Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Österreich

Ehrenamt und der XIII. Kongress des ungarischen Hospiz-Palliativ-Verbandes

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Von 10.-12. Mai 2018 fand in Eger, Ungarn, der XIII. Kongress des ungarischen Hospiz-Palliativ-Verbandes (HHPA) statt. Der Kongress wird alle zwei Jahre veranstaltet und richtet sich an haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen der Hospiz- und Palliativversorgung, Personen anderer Gesundheits- und Sozialberufe sowie weitere VernetzungspartnerInnen .

Der dritte Kongresstag war dem Thema Ehrenamt in Hospiz und Palliative Care gewidmet. Ehrenamtliche aus Ungarn, EhrenamtskoordinatorInnen und MitarbeiterInnen des ungarischen Hospiz-Palliativ-Verbandes berichteten von ihrer Arbeit . Besonders bewegend war, wie sich die Ehrenamtlichen mit ihren jeweiligen Kompetenzen einbrachten: Ein Filmemacher, der wichtige Momente von erkrankten Kindern auf Video festhielt, drei HundetherapeutInnen, die die Hospiz- und Palliativeinrichtungen regelmäßig mit ihren Hunden besuchen und den PatientInnen damit große Freude bereiten,…

Naida Dzaka (Dachverband Hospiz Österreich/Mobiles Hospiz der Caritas) berichtete von den Strukturen des Ehrenamts in Österreich, aus der Praxis ihrer Arbeit in einem Hospizteam und von den Bemühungen der EAPC Task Force for Volunteering in Hospice and Palliative Care auf europäischer Ebene.

Gratulation an die ungarischen KollegInnen zu dem sehr erfolgreichen Kongress!

Wollen auch Sie das Ehrenamt unterstützen? Dann unterschreiben Sie die EAPC Madrid Charta zum Ehrenamt  in Hospiz und Palliative Care: http://bit.ly/EAPCVolunteeringCharter

Abstract in English and Hungarian

Bild v.l.n.r.: Judit Schaffer (Vizepräsidentin HHPA), Naida Dzaka (DVHÖ),  Miklós Lukács (Präsident HHPA), Kinga Farkas (Koordination Ehrenamt HHPA)

9. Wiener Hospiz- und Palliativtag – Vom Lachen und Weinen

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Am 17. Mai 2018 fand der 9. Wiener Hospiz- und Palliativtag statt, der unter dem Motto „Vom Lachen und Weinen“ dem Thema Hospiz und Palliative Care für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene gewidmet war. Für rund 200 Interessierte wurde es ein lebendiger und beeindruckender Nachmittag im Kardinal König Haus, durch den Ö1-Moderator Bernhard Fellinger führte.

Leena Pelttari, Geschäftsführerin von Hospiz Österreich, und Rudolf Likar, Präsident der Österreichischen Palliativgesellschaft, leiteten den Nachmittag mit Begrüßungsworten ein.

Danach standen lebendige und berührende Berichte von betroffenen Müttern über ihre Kinder am Programm. Eine Mutter sprach selbst, die zweite Mutter war verhindert, ihre Geschichte wurde vorgelesen. Viele waren danach dem Weinen näher als dem Lachen .

Ein Überblick über die Versorgungssituation in Österreich und aktuelle Ergebnisse aus der Datenerhebung des Dachverbands zu Österreich und Wien von Claudia Nemeth, Projektleiterin Hospiz- und Palliativversorgung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Dachverband Hospiz Österreich, holte wieder zurück in die Welt der Zahlen und Fakten.

Es folgte eine spannende Podiumsdiskussion mit vielen Einblicken in den Familienalltag mit lebensverkürzt erkrankten Kindern, in die Praxis des Krankenhauses, der Mobilen Kinderkrankenpflege, der Kinderhospiz- und Palliativeinrichtungen sowie der Sozialversicherung, ehe es in eine Pause mit vielen Gesprächen und Begegnungen ging.

Berichte über die Begleitung schwerkranker Kinder und ihrer Familien vor dem Tod und beim Tod bis hin zur Bestattung bildeten den zweiten Teil der Veranstaltung. Auch hier waren wieder praxisnahe Einblicke in den Berufsalltag möglich .

