menschen, ihre Geschichten und alle Formen ihrer Auseinandersetzung mit der Welt, Kunst, Geschichte und Politik, andere Kulturen und ein sorgsamer Umgang mit der Umwelt. Von dieser Basis aus möchte ich in meiner neuen Aufgabe einen Beitrag zu den wichtigen Themen von Hospiz Österreich und der Hospiz- und Palliativversorgung leisten.

Mag. Leena Pelttari MSc, Geschäftsführerin des Dachverband Hospiz Österreich:
Wir danken Anna Pissarek sehr herzlich für ihren jahrelangen, großen Einsatz für schwerkranke und sterbende Menschen in Österreich, für ihre Sorgfalt und Klugheit, ihr enormes Wissen und die weltbeste Koordination!

Wir freuen uns auf den gemeinsamen Weg mit Catrin Neumüller, die unser vielfältiges Team ab nun mit neuen Fähigkeiten bereichern wird.

Frau Rosa: wie eine Figur auf Papier begeistern kann.

veröffentlicht am

Multiplikatoren*innen-Schulung für Hospizkultur und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen (HPCPH) im Juni 2021

Hospizkultur und Palliative Care in Alten- und Pflegheimen (HPCPH) sollte Standard sein. Knapp 200 österreichische Einrichtungen haben diesen schon implementiert.

Im Rahmen dieses Organisationsentwicklungsprozesses werden Mitarbeiter*innen der Einrichtungen auch fortgebildet – und zwar quer durch alle Berufsgruppen und Rollen. Es lernen alle gemeinsam: leitende Mitarbeiter*innen, Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger*innen, Pflegefachassistent*innen, Ärzte*innen, Therapeut*innen, Haustechniker*innen, Reinigungskräfte, Verwaltungsangestellte, Küchenpersonal in einem Workshop.

Diese Workshops werden von HPCPH-Multiplikator*innen durchgeführt. Hier erhalten Sie einen Eindruck, wie diese ausgebildet werden und wie dann die Workshops in den Heimen durchgeführt werden:

Es ist Montag, 9.00 Uhr. Ein Seminarraum voller Menschen und Materialien. Papier, Stoffe, Modeschmuck, Stifte, Klebstoff. Die Teilnehmer*innen werden in drei Gruppen geteilt und gebeten, eine fiktive Person zu entwickeln. Eine Gruppe kreiert eine*n „typische*n“ Bewohner*in eines Pflegeheimes, die zweite Gruppe eine*n „typische*n“ Angehörige*n und die dritte Gruppe eine*n „typische*n“ Krankenpfleger*in.  Obwohl sich die Teilnehmenden kaum kennen und aus den unterschiedlichen Berufen kommen, entsteht in diesem kreativen Prozess ein intensiver Austausch über Bewohner*innen, Angehörige und Berufsgruppen. Es werden häufige Herausforderungen diskutiert, Biografien entwickelt und aus all diesen Materialien entstehen Figuren, mit denen sich die Teilnehmenden in kürzester Zeit identifizieren. Frau Rosa, ihre Tochter Elisabeth und Schwester Sonja – jede mit ihren Bedürfnissen, Sorgen, Ängsten und individueller Geschichte zum Thema Alter und  Lebensende.

Die Storyline-Methode

Eine Woche lang begleiten die Teilnehmenden der Multiplikatoren*innen-Schulung diese drei Figuren – vom Tag des Einzugs in das Altersheim bis zum Sterben von Frau Rosa. Die Teilnehmenden reflektieren gemeinsam, was es für alte Menschen bedeuten kann, ein letztes Mal umzuziehen, wie vorausschauende Planung gemeinsam mit der Tochter (VSD Vorsorgedialog®) gelingen kann, was Menschen mit Demenz von allen Mitarbeitern*innen eines Altersheims brauchen und, dass es für Heimbewohner*innen sehr wichtig sein kann, auch die Themen Tod und Sterben in das Leben zu integrieren. Zudem geht es auch darum, wie Mitarbeiter*innen selbst gesund bleiben können.  Durch die einfühlsame, aufmerksame und lebendige Moderation zweier Kursleiter*innen und die Möglichkeit, die eigene Arbeit und die persönlichen Einstellungen zu Themen des Lebens(endes) zu reflektieren, entsteht neben einer tiefen Verbundenheit zu den Figuren (und damit auch zu all jenen Menschen, für die wir im realen Leben verantwortlich sind) sehr gutes Basiswissen zu Hospiz und Palliative Care in der Geriatrie.

