Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Österreich

A tribute to David Bowie – Benefizkonzert für Hospiz Österreich

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Am Abend des 3. März 2017 begrüßte der Initiator des David Bowie Tribute Konzerts in Wien und Obmann des Hospizverein Steiermark, Dr . Peter Pilz, die rund 800 Gäste in der Arena Wien herzlich und wies auf den Anlass des Konzerts, die Hospizarbeit in Österreich, hin. Dem bunt gemischten Publikum, darunter auch Waltraud Klasnic, Präsidentin, und Mag.a Leena Pelttari MSc, Geschäftsführerin des Dachverbandes Hospiz Österreich,  wurden die bekanntesten Lieder David Bowie‘s durch unterschiedliche KünstlerInnen wie Andy Baum, Günter Mokesch, Vesna Petkovic, Michael Vatter, Norbert Wally und Marina Zettl mitreißend präsentiert. Die Stimmung war toll und die Mischung aus ruhigen Liedern und Nummern, bei denen man einfach nicht anders konnte als mitzutanzen, war sehr gut gewählt. Nach rund drei Stunden und einer Zugabe traten die KonzertbesucherInnen die Heimreise an. Das Konzert war, wie auch die beiden Male zuvor in Graz, ein großer Erfolg!

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Dr. Peter Pilz und seinem Team für die Idee und die hochprofessionelle Organisation dieses Benefizkonzerts und bei den KünstlerInnen für die großartige Interpretation der Lieder David Bowie‘s . Der Reinerlös der Konzerts kommt Hospiz Österreich zugute.

Hospiz Österreich ist übersiedelt

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Wir sind in die Ungargasse 3 / Stiege 1 / Top 18, 1030 Wien übersiedelt .
Telefonnummern und E-Mail Adressen sind gleich geblieben .

A tribute to David Bowie – Benefizkonzert für Hospiz Österreich

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Herzlich willkommen zu „David Bowie – We were so turned on . A tribute“, ein Benefizkonzert für Hospiz Österreich

Datum: 3 . März 2017, Einlass ab 19.30 Uhr, Beginn 20.30 Uhr
Ort: Arena Wien, Baumgasse 80, 1030 Wien
Anreise Arena Wien

Link zu Ö-Ticket (Kartenverkauf): http://www.oeticket.com/Tickets.html

Link zu Facebook-Veranstaltung

Personalveränderung

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Frau Dr.in Sigrid Beyer ist ab sofort stv. Geschäftsführerin des Dachverbandes Hospiz Österreich und hat zugleich die Bereichsleitung für Hospiz und Palliative Care (HPC) in der Grundversorgung übernommen . Sie ist damit sowohl für das Projekt HPCPH (Hospizkultur und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen) als auch für das Projekt HPC mobil (Hospizkultur und Palliative Care in der mobilen Pflege und Betreuung zu Hause) und den Vorsorgedialog zuständig, gemeinsam mit Maria Eibel BSc, MA und Naida Dzaka, MSc .

Naida Dzaka möchten wir als unsere neue Mitarbeiterin kurz vorstellen: Sie ist Psychologin und hat ihre Masterarbeit zum Thema „Arbeitsbezogene Lebensqualität und religiös-spirituelles Befinden von MitarbeiterInnen in österreichischen Hospiz- und Palliativeinrichtungen“ geschrieben. Sie hat zuletzt in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung gearbeitet und ist seit einem Jahr auch ehrenamtlich im Mobilen Caritas Hospiz tätig.

Wir freuen uns sehr über diese neue Lösung und heißen Naida Dzaka herzlich willkommen!

Fachtagung HPC Mobil (Hospizkultur und Palliative Care in der mobilen Pflege und Betreuung zu Hause) 2016

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Was ist notwendig an Vernetzung, Zusammenarbeit, strukturellen und finanziellen Bedingungen, um schwer kranke und sterbenden Menschen zu Hause gut betreuen und begleiten zu können?

Diese spannende Frage stand im Zentrum der von allen teilnehmenden Trägern und Hospiz Österreich gemeinsam veranstalteten Tagung des Projekts HPC Mobil – Hospizkultur und Palliative Care in der mobilen Pflege und Betreuung zu Hause, die am 23.11.2016 im Jufa City Hotel Simmering/Wien stattfand. Christiane Krainz vom Landesverband Hospiz NÖ und Ralph Grossmann moderierten schwungvoll durch den dichten und spannenden Tag.

Circa 80 Mitarbeiter/innen aus Arbeiter-Samariter-Bund Wien, Caritas der ED Wien, Caritas Socialis, Sozial Global AG und Volkshilfe von der Geschäftsführung über operative Führungskräfte bis zu TrainerInnen der Workshops Palliative Care und Palliativbeauftragten aus dem Projekt überlegten, diskutierten und entwickelten das Thema in Bezug auf die eigene Organisation und das Gesamte weiter.