Kurzfilme veranschaulichten das Thema schwerkranke Kinder mit vielseitigen, persönlichen Aussagen und mit berührenden Bildern, ein Kinderchor erzeugte gute Laune und zauberte dem Publikum ein Lächeln ins Gesicht .

Gratulation den Veranstaltern zu diesem gelungenen 9. Wiener Hospiz- und Palliativtag!

Vielen Dank an die ERSTE Stiftung für die Unterstützung!

Konferenz Novi Sad

Internationale Hospiz- und Palliative Care Konferenz in Serbien

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Konferenz Novi Sad

Am 27. Februar 2018 fand in Novi Sad (Serbien) eine internationale Konferenz mit dem Titel „Da završetak života bude dostojanstven kao i njegov početak“ – sinngemäß übersetzt „Ein würdevolles Lebensende ist ebenso wichtig wie ein würdevoller Lebensbeginn“ – statt.

Im Mittelpunkt aller Vorträge und Diskussionen stand das Anliegen, PatientInnen und ihren An- und Zugehörigen Zugang zu einer ganzheitlichen und qualitätsvollen Hospiz- und Palliativbetreuung zu ermöglichen. Bislang gibt es in Serbien eine spezialisierte Hospizorganisation, die PatientInnen und ihre Familien zu Hause betreut, und vereinzelte Palliativstationen in Krankenhäusern.
Knapp 35 Engagierte aus unterschiedlichen Organisationen des Sozial-, und Gesundheits- und Bildungswesens in Serbien, sowie VertreterInnen des Dachverbandes Hospiz Österreich und des Ungarischen Hospiz- und Palliativverbandes nahmen an der Konferenz teil.

Ein Vertreter der regionalen Volksanwaltschaft betonte den Bedarf und das Recht jeder/s Einzelnen auf Hospiz- und Palliativversorgung, unabhängig von sozialem Status und Wohnort. Johann Baumgartner (Palliativkoordination Steiermark/Vizepräsident Dachverband Hospiz Österreich) stellte die Entwicklung, Meilensteinen und die bestehenden Strukturen der spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich vor. Naida Dzaka (Mitarbeiterin im Dachverband Hospiz Österreich und ehrenamtliche Hospizbegleiterin im Interkulturellen Hospizteam der Caritas der Erzdiözese Wien) brachte die Sicht des Ehrenamts mit ein. Judit Schaffer (Hungarian Hospice-Palliative Association) berichtete von der Hospiz- und Palliativversorgung in Ungarn. Zudem wurden die Entwicklungen in Serbien und Ergebnisse einer regional durchgeführten Studie diskutiert .

Vera Madžgalj (Belhospice/Serbien) und Nikola Vučen (Erste Group/Österreich) moderierten den sehr abwechslungsreichen Tag. Geschätzt wurden dabei insbesondere die Vernetzung lokaler Organisationen untereinander, die lebhaften Diskussionen und das Lernen voneinander.

Wir freuen uns über die sehr gelungene Konferenz und wünschen den KollegInnen in Serbien einen guten weiteren Weg in der Entwicklung ihrer Hospiz- und Palliativlandschaft.

Großer Dank gebührt Nikola Vučen, der die Konferenz gemeinsam mit dem Gesundheitszentrum in Novi Sad organisierte.

Hintergrundinformation:
Erfahrungen im familiären Umfeld in Belgrad hatten in Nikola Vučen den Wunsch geweckt, etwas zur Weiterentwicklung der Hospiz- und Palliativversorgung in Serbien beizutragen. Im Austausch mit Leena Pelttari, Geschäftsführerin des Dachverbandes Hospiz Österreich, und der ERSTE Stiftung entstand die Idee, unter Einbindung bestehender serbischer Hospiz- und Palliativeinrichtungen eine Konferenz in Novi Sad zu initiieren. Dem war ein Besuch von Teammitgliedern des Belhospice in Graz und Wien vorausgegangen, um die österreichische Struktur der Hospiz- und Palliativversorgung kennen zu lernen.

Vielen Dank an die ERSTE Stiftung für die Unterstützung der Konferenz!