Es geht um die Lebensqualität in der letzten Lebensphase von hochbetagten Menschen

Diese Fortbildung und auch die Workshops in den Heimen setzen nah an den Lebenswirklichkeiten der Heimbewohner*innen, der Angehörigen und der Mitarbeiter*innen an und sind deswegen unmittelbar erleb-, spür-, und anwendbar. Teilnehmer*innen erhalten Wissen, erwerben Fertigkeiten und reflektieren, welche Haltung für die Begleitung von hochbetagten Menschen hilfreich und notwendig ist.

Der Beirat Hospizkultur und Palliative Care in der Grundversorgung feiert ein Jubiläum

veröffentlicht am

10 Jahre würde man vermuten, aber aufgrund von den COVID-19 bedingten Verzögerungen sind es 12!

Am 30.1.2009 fand in der konstituierenden Sitzung das erste Arbeitstreffen mit der Österreichischen Ärztekammer, dem (damaligen) BMG und BMASK, der Verbindungsstelle der Länder, dem Dachverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs, der ARGE Pflegedienstleitung, GÖG/ÖBIG und ÖGAM, geleitet von der Präsidentin des Dachverbands Hospiz Österreich, Waltraud Klasnic, statt.

Allen Mitgliedern, die von Anfang an dabei sind – wie Dr. Michael Lang, Dr. in Renate Wagner-Kreimer, Mag. Josef Danner – und all jenen, die im Laufe der Zeit dazugekommen sind, ein herzliches Dankeschön für das aktive und engagierte Einbringen!

Es sind große Entwicklungen möglich geworden durch die Arbeit des Beirats. Einige Beispiele:

  • Die „Bestandsaufnahme zu Hospiz und Palliative Care in Österreichs Alten- und Pflegeheimen“, 2012 gemeinsam mit der FH OÖ Forschungs- und Entwicklungs GmbH, Campus Linz
  • Die Mitwirkung am Buch „Hospizkultur und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen – mehr als nur ein schöner Abschied“
  • Die Teilnahme an der Podiumsdiskussion im Rahmen des Internationalen Hospiz- und Palliativtags 2012, an dem auch Sozialminister Hundstorfer eine Rede hielt und u.a. sagte, dass er sich wünschen würde, dass jedes Heim in Österreich die Möglichkeit hat, HPCPH (Hospizkultur und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen) umzusetzen.
  • Die Pressekonferenz am 19.11.2014 zum VSD Vorsorgedialog® für Alten- und Pflegeheime im Presseclub Concordia

Pressekonferenz am 19.11.2014 zum VSD Vorsorgedialog® für Alten- und Pflegeheime

  • Die Entwicklung des Dokuments VSD Vorsorgedialog® bis zur finalen Fassung für Alten- und Pflegeheime, die mobile Pflege und Betreuung zuhause und für Arztpraxen, und die Mitwirkung an der VSD Vorsorgedialog Fachtagung 2019.

Genauso wichtig wie die großen, sichtbaren Entwicklungen war und ist es, dass alle Beiratsmitglieder die Themen rund um Hospizkultur und Palliative Care in der Grundversorgung kontinuierlich und aktiv in ihre Organisationen, in ihr berufliches Umfeld einbringen und damit Bewusstsein schaffen für essenzielle gesellschaftliche Entwicklungen. All die Arbeit, die im Beirat geschehen ist und geschieht, unterstützt und entlastet die Betreuenden in ihrer Arbeit mit schwerkranken und sterbenden Menschen, gibt ihnen Sicherheit im Handeln. Das kommt in weiterer Folge immer den schwerkranken und sterbenden, oftmals alten Menschen und deren Angehörigen zugute. Denn: Hospizkultur in der Grundversorgung bedeutet für die Bewohner*innen in den Alten- und Pflegeheimen und für die Patient*innen zu Hause Lebensqualität bis zuletzt, umfassende Selbstbestimmung, Schmerzlinderung und Symptomkontrolle, ein Sterben in Würde. Es bezieht die Angehörigen und Vertrauenspersonen achtsam mit ein und unterstützt sie.