Nach der Begrüßung durch Waltraud Klasnic, Präsidentin des Dachverbandes Hospiz Österreich und – gemeinsam mit Fr. Dr.in Elisabeth Pittermann – Präsidentin des Hospiz- und Palliativforums, nannten die Projektleitungs-Zweierteams jeder teilnehmenden Organisation die bisherigen Highlights im seit Juni 2015 laufenden Projekt. Selma Sprajcer, NPO Institut der WU Wien, die das Projekt evaluierend begleitet, berichtete vom Stand der Evaluierung, Projektleiterin Sigrid Beyer, Dachverband Hospiz Österreich, skizzierte in einem Statement einige Stärken des Projekts: z.B. dass fünf Träger gemeinsam am Weg sind und sich sehr aktiv an der Entwicklung, wie z.B. der „Ziele, Leistungen und Indikatoren“, beteiligen; dass durch die Steuergruppe, die Entwicklungsgruppe und die Teilnahme der Projektleitungsduos an der TrainerInnenausbildung die Führungsebenen aller Organisationen sehr gut eingebunden sind; dass die Führungsebene das Thema trägt und die Umsetzung fördert, dass es sehr gut ausgewählte und engagierte TrainerInnen aus den Organisationen selber gibt, die, ausgebildet nach dem eigens entwickelten Curriculum HPC Mobil, bis zu 80% aller Mitarbeiterinnen schulen. Dass sich durch den begleitenden Organisationsentwicklungsprozess, moderiert von Ralph Grossmann, Haltung und Strukturen in den Organisationen entwickeln können, wie z.B. Palliativbeauftragte und Palliativgruppen. Dass die Vernetzung sehr gut funktioniert, gegenseitiges Vertrauen da ist und eine unglaubliche Motivation bei allen Beteiligten alles gut vorwärts bringt.

Die Workshops am Vormittag erlaubten eine Vertiefung zum Thema. Die Geschäftsführungen und VertreterInnen aus dem niedergelassenen Bereich, dem Krankenhaus und der spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung und dem Beirat HPC in der Grundversorgung diskutierten die Chancen und Hindernisse in der Betreuung von schwerkranken und sterbenden Menschen zu Hause . Bei den TrainerInnen HPC Mobil war gemeinsam mit Sonja Thalinger und Karin Böck Austausch und Reflexion angesagt, und die operativen Führungskräfte setzten sich mit ihrer sehr wesentlichen Rolle in der Unterstützung des Projekts im Berufsalltag auseinander .

Der Nachmittag legte den Schwerpunkt auf das Gelingen, wie die Schnittstellen zu Nahtstellen werden können. Nach einem Impulsvortrag von Ralph Grossmann, der u.a. darauf hinwies, dass Konkurrenz und Kooperation einander nicht ausschließen, diskutierten die Anwesenden am Podiumstisch und den TeilnehmerInnentischen die verschiedenen Themen.

Besonderen Anklang fand die Idee einer vernetzten Struktur auf „Grätzl“-Ebene, v.a. im Blick auf die Zusammenarbeit mit HausärztInnen und anderen mobilen Diensten. Hier wurde auch auf die Pflegeorganisation Buurtzorg in den Niederlanden hingewiesen. Diskutiert wurde auch die spezielle Struktur in Wien und das neu eingeführte Monitoringsystem.

Monika Wild, Robert Oberndorfer und Karl Bitschnau vom Podiumstisch machten in drei abschließenden Statements sehr deutlich, dass das Projekt HPC Mobil sehr viel Positives bewirkt, dass es aber bei der Umsetzung von HPC Mobil noch beachtliche Hürden gibt, die viel Kooperation und Kommunikation nach allen Seiten hin brauchen werden, will man sterbende und schwerkranke Menschen zu Hause gut betreuen.

Waltraud Klasnic fasste den Tag in ihrem beeindruckenden Schlusswort zusammen: „Ambulant vor stationär“ wird oft gesagt, im Moment jedoch noch nicht so gelebt, wie es notwendig wäre. Es braucht Freiräume und Flexibilität für die Betreuenden, wenn es um schwer kranke und sterbende Menschen geht, eine Abrechnung im Minutentakt macht hier Vieles unmöglich. Und es braucht nicht nur Zeit für die PatientInnen, sondern auch für die Angehörigen und für die Kommunikation und Kooperation mit den anderen mobilen Diensten, denn nur so kann miteinander abgestimmt gearbeitet werden, nur so wird ein würdevolles Sterben zuhause möglich gemacht. Waltraud Klasnic zeigte sich beeindruckt, was bisher im Rahmen des Projektes passiert ist und wünschte das Allerbeste für die kommenden eineinhalb Jahre.

 

Wir danken dem Fonds Gesundes Österreich für die Ermöglichung und Förderung des Pilotprojekts HPC Mobil!

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Trauer stört und verstört, Trauersymposion, 22. November 2016

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Die Moderatorin Hemma Rüggen tritt auf die Bühne, das Handy läutet, gerade als sie zur Moderation ansetzt, sie hetzt aus dem Raum. Was war geschehen? War etwas Schreckliches passiert? Erhielt sie die Mitteilung einer verstörenden Nachricht? – eine gespielte Szene, die schnell zur Wirklichkeit werden kann: ein tragisches Ereignis, das unser Leben durcheinanderbringt, so wird der Titel des Symposium „Störfaktor Trauer“ plastisch und unvermittelt in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt.

Am 22 . November 2016 nahmen rund 200 Teilnehmer/innen am zweiten Symposium der Bundesarbeitsgemeinschaft Trauerbegleitung: „TRAUER LEBEN – Störfaktor Trauer“ in St. Virgil, Salzburg, teil. Nach den Begrüßungsworten von der Präsidentin von Hospiz Österreich Waltraud Klasnic stellte die Bundesarbeitsgemeinschaft Trauer sich und ihre Mitglieder vor.