Logo Erste Stiftung

Beiträge zur Konferenz in den serbischen Medien (in der Landessprache):
https://www.kanal9tv.com/palijativno-lecenje-i-hospis/
https://www.dnevnik.rs/drustvo/srbija-bez-hospisa-za-negu-neizlecivo-bolesnih-28-02-2018
http://www.ombudsmanapv.org/riv/index.php/vesti/ostale-vesti/1988-oja%C4%8Dati-svest-o-potrebi-palijativne-nege.html

Fotos DV HÖ Dr . Johann Baumgartner

Hospiz am See eröffnet!

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Am 12 . Jänner 2018 ging für Hospiz Vorarlberg ein jahrzehntelanger Traum in Erfüllung: das Hospiz am See, ein Stationäres Hospiz mit 10 Zimmern im umgebauten ehemaligen Sanatorium Mehrerau in Bregenz, wurde eröffnet . Wir gratulieren ganz herzlich zur Ausdauer und zum Dranbleiben!

Mehr dazu im Bericht als *pdf

Einen weiteren Bericht finden Sie unter: http://www.kath-kirche-vorarlberg.at/organisation/caritas/artikel/ein-anders-ort

Open House bei Hospiz Österreich

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Hospiz Österreich lud am 19. Dezember 2017 zum Open House am Nachmittag – und viele folgten der Einladung . Waltraud Klasnics Begrüßungsworte erinnerten an das viele, das gelungen ist, und dass die Arbeit von Leena Pelttari und ihrem Team wohl die freudige Zustimmung von Sr. Hildegard Teuschl habe.

In der Einweihungszeremonie erinnerte P. Klaus Schweiggl SJ, langjähriger Seelsorger des Mobilen Caritas Hospiz, an Cicely Saunders und ihre Überzeugung, die Begegnung mit sterbenden und schwerkranken Menschen aus der innersten Mitte heraus zu gestalten. Dass diese Mitte viele Namen hat, spiegelte sich in den Anklängen an die christliche, jüdische, islamische und buddhistische Tradition bei den Texten, Liedern und Gebeten wider.

Im zwanglosen heiteren Miteinander verlief der Nachmittag, bei Gesprächen mit den MitarbeiterInnen im Dachverband Hospiz Österreich und untereinander . Danke an alle, die gekommen sind und zu diesem warmherzigen Nachmittag durch ihr Da-Sein beigetragen haben!

Fotos ©DV Hospiz Österreich

Internationaler Tag des Ehrenamts – feiern wir!

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Am 5. Dezember feiert die UNO weltweit den Tag des Ehrenamtes . Sie will damit die lebensbejahende Solidarität von Freiwilligen/Ehrenamtlichen auf der ganzen Welt würdigen, die auf Notlagen in Krisenzeiten antworten, indem sie heute bei der Rettung von Leben helfen und jene unterstützen, die auch morgen noch mit Würde leben wollen. Das Motto heuer ist: „Ehrenamtliche handeln als erste. Hier. Überall.“

Ros Scott und Leena Pelttari erinnern anlässlich des Internationalen Tag des Ehrenamts an die vielen Ehrenamtlichen, die im Bereich von Hospiz und Palliative Care tätig sind und deren Geschichten sie im Rahmen der EAPC Taskforce zum Ehrenamt in Hospiz und Palliative Care bisher erfahren durften .

Sie erinnern daran, dass die Anerkennung des Ehrenamts in Hospiz und Palliative Care noch lange nicht in allen Ländern selbstverständlich ist und daher die EAPC Madrid Charta zur Unterstützung des Ehrenamtes unsere Unterschriften braucht.

Unterschreiben auch Sie ->> hier!

Zum Blogbeitrag von Leena Pelttari und Ros Scott auf der EAPC Website (in Englisch):
https://eapcnet.wordpress.com/2017/12/05/celebrating-hospice-and-palliative-care-volunteers/

International Day Buurtzorg, Niederlande – Ein innovativer Ansatz, Hauskrankenpflege zu organisieren

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Karin Böck und Maria Eibel machten sich im Auftrag von Hospiz Österreich am 30. November 2017 auf zum International Day Buurtzorg in Almelo (Niederlande) . An diesen ca. alle drei Monate stattfindenden International Days gibt Buurtzorg Interessierten Einblick in die Organisation und Arbeitsweise. Buurtzorg entstand aus einer großen Unzufriedenheit mit dem in den Niederlanden damals vorherrschenden System der mobilen Pflege und Betreuung zu Hause.