Die Mitglieder des Beirats 2021:


Der Beirat HPC in der Grundversorgung hat folgende Mitglieder: Österreichische Ärztekammer, BMSGPK, Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs, BAG Langzeit-Pflege-Management, Österreichische Gesundheitskasse, Verbindungsstelle der Bundesländer, GÖG/ÖBIG, ÖGAM, OPG Österreichische Palliativgesellschaft, Institut für Ethik und Recht in der Medizin (IERM), BAG Freie Wohlfahrt

Wir danken den Österreichischen Lotterien und dem Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz für die jahrelange Unterstützung der Arbeit des Beirats sehr herzlich!

Fotos: Copyright DVHÖ / APA-Fotoservice Hörmandinger

Studie „Regelfinanzierung Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich“ – Kurzfassung veröffentlicht

veröffentlicht am

Vor kurzem ist die Studie „Regelfinanzierung in der Hospiz- und Palliativversorgung für Erwachsene, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene“ fertiggestellt worden.

Die vom Hospiz- und Palliativforum bei der Gesundheit Österreich Forschungs- und Planungs GmbH in Auftrag gegebene Studie befasste sich mit den derzeitigen Finanzierungen aller Angebote der spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich. Im Endbericht werden die Finanzierungsmodelle in den einzelnen Bundesländern analysiert, die Vor- und Nachteile derzeitiger Regelungen dargestellt, die Ausgaben für die Hospiz- und Palliativangebote in den Bundesländern aufgelistet und Kernparameter für eine zukünftige österreichweite Regelfinanzierung abgeleitet.

Die Studie bildet die Erhebungsergebnisse ab, beinhaltet Denkanstöße, zeigt Optionen auf und steht als Arbeitsmittel für weitere Umsetzungsschritte auf dem Weg zu einer Regelfinanzierung zur Verfügung. Der Bericht stellt eine wertvolle Basis für die Entwicklung einer seit vielen Jahren geforderten österreichweiten Regelfinanzierung für alle Bereiche der Hospiz- und Palliativversorgung.

Eine Kurzfassung dieser Studie ist nun auf www.goeg.at veröffentlicht worden.
–>> PDF Kurzfassung

Copyright Bild: GÖG/ÖBIG und DVHÖ

Was uns gerade beschäftigt und wie wir uns einsetzen

veröffentlicht am

In den letzten Monaten und Wochen hat sich die Vielfalt der Herausforderungen verstärkt.
Der Dachverband Hospiz Österreich beschäftigt sich intensiv mit den Themen Regelfinanzierung, Gesetzgebung zum assistierten Suizid, Novelle zum Universitätsgesetz.

Es geht darum, die Regelfinanzierung für ambulante, teilstationäre und stationäre Angebote der Hospiz- und Palliativversorgung für Erwachsene und für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene umzusetzen.
Ein neues Gesetz zum assistierten Suizid braucht Antworten und Kontakte.
Es ist Hochsaison der Vorgespräche, wir haben uns bei allen Klubs im Parlament gemeldet. Unsere Hoffnung ist verstanden zu werden.

Hospiz- und Palliativforum beendet seine Arbeit

Zugleich hat das Hospiz- und Palliativforum wie geplant mit Ende Mai 2021 seine Arbeit beendet. Im März 2016 hatten das damalige BMGF und BMASK in einer Presseaussendung bekanntgegeben, dass Dr.in Elisabeth Pittermann-Höcker und Waltraud Klasnic gemeinsam und ehrenamtlich mit dem Präsidium des Hospiz- und Palliativforums im Auftrag der Bundesregierung betraut sind. Man folgte damit der dringlichsten der 51 Empfehlungen der Enquete-Kommission „Würde am Ende des Lebens“. Der Dachverband Hospiz Österreich ist durch Mag.a Leena Pelttari MSc, Dr. Karl Bitschnau MAS, MMag. Christof Eisl und Sonja Thalinger MSc vertreten und sprach für die Belange der Hospiz- und Palliativversorgung von Erwachsenen sowie Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit ihren Familien.

Das Hospiz- und Palliativforum hat im Juni 2019 die Gesundheit Österreich Forschungs- und Planungsgesellschaft mbH mit der Durchführung der Projektstudie „Regelfinanzierung in der Hospiz- und Palliativversorgung für Erwachsene, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene – Analyse der Finanzierungsmodelle aller Angebote der abgestuften Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich“ beauftragt.

Diese Studie liegt nun vor und bildet eine gute Grundlage für das Anliegen, eine Regelfinanzierung zu erreichen.