Im ersten Vortrag thematisierte Christian Metz im Vortrag „So funktioniert es nicht“ Trauer als Störfaktor und Unterbrechung unserer gesellschaftlichen und persönlichen Lebensmuster und stellte wichtige Impulse zum Nachdenken an den Anfang des Symposiums.

Trauer „stört“ und „verstört“ irgendwie immer: Wie kann man einfach so weitertun? So die Frage von Christian Metz, der die Geschichte eines Vaters erzählt, dessen 21-jähriger Sohn an Leukämie erkrankte und starb . „Alles, was ich geplant habe, zählt nichts mehr“ sagt der erfolgreiche Geschäftsmann, der durch den Verlust seines Sohnes auch seine Zukunft verlor. Doch wie lässt es sich leben, möglicherweise sogar gut leben, trotz aller Verluste, die das Leben prägen?

Gerade in einer Gesellschaft, in der Funktionieren gefragt ist, stören Verluste und durchbrechen die Routine. Umso wichtiger erscheint es, wie wir Verluste wahrnehmen und wie wir als Gesellschaft damit umgehen, ihr den entsprechenden Raum geben, ohne Trauer zu pathologisieren.

Trauernde ebenso wie die Menschen um sie herum erleben, dass Trauer sich in alle Lebensbereiche hineindrängt, Gewichtungen verschiebt, irritiert. Trauer wirkt, und möglicherweise wandelt sie uns und unsere Lebensvorstellungen, soweit Zeit, Raum, Erlaubnis und Sicherheit dafür gegeben sind, dass ich so sein kann, wie ich bin. Dies geschieht auf den Ebenen des Fühlens, des Tuns, des Vermeidens und des Denkens.

Verlusterfahrungen können eine Einbruchstelle sein im Strom des Gewohnten, sie eröffnen möglicherweise eine neue, lebensfreundliche Haltung, Einstellung und Alltagspraxis, was das Zeiterleben, die Trauerwege, das Verbunden sein und das Vertrauen in das Leben nach der tiefen Erschütterung durch einen Verlust anbelangt.

Nach Diskussion und Pause berührte Barbara Pachl-Eberhart mit ihrem sehr persönlichen Vortrag zum Thema: „Danke, ich will kein Taschentuch“, bei dem sie aus der eigenen Lebensgeschichte erzählt. Der Tod hatte unerwartet und sehr heftig an die Tür geklopft, als bei einem Zugsunglück ihr Mann und beide Kinder starben . Der Tod kommt herein, nimmt Menschen mit und geht. Die Trauer bleibt, nimmt Platz im Herzen, in unserem Leben. Wie sollen wir der Trauer begegnen? Wie bringen wir unser Umfeld dazu, sie aufzunehmen, in den Freundeskreis, ins Team?

In dieser Störung stecken viele Chancen, doch worin liegen diese? Trauer ruft uns auf, ein neues Bild von uns zu schaffen: Wie viel Platz ist in der Gesellschaft dafür da? Es geht dabei nicht nur um Neuorientierung, sondern auch um „Altorientierung“. So erzählt Pachl-Eberhart, wie wichtig die Frage einer Therapeutin nach ihrem Schicksalsschlag für sie war: „Wer war ich denn immer schon? Wer war ich, bevor ich den Mann und die Kinder kennengelernt habe?“, um so dem nachzuspüren, was dem Leben Halt gibt. „Trauer nimmt uns zuerst einmal viel Kraft, macht uns schwach und nimmt uns damit auch die Möglichkeit, uns zu verbiegen, dadurch führt sie uns ein Stück näher zu uns selbst“, so Pachl-Eberhart: „Was will Trauer noch? Sie will uns erleben lassen. Habe ich die Trauer WIRK-lich erlebt, so erlebt, dass sie an mir wirken kann? Dem können wir ohne Stress begegnen, nachdem wir davon ausgehen können, dass sie uns wieder besuchen kommt.“

Aus ihrer Erfahrung hinterfragt Barbara Pachl-Eberhart auch Sätze wie „Trauer ist keine Krankheit“, da Krankheit ja auch zum Leben gehört und nichts Unnatürliches ist. Die Bewertung bietet den Vorteil, dass Psychotherapie bezahlt wird und die Genehmigung beinhaltet: Ich brauche Schonung, muss raus aus dem Spiel und bekomme alle Heilmittel, die ich brauche.

Auf die Frage an sie, was ihr das Wichtigste in der Trauer war, schilderte sie: „Als ich von der Friseurin hörte, dass meine Mutter zu ihr gesagt habe: ‚Die Barbara darf jetzt in ihrem Leben alles tun, was sie will!‘ „. Diese begründete Erlaubnis und Freiheit sei für sie die wichtigste Erfahrung gewesen. Ein berührender Moment war es für alle im Saal, als Pachl-Eberhart auf Wunsch von Waltraud Klasnic zum Abschluss ein irisches Lied vorsang.