Das 2007 von Jos de Blok gegründete Unternehmen startete mit einem Team aus vier MitarbeiterInnen in der Hauskrankenpflege und hat aktuell (im Jahr 2017) bereits 14.000 Angestellte mit über 950 Teams. Drei Viertel der gesamten mobilen Pflege und Betreuung zu Hause in den Niederlanden werden mittlerweile durch Buurtzorg-Teams abgedeckt.  Ein Geheimnis des großen Erfolgs ist die Grundhaltung von Buurtzorg: alle Teams arbeiten selbstorganisiert in überschaubaren Zuständigkeitsbereichen („Stadtvierteln“) und treffen alle Entscheidungen selber. Befragungen bei den Betreuten, den Betreuungs-Teams und den Angehörigen ergeben immer wieder ein hohes Maß an Zufriedenheit und Qualität. – Ein Back-Office mit nur 50 Personen kümmert sich um Lohnverrechnung, IT und PatientInnenabrechnungen.

Mit 6 weiteren TeilnehmerInnen aus Belgien, Dänemark, Deutschland und Schweden wurde intensiv an folgenden Themen gearbeitet: Grundsätze des Buurtzorg-Modells, Arbeit einer diplomierten Pflegekraft in einem Team, der IT-Bereich bzw. das Dokumentationssystem, Funktion und Aufgaben des Back-Office und das Rollenbild eines Coaches wurden vorgestellt .

Reich beschenkt mit vielen neuen Eindrücken und mit einem tieferen Verständnis des Buurtzorg-Modells kehrten Karin Böck und Maria Eibel nach Wien zurück.

http://www.buurtzorgnederland.com/

7. Deutsches Kinderhospizforum

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Am 10. und 11 . November 2017 fand das 7. Deutsche Kinderhospizforum in Essen statt, veranstaltet vom Deutschen Kinderhospizverein e.V.

Die zweitägige Veranstaltung richtete sich an Familien, an haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen in der Hospiz- und Palliativarbeit, an Mitarbeitende im Gesundheits-, Bildungs-, Sozial- und Wissenschaftsbereich, an Selbsthilfegruppen sowie an weitere Interessierte, und so fanden sich rund 500 TeilnehmerInnen aus ganz Deutschland im Essener Haus der Technik ein.

Der diesjährige Titel „Gemeinsam – innehalten, gestalten, bewegen“ prägte das umfangreiche Programm. Viele Foren, Workshops und Vorträge widmeten sich unterschiedlichen Aspekten der Gemeinschaft . Aber auch Fragen des Umgangs mit Trauer, Erkrankung, Behinderung und Sterben wurden beleuchtet, gesellschaftliche und politische Voraussetzungen für Solidarität auf allen Ebenen thematisiert und berührende Einblicke in die Lebens- und Erfahrungswelten betroffener Familien vermittelt. Die gebotene Themenvielfalt machte die Wahl der Vorträge und Workshops nicht leicht.

Mag.a Claudia Nemeth, Projektleiterin Hospiz und Palliative Care für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Dachverband Hospiz Österreich, gewann als Teilnehmerin an diesem 7. Deutschen Hospizforum viele neue Erkenntnisse über die Entwicklungen in unserem Nachbarland. Sie besuchte die Themen „Gemeinschaft macht stark – Wie Kinderhospizarbeit Gesellschaft verändern kann“, „Stationäre Kinder- und Jugendhospizarbeit in Deutschland – eine Standortbestimmung“ und „Wissenschaft trifft Kinder- und Jugendhospizarbeit“ .

Information:

Der Deutsche Kinderhospizverein wurde im Jahr 1990 von sechs Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern gegründet. Er ist Anlaufstelle für betroffene Familien, betreibt mehr als 20 ambulante Kinder- und Jugendhospizdienste und stellt über die Deutsche Kinderhospizakademie zahlreiche Seminar- und Bildungsangebote bereit.

