Am 23. April 2026 fand im Congress Graz im Rahmen des 9. Österreichischen interprofessionellen Palliativkongresses das Symposium für ehrenamtlich Engagierte in Hospiz und Palliative Care statt, veranstaltet HOSPIZ ÖSTERREICH, der Österreichischen Palliativgesellschaft und dem Hospizverein Steiermark. 360 Ehrenamtliche aus ganz Österreich füllten den Saal bis auf den letzten Platz.
Nach den Begrüßungen durch die Präsident:innen der veranstaltenden Organisationen Barbara Schwarz, Gudrun Kreye und Peter Pilz und Vertretern der Politik, die die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements in der Hospiz- und Palliative Care hervorhoben, führten Sabine Janouschek, Karin Malle-Suppan und Sonja Thalinger durch das Programm. Letztere verglich Hospizarbeit mit einem Buffet, das aus einer Vielfalt von Speisen besteht – und regte zur Begegnung an, indem jede:r sich als ein Gericht vorstellen sollte, als die er/sie sich heute fühlt. Diese Vielfalt wurde im Saal und später in den Pausen sicht- und fühlbar.
Den ersten inhaltlichen Schwerpunkt setzte Karin Malle-Suppan mit ihrem Vortrag zu „Hospiz macht Schule – Wie Kinder über das Lebensende sprechen“. Sie machte deutlich, dass Kinder Fragen rund um Tod, Trauer und Abschied sehr wohl wahrnehmen und ein eigenes Verständnis dafür entwickeln. Zugleich betonte sie, dass Erwachsene oft mehr Schwierigkeiten mit dem Thema haben als Kinder. Als zentrale Grundlagen für den Umgang mit Kindern nannte sie Zeit, Ehrlichkeit, klare Worte, Präsenz und eine altersgerechte Dosierung von Informationen. Das Projekt „Hospiz macht Schule“ vermittelt Orientierung und sensibilisiert Kinder und Jugendliche für die Themen Sterben, Verlust und Trauer.
Im Anschluss berichtete Carina Düh-Macor im Gespräch über ihre Erfahrungen als ehrenamtliche Hospizbegleiterin eines Menschen mit kognitiver Behinderung. Im Mittelpunkt standen dabei Verlässlichkeit, Rituale und eine klare, respektvolle Kommunikation. Der Beitrag zeigte, wie wichtig es in der Begleitung ist, genau hinzusehen, aufmerksam zuzuhören und sich über die jeweilige Lebenssituation gut zu informieren.
Nach der Pause stellte der Verein Flügerlherzen seine Arbeit vor. Motiviert durch die Idee der dänischen Krankenschwester Nancy Ruth Friis-Jensen, die 2016 die ersten Herzen für Brustkrebspatientinnen nähte, beginnen Gabriele Amstetter und Claudia Pregesbauer Herzkissen zu nähen und beliefern die Krankenhäuser Gmünd und Horn. Kinderherzen für Kinder-Hospizeinrichtungen folgen, heute – tausende Herzen später nähen 80 Personen ehrenamtlich.
Im Vortrag von Stephanie Witt-Loers zu „Trauer und Trauma“ wurden die psychischen Folgen belastender Erfahrungen erläutert. Sie beschrieb Trauma als Reaktion auf außergewöhnliche Belastungen und wies darauf hin, dass soziale Unterstützung, Stabilisierung, Schutz und Information wichtige Voraussetzungen für die Verarbeitung sind. Für die Begleitung betonte sie insbesondere die Bedeutung von Ruhe, Entlastung und bedürfnisorientiertem Vorgehen, bevor eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Erlebten möglich ist.
Barbara Preitler widmete sich anschließend der „Vielfalt im Abschied“ und der Hospiz- und Trauerbegleitung von Menschen mit Migrationsbiografie. Ihr Beitrag unterstrich, dass Abschied und Trauer stets auch von kulturellen, familiären und biografischen Erfahrungen geprägt sind. Sie hob hervor, dass Begleitung offen, respektvoll und im Dialog mit den betroffenen Menschen gestaltet werden soll. Rituale spielen dabei eine wichtige Rolle; sie können übernommen, angepasst oder neu entwickelt werden, wenn dies den Bedürfnissen der Trauernden entspricht.
Im abschließenden Podiumsgespräch berichteten ehrenamtliche Hospizbegleiter:innen aus ihrer Praxis. Die Beiträge reichten von der Begleitung von Menschen mit schwerer Erkrankung über die Arbeit im Kinderhospiz bis hin zu Erfahrungen in der Begleitung von Trauernden und Menschen im Tageshospiz. Gemeinsam war diesen Beispielen das Vertrauen darauf, dass Beziehung, Präsenz und Verlässlichkeit oft wichtiger sind als große Worte.
Das Symposium endete mit einer Zusammenfassung und einem klaren Dank an die Ehrenamtlichen, deren Arbeit nicht nur entlastet, sondern auch menschliche Nähe und Würde in existenziellen Situationen ermöglicht.