Am Nachmittag wurden in neun Workshops unterschiedliche Facetten und Sinne angesprochen, vom „Trauertanz“ mit Brigitte Riss, „Singen und Klingen“ mit Anneliese Breher und Isabella Ehart bis zu „Vom Schreiben und Lesen in der Trauerbegleitung“. Heilsames für die Trauer wurde durch diese kreativen Zugänge angeregt. Mit den verschiedenen Lebenswelten setzten sich andere Workshops auseinander: „Trauerprozesse in Alten- und Pflegeheimen“ mit Annette Henry und Gerda Schmidt, „Trauerbegleitung am Arbeitsplatz“ mit Irene Lanner, „Trauer in der Familie“ mit Ulrich Mai und Poli Zach-Sofaly und „Trauer und Sterben bei Menschen mit intellektueller Behinderung“ mit Renate Trauner. Christian Metz wandte sich dem Thema „Innere Trauerwelten“ zu mit der Fragestellung: „Wie lassen sich die vielfältigen Erlebensweisen von Trauernden wahrnehmen, anerkennen und lebensförderlich begleiten?“. Vera Wimmer stellte aus der Begleitung von Kindern in Trauer heraus die Frage „Wie hältst du meine Tränen aus?“.

Der künstlerische Ausklang mit Lebenstänzer Felix Grützner und der Flötistin Britta Bauer rundete das Symposium ab und ließ alle Teilnehmer/innen bereichert nach Hause gehen.

Das Symposium wandte sich an bereits aktive Trauerbegleiter/innen und solche, die sich für eine Ausbildung interessieren. Weil Trauer ein Thema ist, das uns alle angeht, war es Ziel der Veranstaltung Trauer eine Stimme zu geben, um den Prozess und die Erfahrung des Trauerns gesellschaftlich mehr ins Bewusstsein zu rücken. Menschen in Trauer sollten sich ausreichend verstanden fühlen und gegebenenfalls qualifizierte Begleitung erfahren und in Anspruch nehmen können.

Wir danken MMag. Christof Eisl, Geschäftsführer Hospizbewegung Salzburg, für die Bereitstellung dieses Beitrags

Fotos © J.Baumgartner, DV Hospiz Österreich

 

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Trauerbegleitung bedankt sich herzlich beim BMASK für die finanzielle Unterstützung des Symposiums!

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Vorsorgedialog

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Der VSD VORSORGEDIALOG® für Alten- und Pflegeheime Österreichs stellt den Betreuenden (Pflege und  ÄrztInnen) einen strukturierten Kommunikationsprozess für die Durchführung von Gesprächen mit den BewohnerInnen zur letzten Lebenszeit zur Verfügung. Es geht um die Wünsche und Vorstellungen der BewohnerInnen für ein gutes Leben im Pflegeheim, aber auch darum, was BewohnerInnen wichtig ist, wenn das Sterben absehbar und nah ist .

Dieses Kommunikationsinstrument nimmt die Selbstbestimmung der BewohnerInnen ernst und stärkt sie. Gleichzeitig unterstützt der VSD Vorsorgedialog® Pflegende und ÄrztInnen bei ethisch schwierigen Entscheidungen am Lebensende, z.B. in aktuellen Krisensituationen oder wenn das Sterben absehbar ist. Mit dem VSD Vorsorgedialog® wird dafür vorgesorgt, dass diese Entscheidungen im Sinne der BewohnerInnen getroffen werden, indem der VSD Vorsorgedialog® dem Betreuungsteam und eventuell beigezogenen Not- oder BereitschaftsdienstärztInnen in krisenhaften Situationen grundlegende Informationen für die Entscheidungsfindung zur Verfügung stellt.

Rechtlich gesehen ist der VSD Vorsorgedialog® dann einer beachtlichen Patientenverfügung gleichgesetzt, wenn die Bewohnerin/der Bewohner bei der Durchführung des Vorsorgedialoggesprächs entscheidungsfähig ist. Es gilt auch bei Vorhandensein eines VSD Vorsorgedialogs® immer der aktuelle Wille.

Bei BewohnerInnen, die kognitiv nicht mehr in der Lage sind aktiv an einem solchen Vorsorgedialoggespräch teilzunehmen, z.B. aufgrund einer weit fortgeschrittenen Demenzerkrankung, wird von den Betreuenden, den Angehörigen und Vertrauenspersonen dann der ‚Mutmaßliche Wille‘ erhoben und dokumentiert. Konnte das Betreuungsteam von der Bewohnerin/dem Bewohner aufgrund der fehlenden Einsichts- und Urteilsfähigkeit nicht von der Verschwiegenheitspflicht entbunden werden, so können von den Angehörigen nur deren Wahrnehmungen Eingang in den mutmaßlichen Willen finden.

Umsetzung im Pflegeheim

Wenn der VSD Vorsorgedialog® in einem Alten- oder Pflegeheim eingesetzt werden soll, erfordert dies einen sorgfältigen Einführungsprozess, der Wissensvermittlung und die Einübung in den VSD Vorsorgedialog® umfasst. Außerdem ist der VSD Vorsorgedialog® in die organisatorischen Abläufe, in die Entscheidungs- und Kommunikationsstrukturen sowie in die Fortbildungspläne des Hauses zu integrieren.

Der VSD Vorsorgedialog® liegt seit September 2016 in der Endfassung vor und soll im Rahmen eines Pilotprojekts in der Praxis erprobt werden. Pflegeheime, die sich am Pilotprojekt beteiligen, wenden sich an die landeskoordinierenden Hospiz- und Palliativeinrichtungen in den Bundesländern bzw. in Wien an den Dachverband Hospiz Österreich. Die Kontaktdaten finden Sie auf Seite 23 im Ansichtsexemplar. Pflegeheime, die bereits den Prozess Hospizkultur und Palliative Care in Pflegeheim (HPCPH) durchlaufen haben, werden bevorzugt ins Pilotprojekt aufgenommen .