Masterfeier 2017

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Am 10. 11. 2017 wurde im Rahmen einer akademischen Feier an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg an 34 AbsolventInnen des Masterstudienganges Palliative Care der Titel „Master of Science (Palliative Care)“ verliehen.

Nach der Begrüßung durch den Rektor Univ . Prof . Dr. Herbert Resch und Grußworten der Landtagsabgeordneten Dr.in Kimbie Humer-Vogel hielt Waltraud Klasnic, Präsidentin des Dachverbandes Hospiz Österreich, die inspirierende Festrede zum Thema „Lebensfreude zu erhalten…“.

Es folgte die Verleihung der Zertifikate und Dankesworte vom Leitungsteam des Universitätslehrgangs Palliative Care und der AbsoventInnen.

Im Anschluss wurden die PreisträgerInnen des Hildegard-Teuschl-Preises geehrt.

Die Feier klang bei einem gemeinsamen Imbiss aus und wurde musikalisch von Lost&Found umrahmt.

Wir gratulieren den 27 Absolventinnen und 7 Absolventen sehr herzlich und wünschen ihnen alles Gute in ihren jeweiligen Berufsfeldern!

Foto: © PMU/wildbild

Verleihung des Hildegard Teuschl Preises für besondere Leistungen in Hospiz und Palliative Care in Salzburg

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Am 10 . November 2017 wurde an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg im Rahmen der Masterfeier des Universitätslehrgangs Palliative Care der diesjährige Hildegard Teuschl Preis verliehen. Die Laudatio hielt Univ. Prof. Dr. Johannes Meran.

Die drei Preise ergehen an außerordentliche Leistungen in Form einer wissenschaftlichen Arbeit oder in Form eines konzipierten bzw. schon realisierten innovativen Projekts in Hospiz und Palliative Care.

22 Arbeiten wurden eingereicht . Aus ihnen wählte die Jury (Prim. Univ. Prof . Dr. Johannes Meran, Univ. Prof. Dr. Karl Harnoncourt, Angelika Feichtner, MSc, Mag.a Sr. Karin Weiler CS) drei herausragende Arbeiten aus:

Die PreisträgerInnen 2017
Der erste Preis erging an die Tiroler Hospiz Gemeinschaft für den Aufbau des Netzwerks für Menschen mit der Erkrankung ALS (Amyothrophe Lateralsklerose).

Der zweite Preis wurde Karin Winge (Ergotherapeutin) und Erna Gadinger (Physiotherapeutin) zuerkannt. Sie entwickelten an der Integrativen Schule Hernals in Wien das Hospizprojekt Raupe & Schmetterling für Sonderschulklassen.

Dr.in Judith Brunner, Ehrenamtliche im CS Hospiz Rennweg, bekam gemeinsam mit den beiden Seelsorgerinnen Mag.a Ernestine Radlmair-Mischling und Mag.a Christa Steiner den dritten Preis für die Arbeit „Begleitung in der Trauer – vom Projekt zum 6. Bereich des CS Hospiz Rennweg“ überreicht.

Wir gratulieren allen PreisträgerInnen sehr herzlich und freuen uns über 22 Einreichungen von hervorragender Qualität, die auf eine lebendige und aktive Hospiz- und Palliativarbeit in Österreich hinweisen.

Universitätslehrgang Palliative Care
Der Universitätslehrgang Palliative Care, eine Kooperation von Paracelsus Medizinischer Privatuniversität, Dachverband Hospiz Österreich und St. Virgil Salzburg, lobt alle zwei Jahre einen Preis für wissenschaftliche Leistungen und innovative Projekte in Hospizarbeit und Palliative Care aus. Der Preis ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert: Vergeben wird ein 1. Preis zu 3.000 Euro (gespendet von Frau Maja Dornier, Lindau/D), ein 2. Preis zu 2.000 Euro und ein 3. Preis zu 1.000 Euro.