Der VSD Vorsorgedialog® wurde unter der Leitung von Hospiz Österreich mit dem Beirat HPC (Hospiz und Palliative Care) in der Grundversorgung* und zahlreichen ExpertInnen speziell für die Alten- und Pflegeheime Österreichs entwickelt und wird von allen Mitgliedern des Beirats HPC in der Grundversorgung und vom Vorstand von Hospiz Österreich zur Umsetzung empfohlen.

Es ist daran gedacht, dass der VSD Vorsorgedialog® künftig auch im Krankenhaus und in der häuslichen Betreuung verwendet werden kann. Dafür muss es jeweils eigene Fassungen des VSD Vorsorgedialogs® geben, die noch zu erarbeiten sind.

*Der Dachverband Hospiz Österreich hat den „Beirat HPC in der Grundversorgung“ gegründet. Dieser hat folgende Mitglieder: Österreichische Ärztekammer, BMG, BMASK, Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs, ARGE PflegedienstleiterInnen der stationären Langzeitpflege des ÖGKV, Hauptverband der Sozialversicherungen, Verbindungsstelle der Bundesländer, GÖG/ÖBIG, ÖGAM, OPG Österreichische Palliativgesellschaft, Institut für Ethik und Recht in der Medizin (IERM), BAG Freie Wohlfahrt

10 Jahre Universitätslehrgang Palliative Care

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Symposium „Braucht Österreich ein Hospiz- und Palliativgesetz?“ am 6.10.2016 in Wien

„Der Universitätslehrgang Palliative Care hatte von Anfang an zwei Ausrichtungen: qualifizierte, multiprofessionelle, interdisziplinäre und deutschsprachig internationale Aus-, Fort- und Weiterbildung anzubieten und Interventionen ins politische System Österreichs zu setzen, meist über die AbsolventInnen selber.“ Daher, so führte Michael Nake, Kanzler der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität und Mitglied im Leitungsteam des Unilehrgangs, in seinen einleitenden Worten aus, seien auch Thema und Titel der Feier des 10jährigen Bestehens so gewählt worden.

Einen Überblick über die vergangenen 20 Jahre, von der Idee Sr. Hildegard Teuschls CS, der ersten Präsidentin des Dachverbandes Hospiz Österreich und einer wichtigen Hospizpionierin, und dem Aufbau der Interprofessionellen Palliativbasislehrgänge bis zur ersten Umsetzung des dreistufigen Universitätslehrgangs in Salzburg 2006, gaben Leena Pelttari, Geschäftsführerin des Dachverbandes Hospiz Österreich, und Peter Braun, Leiter des Bildungszentrums St. Virgil, beide auch Mitglieder im Leitungsteam des Unilehrgangs. Der Universitätslehrgang  wird von der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, dem Dachverband Hospiz Österreich und dem Bildungszentrum St. Virgil gemeinsam getragen und verantwortet.

616 Frauen und Männer haben die fachliche Vertiefungsstufe II seither absolviert, es gibt 141 PalliativexpertInnen,  101 davon haben auch den Master of Sciene in Palliative Care vollendet . Der Großteil sind Frauen und Pflegende.

Hildegard Teuschls Grundanliegen bei der Entwicklung des Universitätslehrgangs war es, eine praxisnahe, innovative und zu Innovationen ermutigende Fortbildung zu schaffen. Dass das gelungen ist, bestätigten die Äußerungen von zwei AbsolventInnen, Hilde Kössler und Dietmar Weixler. Beide betonten den sehr wichtigen Vernetzungsaspekt, den Gewinn an Forschungspower und die Möglichkeit, wie z.B. im Rahmen von Statements bei der parlamentarischen Enquete-Kommission „Würde am Ende des Lebens“  2014/2015 auch politisch Stellung zu nehmen.

Dem Hauptthema des Symposiums widmeten sich die Beiträge von Waltraud Klasnic, Präsidentin des Dachverbandes Hospiz Österreich, und Harald Retschitzegger, Präsident der Österreichischen Palliativgesellschaft (OPG). Waltraud Klasnic erinnerte an die gemeinsamen Anliegen und Forderungen: Rechtsanspruch auf Hospiz und Palliative Care, eine Klärung der Zuständigkeiten, Regelfinanzierung, die nun im 2016 neu konstituierten Hospiz- und Palliativforum einer Lösung zugeführt werden sollen. Ob dazu auch ein neues und eigenes Gesetz notwendig sei, ließ Klasnic offen. Dagegen plädierte Harald Retschitzegger als Arzt und Palliativmediziner, als Absolvent des Unilehrgangs und als OPG Präsident eindeutig für ein Gesetz, um die Umsetzung voranzutreiben.  Hospiz und Palliative Care sei kein Luxus, sondern ein Menschenrecht.

Dr. Erich Rösch, Geschäftsführer des Bayrischen Palliativ- und Hospizverbands, gab einen Einblick in die Entwicklung der Hospiz- und Palliativversorgung in Bayern. Seiner Erfahrung nach ist es v.a. wichtig, sich Zeit zu nehmen, um miteinander zu reden und dann die Pläne beharrlich zu verfolgen. In Deutschland wurden bereits bestehende Gesetze im Rahmen der umfassenden Hospiz- und Palliativ-Gesetzgebung angepasst und vervollständigt. Die Finanzierung der Leistungen geschieht über die Kranken- und Pflegeversicherungen. Derzeit entscheidet der Hausarzt/die Hausärztin aufgrund der Symptomlast über die Zuweisung von PatientInnen an die allgemeine oder die spezialisierte Hospiz- und Palliativversorgung.

Mit einem herzlichen Dank an Verena Hölzl (St . Virgil), Irene Reckendorfer (PMU) und Sabine Tiefnig (Dachverband Hospiz Österreich), die im administrativen Teil viel zum Gelingen des Unilehrgangs beitragen sowie an Irmgard Nake als Studiengangsleiterin endete das Symposium und führte in den Austausch und das Netzwerken über.

Fotos © DV  HÖ, Dr. Johann Baumgartner

Wo stehen wir in Österreich? – Datenbericht 2015

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Der Dachverband Hospiz Österreich tritt seit der Gründung im Jahr 1993 dafür ein, dass die Hospiz- und Palliativversorgung bundesweit flächendeckend und bedarfsdeckend umgesetzt wird und unabhängig vom Alter für alle Menschen, die sie brauchen, erreichbar, zugänglich und leistbar ist – in guter Qualität.

Anlässlich des Internationalen Hospiz- und Palliative Care Tags am 8. Oktober stellen wir den Datenbericht 2015 zur Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich vor. Die vorliegende Broschüre bildet den Stand der spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung von Erwachsenen mit 31.12.2015 ab.

Österreichweit gesehen ist die spezialisierte Hospiz- und Palliativversorgung für Erwachsene (siehe Fussnote) etwa zur Hälfte gewährleistet. In einzelnen Bundesländern kann das nach unten und oben abweichen, da Österreichs föderale Struktur unterschiedliche Entwicklungen mit verschiedenen Finanzierungsvarianten hervorgebracht hat. Einzig bei Palliativstationen ist österreichweit die Regelfinanzierung gewährleistet.

Die Hospiz- und Palliativversorgung ist im österreichischen Gesundheits- und Sozialwesen noch nicht ausreichend verankert . Wesentliche Voraussetzungen dafür, dass eine dem Bedarf und den Bedürfnissen der Betroffenen entsprechende Hospiz- und Palliativversorgung etabliert werden kann, fehlen noch bzw. müssen umgesetzt werden:

  1. Verankerung eines Rechtsanspruches auf Betreuung durch Hospiz- und Palliativeinrichtungen für schwerkranke und sterbende Menschen
  2. Österreichweite Klärung der Zuständigkeiten für die Umsetzung und die Finanzierung der Hospiz- und Palliativeinrichtungen
  3. Einigung auf eine Finanzierungslösung und Einführung einer österreichweit gesicherten Regelfinanzierung für alle Angebote der abgestuften Hospiz- und Palliativversorgung sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Jugendliche
  4. Die umfassende Integration von Hospizkultur und Palliative Care in die Grundversorgung: Senioren- und Pflegeeinrichtungen, Tageseinrichtungen, Mobile Betreuung und Pflege zu Hause, Krankenhäuser, Einrichtungen für Kinder- und Jugendheilkunde und Versorgungseinrichtungen für Menschen mit Behinderung muss forciert werden.
  5. Schaffung eines Facharztes/einer Fachärztin für Palliativmedizin, um die langfristige Qualität in der palliativmedizinischen Versorgung zu ermöglichen und zu sichern.
  6. Alle an der Betreuung beteiligten Ehrenamtlichen und Berufsgruppen sind interprofessionell zu qualifizieren.
  7. Die Unterstützungsangebote für pflegende und trauernde Angehörige müssen erweitert und zusätzliche Angebote geschaffen werden.


Im Frühjahr 2016 hat sich im Auftrag der Bundesregierung unter dem Präsidium von Waltraud Klasnic, Präsidentin Dachverband Hospiz Österreich, und Dr.in
Elisabeth Pittermann-Höcker das Hospiz- und Palliativforum konstituiert. Diesem Forum gehören alle für die Hospiz- und Palliativversorgung relevanten Entscheidungsträger auf Bundesebene und VertreterInnen des Dachverbands Hospiz Österreich und der Österreichischen Palliativgesellschaft an. Ziele und Auftrag an das Forum sind insbesondere

  1. Förderung der Zusammenarbeit sowie Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den spezialisierten Hospiz- und Palliativeinrichtungen und den bestehenden Einrichtungen im Gesundheits- und Sozialwesen;
  2. Prüfung der Validität der für die Umsetzung eines Hospiz- und Palliativ Care Stufenplanes entsprechend der Empfehlungen genannten finanziellen Mittel und Aktualisierung der Kostenschätzungen;
  3. Förderung der koordinierten Einbindung von Ehrenamtlichen in die Hospiz- und Palliativbetreuung;
  4. Mitarbeit bei der Entwicklung einer Regelfinanzierung für Hospiz- und Palliativeinrichtungen.

Mit der Einrichtung dieses Forum folgt die Bundesregierung einem der zentralen Punkte aus den 51 Empfehlungen der Parlamentarischen Enquete-Kommission „Würde am Ende des Lebens“, die vom Nationalrat am 26.3.2015 einstimmig angenommen wurden. Zum ersten Mal seit Beginn der Hospiz- und Palliativarbeit in Österreich wurde ein Forum mit entsprechender Besetzung im Auftrag der Bundesregierung eingerichtet. Die Chancen stehen also gut, dass in den kommenden Jahren Lösungen für die dringlichsten Fragen, nämlich Zuständigkeit und Finanzierung, gefunden und umgesetzt werden.