Mag.a Sr. Hildegard Teuschl CS
Der Preis ist nach Mag.a Sr. Hildegard Teuschl CS, Pionierin der österreichischen Hospiz- und Palliativbewegung, benannt. Hildegard Teuschl (1937 – 2009) engagierte sich über 20 Jahre lang für schwerkranke und sterbende Menschen in Österreich und war Ehrenpräsidentin und langjährige Vorsitzende des Dachverbandes Hospiz Österreich. Sie rief den Universitätslehrgang Palliative Care ins Leben.

1. Preis
2. Preis
3. Preis

© PMU/wildbild

 

2. Fachtagung HPC Mobil: Schwerkranke und sterbende Menschen zu Hause betreuen bis zuletzt – Arbeit an Grenzen

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Die 2. Fachtagung im Projekt „Hospizkultur und Palliative Care in der mobilen Pflege und Betreuung zu Hause – HPC Mobil“  war ein Tag voller Dynamik und Lebendigkeit mit vielen Diskussionen und lebhaftem Austausch.  Sie fand am 9. November 2017 im Jufa City Hotel Wien statt und wurde von Ralph Grossmann und Christiane Krainz einfühlsam und mit Humor moderiert.

Das Thema „Arbeit an Grenzen“ trifft den Kern der Erfahrungen vieler, die in der mobilen Pflege und Betreuung zu Hause (= Hauskrankenpflege und Heimhilfe) ihre Arbeit mit großem Engagement täglich leisten. Sie sind alleine unterwegs, kommen in das Zuhause der kranken Menschen, um zu helfen, und müssen mit vielen anderen, z.B . den HausärztInnen, den spezialisierten Hospiz- und Palliativteams, den Rettungsdiensten, dem Krankenhaus, den 24 BetreuerInnen… bestmöglich zusammenarbeiten, wenn die Betreuung bis zuletzt gelingen soll.

Wie eine  Betreuung zu Hause bis zuletzt möglich werden könnte, zeigte der berührende Einstiegsfilm „Mutmacher für ein Sterben zu Hause“. Er wurde im Rahmen des Projektes gemeinsam mit den vier teilnehmenden Trägern entwickelt. Der Film findet sich auf  youtube

Zum jetzigen Zeitpunkt hat der Clip noch etwas Visionäres: derzeit wünscht sich der Großteil der in Österreich lebenden Menschen, zu Hause zu sterben, doch real sind es nur 27,4 %, im städtischen Raum sogar unter 15%, die tatsächlich zu Hause versterben können.

In ihrer Begrüßung wies Waltraud Klasnic,  Präsidentin von Hospiz Österreich, auf den Mut hin, den diese  vier Träger bewiesen haben, sich mit dem Thema Sterben und Tod in dieser Intensität auseinanderzusetzen. „Diese Träger verändern ihre Organisationstruktur und sorgen für entsprechende Fortbildung zum Thema Hospiz und Palliative Care für ihre MitarbeiterInnen, damit diese in der Begleitung von schwerkranken und sterbenden Menschen gut unterstützt sind. Diese vier Träger pilotieren für sich, aber auch für alle anderen in Österreich.“  Sie dankte der Frauenstadträtin, dass sie dieses Engagement der Träger und von Hospiz Österreich gewürdigt hat, indem das Pilotprojekt HPC Mobil den 3. Preis des Wiener Gesundheitspreises erhielt.

Highlights bisher

Sigrid Beyer, Projektleiterin von HPC Mobil, spannte den Bogen des Projektes vom Beginn im Juni 2015 bis zur Gegenwart mit den wichtigsten Highlights, wie z.B. den 71 ausgebildeten TrainerInnen in den Trägerorganisationen, den 57 Workshops HPC Mobil für die MitarbeiterInnen, die schon stattgefunden haben, der Supervision für die Palliativbeauftragten bezogen auf die Organisationsstruktur, die Fachtagungen, die Evaluierung durch die Wirtschaftsuniversität/NPO Institut Wien und vieles mehr.

Vorausschauende Planung

100 engagierte TeilnehmerInnen, darunter viele Pflegende und Betreuende, auch HausärztInnen, Leitende der Träger, Geschäftsführungen, aber auch Fördergeber und Gäste aus den Bundesländern setzten sich mit dem Thema der häuslichen Betreuung  bis zuletzt auseinander. Es wurde u.a. intensiv über die Wichtigkeit der vorausschauenden Planung diskutiert .