Seit 2015 wird vom Dachverband Hospiz Österreich die Datenerhebung auch bei Einrichtungen der Hospiz- und Palliativversorgung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowie ihre Familien durchgeführt. Da dieser Versorgungsbereich und damit auch die Datenerhebung im Aufbau sind, gibt es erst wenige Daten .

EAPC White Paper zu Ehrenamt in Hospiz und Palliative Care in Europa

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2013 gründete sich innerhalb der EAPC (European Association for Palliative Care) die Arbeitsgruppe zum Ehrenamt in Hospiz und Palliative Care in Europa unter der Leitung von Leena Pelttari (A) und Ros Scott (UK) .
Eines der Ergebnisse ist ein Grundsatzpapier („White Paper“) zu Ehrenamt in Hospiz und Palliative Care in Europa, das nun im European Journal of Palliative Care (EJPC) in Englisch veröffentlicht wurde: Defining volunteering in hospice and palliative care in Europe: an EAPC White Paper

This document is held under copyright by Hayward Group Ltd, publisher of the European Journal of Palliative Care . It may be downloaded for single academic use only. Reproduction for any other purpose is not allowed. For further information, please contact the journal by clicking here.

Hauptsache geliebt – Rückblick auf den 1. Pädiatrischen Hospiz- und Palliativkongress

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„Hauptsache gesund, sagen werdende Eltern oft. Ich habe durch die Begleitung des Mobilen Kinder-Palliativteams gelernt, statt „Hauptsache gesund“ „Hauptsache geliebt“ zu denken und zu fühlen“ erzählt die Mutter von Noah. Noah hatte eine Form der Trisomie 18, und der Tag der Geburt war zugleich auch der Tag seines Todes.

Wer sich mit der Hospiz- und Palliativversorgung von Säuglingen, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen beschäftigt, begegnet berührenden und schwierigen Momenten sehr oft. So war es auch für die ca. 250 TeilnehmerInnen, die sich am 14./15.9.2016 bei strahlendem Wetter zum 1. Pädiatrischen Hospiz- und Palliativkongress in Österreich in St. Virgil/Salzburg versammelten.

Die Wertschätzung des Kongresses und seines Themas kam in den Begrüßungsworten von Michaela Bartel, Landtagsabgeordnete Salzburg, Maria Haidinger, Obfrau der Hospizbewegung Salzburg, Waltraud Klasnic, Präsidentin Dachverband Hospiz Österreich, Wolfgang Sperl, Präsident Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, Harald Retschitzegger, Präsident Österreichische Palliativgesellschaft, Peter Braun, Direktor St. Virgil, und Renate Hlauschek, Leitungsteam Universitätslehrgang Palliative Care in der Pädiatrie, zum Ausdruck.

Joan Marston, Geschäftsführerin des icpcn, des Internationalen Netzwerks von Palliative Care für Kinder, spannte im Eröffnungsvortrag den Bogen zu den 21 Mio. Kindern weltweit, die Hospiz- und Palliative Care benötigen – weniger als 1% erhält sie. Sie war während des gesamten Kongresses anwesend.

Leena Pelttari und Claudia Nemeth, beide Dachverband Hospiz Österreich, berichteten vom Stand der Entwicklungen in Österreich.

Drei internationale Perspektiven erweiterten den Blick auf den Themenkreis: eine kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Palliative Care für Kinder kam von Eva Bergsträsser vom Universitätskinderspital Zürich/Schweiz, Lars Garten und Bianka Rösner von der Neonatologie der Charité Berlin berichteten von neuen Kooperationen mit der Gynäkologie und Monika Führer aus München setzte sich mit der vorausschauenden Planung bei Kindern auseinander. Gelebte Praxisbeispiele kamen aus Dresden und Olpe/Deutschland und St. Gallen/Schweiz.

Brigitte Trnka moderierte schwungvoll durch den Vormittag.

Im Mittelpunkt aller wissenschaftlichen Vorträge, Workshops und Gespräche stand die Frage, wie lebensverkürzt erkrankten Kindern und ihren Familien so geholfen werden kann, dass eine bestmögliche Lebensqualität für alle möglich ist: für das betroffene Kind, die Geschwister und die Eltern in der verbleibenden Zeit, die lange oder kurz sein kann. Während es für an Krebs erkrankte Kinder zahlreiche Modelle einer solchen Betreuung gibt, fehlt dies oft für die größere Gruppe jener, die an Stoffwechselerkrankungen, neurologischen Erkrankungen oder schweren Behinderungen leiden.

Gute Hospiz- und Palliativbetreuung für Säuglinge, Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und ihre Familien ist möglich – unter bestimmten Bedingungen, wie die Praxisbeispiele zeigten. Gemeinsam an Grenzen zu sein und zu gehen kann nur gelingen, wenn ein multiprofessionelles Team eingesetzt wird, das über genügend Ressourcen verfügt, sowohl in Bezug auf Zeit, Qualifikation und Geld. Ebenso wesentlich sind die Haltung und die Fähigkeit zu improvisieren, ist es doch oft ein wenig anders als geplant.

Dass ehrenamtliche Kinder-HospizbegleiterInnen als Teil des multiprofessionellen Teams eine wichtige Rolle spielen, v.a. auch bei der Begleitung der Geschwister, steht außer Frage.

Thematisch gesehen deckten die zahlreichen ExpertInnen aus dem In- und Ausland ein breites Spektrum ab: Schmerztherapie und Symptomkontrolle, interkulturelle Aspekte, schwierige Entscheidungen treffen, Selbstfürsorge, komplementäre Methoden, Umgang mit Grenzen, perinatale Palliative Care, Bestattung und Trauer etc. Moshe Cohen aus San Francisco brachte als Clown die wortlose Dimension ins Spiel .

Viele Praxisberichte, auch von betroffenen Eltern, ermöglichten einen lebendigen Einblick und Austausch über Berufsgruppen, Bundesländer und Staaten hinweg und trugen wesentlich zum Erfolg des Kongresses bei.

Wir freuen uns über den sehr gelungenen Kongress und danken den vielen, die dazu beigetragen haben, allen voran Claudia Nemeth, Projektleiterin im Dachverband Hospiz Österreich, und dem Kongresskomitee mit Waltraud Klasnic, Johann Baumgartner, Peter Braun, Christof Eisl, Renate Hlauschek, Martina Kronberger-Vollnhofer, Leena Pelttari, Ulrike Pribil, Harald Retschitzegger und Wolfgang Sperl.

Mit Freude blicken wir auf den nächsten Kongress!

Ein Dank an das Bundesministerium für Familien und Jugend für die Unterstützung des Kongresses!

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Ein Dank an die Wiener Städtische Versicherung für die Unterstützung des Dachverbandes Hospiz Österreich bei der pädiatrischen Hospiz- und Palliativarbeit

Festveranstaltung 10 Jahre Universitätslehrgang Palliative Care in der Pädiatrie

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Als Teil des 1 . Pädiatrischen Hospiz- und Palliativkongresses fand am 14.9.2016 abends im wunderschönen Ambiente der Salzburger Residenz eine Festveranstaltung anlässlich des Jubiläums „Zehn Jahre Universitätslehrgang Palliative Care in der Pädiatrie“ statt. Dabei überbrachte Gesundheits- und Spitalsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl die Grußworte des Landes.

„Das Sterben von Kindern und jungen Menschen ist in unserer Gesellschaft nach wie vor ein Tabuthema, und selbst Ärztinnen und Ärzte sowie medizinisches Fachpersonal weisen hier oftmals Berührungsängste auf. Lebensbegrenzende Erkrankungen von Kindern stellen eine absolute Ausnahmesituation und Herausforderung für alle Beteiligten dar . Umso wichtiger ist es, dass es für diese Phase qualifiziertes Pflegepersonal mit speziellem Wissen und der dafür notwendigen menschlichen Grundhaltung gibt“, betonte Stöckl bei der Festveranstaltung.

Die Geschäftsführerin des Dachverbandes Hospiz Österreich und Mitglied des Leitungsteams des Universitätslehrgangs Palliative Care, Leena Pelttari, erinnerte an das Engagement Peter Fässler-Weibels (1948-2011) als Initiator und Leiter des Lehrgangs. Weil dieser Lehrgang ein Herzensanliegen aller gewesen sei, so Pelttari weiter, habe das Leitungsteam des Pädiatrielehrgangs auch beharrlich durchhalten können. Beispielhaft sei die gelebte Multiprofessionalität, im Leitungsteam, bei den Lehrenden, bei den TeilnehmerInnen.

Erwin Hauser, Renate Hlauschek und Sabine Fiala-Preinsperger, Leitungsteam des Pädiatrielehrgangs, gaben anschließend Einblick in die Erfolge und Herausforderungen der vergangenen 10 Jahre. Eine Aussage, die immer wiederkehrte, war die Bedeutsamkeit der multiprofessionellen Teamarbeit für eine gelingende Hospiz- und Palliativversorgung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen und ihren Familien.

Die Überreichung des Peter-Fässler-Weibel-Preises für außergewöhnliche Projekte oder besondere Zivilcourage in der Hospiz und Palliative Care in der Pädiatrie bildete dann Höhepunkt und Abschluss. Sabine Grünberger von MoKi Kärnten konnte freudestrahlend den Preis entgegennehmen. „Stoak wie a Felsn“  heißt das Projekt, das Eltern von schwerstbehinderten und lebensverkürzt erkrankten Kindern die Gelegenheit gibt, kostenfrei drei Tage lang als Gruppe und professionell begleitet Zeit für sich zu haben, durchzuatmen und sich mit der eigenen Situation, ihren Belastungen und Ressourcen auseinanderzusetzen, um wieder „stoak wie a Felsn“ zu werden . Moki betreut währenddessen die Kinder und Geschwisterkinder.

Das Wort- und Sprachlose fand seinen Platz in den Beiträgen des Clowns Moshe Cohen. Tom Schwarzmann moderierte gekonnt und schwungvoll durch den Abend, musikalisch umrahmt wurde die Feier von Bernhard Piller.

Wir gratulieren herzlich, dem Leitungsteam des Pädiatrielehrgangs zu den 10 Jahren und Sabine Grünberger zum Preis!

Wir danken Landeshauptmann Haslauer für die Überlassung der Residenz!