Man war sich darin einig,  dass es rechtzeitig Kommunikation von allen Beteiligten an einem Tisch braucht, wenn man in der Krisensituation nach dem Willen und den Wünschen der KlientInnen handeln will, wenn unnötige Krankenhauseinweisungen und unnötiges Leid der KlientInnen und deren Angehörigen vermieden werden soll. Dass dieses Leid aber auch die Betreuenden trifft, darauf verwies Karin Böck in ihrem Impulsreferat.  In Krisensituation müssen Entscheidungen von den Pflegenden oft sehr schnell getroffen werden, und wenn es keine dokumentierten Wünsche oder Willensäußerungen gibt, dann kann es sehr schwierig sein ethisch richtig zu entscheiden und zu handeln. KlientInnen, die im Rettungsauto versterben, weil man sie noch ins Krankenhaus einliefern lassen wollte, KlientInnen mit einem Herz- Kreislaufstillstand, wo das Sterben schon absehbar war, und die man reanimiert hat, solche und ähnliche Situationen belasten Pflegende oft über viele Jahre, sie verursachen emotionalen, psychischen und körperlichen Stress und können auch zu Burnout führen.

Peter Schuh, Allgemeinmediziner aus Oberwart, verwies in seinem Impulsreferat auf die Aufgabe, die HausärztInnen haben und dass es ihnen möglich gemacht werden muss, diese zu erfüllen, nämlich ihre PatientInnen zu Hause bis zuletzt zu betreuen. Das braucht neben aller Fachlichkeit vor allem viel an Kommunikation und Kooperation. ÄrtzInnen müssen in ihrer Ausbildung lernen, dass es nicht nur ihre Aufgabe ist zu heilen, sondern auch zu begleiten bis zuletzt, dass schwerkranke und sterbende Menschen sie brauchen und dass sie für diese da sind.

Wie auch schon bei der ersten Fachtagung wurde die Wichtigkeit von flexiblen Zeiten in der Betreuung von schwerkranken und sterbenden Menschen erwähnt. Die Betreuung von schwerkranken und sterbenden Menschen braucht Kontinuität, Fachlichkeit und eine Haltung der Achtsamkeit  in der Betreuung. Auch die Angehörigen brauchen Zeit von den Betreuenden, sie müssen informiert, angeleitet und manchmal auch getröstet werden.

Einblicke in das Pilotprojekt

Diese  Fachtagung legte den Fokus nicht nur auf die MitarbeiterInnen der Träger und die Weiterentwicklung des Themas, sondern präsentierte mit großer Offenheit  den Stand des Pilotprojektes für alle Interessierten. In kooperativ gestalteten Infopoints erhielten die TeilnehmerInnen von den Führungskräften der ersten und zweiten Führungsebene, von operativen Führungskräften und den Palliativbeauftragten einen umfassenden Blick auf das Pilotprojekt.  Petra Hellmich (Arbeiter Samariter Bund Wien), Christian Klein (Caritas der ED Wien), Otto Knapp (Volkshilfe Wien) und Robert Oberndorfer (CS Caritas Socialis) als GeschäftsführerInnen bzw. zuständige BereichsleiterIn der vier teilnehmenden Träger beurteilten in der Interviewrunde von Ralph Grossmann das Projekt in seinen bisherigen Auswirkungen und der Zusammenarbeit mit anderen Trägern einhellig sehr positiv und empfahlen anderen Trägern HPC Mobil auch umzusetzen. Die Grenzen in der Umsetzung seien u.a. struktureller und damit zusammenhängend auch finanzieller Art.

Seit dem Projektbeginn Mitte 2015 arbeiten diese vier Träger unter der Projektleitung von Hospiz Österreich und dem Organisationsberater Ralf Grossmann kooperativ an der Entwicklung von Hospizkultur und Palliative Care in der eigenen Organisation und für alle MitarbeiterInnen. Es geht um Organisationsentwicklung zu Hospizkultur und Palliative Care und darin eingebettet spezifische Fortbildung.

Waltraud Klasnic ermutigte zum Schluss alle, den bereits begonnenen Weg weiterzugehen, das Ziel immer im Blick  zu haben und weiterhin so viel Mut zu beweisen, damit  schwerkranke und sterbende Menschen, die zu Hause sterben wollen, diesen letzten Wunsch erfüllt bekommen. Das ist aber nur möglich, wenn die Betreuenden gut unterstützt sind in ihrer täglichen, engagierten und herausfordernden Tätigkeit und wenn jeder Träger in seinen Strukturen eine hospizliche Haltung verankert hat und es ausreichend Kompetenz zu Hospiz und Palliative Care gibt.

Film: ANSCHAUEN, ANKLICKEN, WEITERLEITEN…

Gefördert aus den Mitteln des Fonds Gesundes Österreich

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Der VSD Vorsorgedialog® – Handeln nach den Wünschen und Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner

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Integration des Vorsorgedialogs in Österreichs Alten- und Pflegeheimen

Das vorausschauende Nachdenken über die eigenen Wünsche für ein gutes Leben und ein würdiges Sterben und das schriftliche Festhalten dieser Wünsche unterstützt die Selbstbestimmung einer/s jeder/n Einzelnen – und kann bei  lebensbedrohlicher Erkrankung  und/oder Gebrechlichkeit und Krankheit im hohen Alter sehr hilfreich für alle Beteiligten sein .

Der VSD Vorsorgedialog®  ist ein Kommunikationsinstrument zur vorausschauenden Behandlungsplanung in Alten- und Pflegeheimen Österreichs, der ein Angebot an die Bewohner/innen darstellt . Es ist eine Zusatzleistung des Heimes für Ihre Bewohner/innen. Es handelt sich dabei um ein strukturiertes Gespräch über die Wünsche und Bedürfnisse der BewohnerInnen zu einem guten Leben im Heim und zu wichtigen Fragen in einer möglichen Krisensituation am Lebensende. Es ist ein gemeinsames Gespräch, an dem die/der Bewohner/in, die Angehörigen, die/der Hausärztin/arzt und die Pflegenden beteiligt sind.

Die Integration des Vorsorgedialogs wird allen HPCPH-Heimen bzw. Heimen mit guter Hospizkultur empfohlen, um die Selbstbestimmung der BewohnerInnen zu stärken und dem Heimpersonal und gegebenenfalls hinzugezogenen BereitschaftsärztInnen/ ev. auch (Not-)ärztInnen in Krisensituationen eine Entscheidungsgrundlage zu bieten, um im Sinne der/des Bewohnerin/s handeln zu können.

Im Jänner 2017 hat die Pilotphase der Integration des VSD Vorsorgedialogs® begonnen, die vier Jahre andauern wird. Der Integrationsprozess beinhaltet Organisationsentwicklungselemente zur Planung der Verankerung des VSD in den Strukturen und Abläufen des Hauses und Workshops für die MitarbeiterInnen, die den VSD durchführen werden.

Österreichweit integrieren bereits knapp 40 Heime den Vorsorgedialog, 31 davon in der Steiermark, vier in Wien, jeweils eines in Ober- und Niederösterreich. In Salzburg wird dieses Jahr mit weiteren Pilotheimen begonnen. In künftigen HPCPH-Durchgängen ist der Vorsorgedialog integraler Bestandteil des Prozesses.

Bei Interesse an dem Vorsorgedialog bzw. der Integration des Vorsorgedialogs in Ihrem Alten- und Pflegeheim, können Sie sich in den Bundesländern Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Steiermark, Kärnten, Ober- und Niederösterreich an die landeskoordinierenden Hospiz- und Palliativstellen, im Burgenland an den Psycho-sozialen Dienst (PSD) in seiner Funktion als Landeskoordination für Palliativversorgung im Burgenland und in Wien an Hospiz Österreich wenden.

Der Beirat HPC in der Grundversorgung unterstützt die Umsetzung des VSD Vorsorgedialogs und wird sich weiter bemühen, Lösungen für die Honorierung der Leistungen rund um den Vorsorgedialog zu finden.