Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Österreich

HPC Mobil, das Pilotprojekt zur Integration von Hospizkultur und Palliative Care (HPC) in die Hauskrankenpflege, feiert seinen Erfolg

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Am 23. Mai 2018 feierten der Arbeiter Samariter Bund Wien, die Caritas der ED Wien, die Caritas Socialis und die Volkshilfe Wien im Albert-Schweitzer-Haus gemeinsam mit Hospiz Österreich den Erfolg des Pilotprojektes HPC Mobil – Hospizkultur und Palliative Care in der mobilen Pflege und Betreuung zu Hause.

Von 2015 bis 2018 haben die vier Wiener Träger unter der Begleitung von Dr. in Sigrid Beyer und Maria Eibel BSc, MAS von Hospiz Österreich und dem Organisationsentwickler Univ. Prof. Dr. Ralph Grossmann gemeinsam an der Integration von Hospizkultur und Palliative Care in die mobile Pflege und Betreuung gearbeitet.

Viel Vorleistung wurde erbracht im Bemühen, den oftmals geäußerten Wunsch der Klientinnen und Klienten, zu Hause zu sterben, besser als bisher erfüllen zu können.

Menschen und Organisationen lernen

Die Organisationen haben ihre Strukturen und Abläufe  verändert, um das Thema dauerhaft im Alltag zu verankern: Palliativbeauftragte und Palliativgruppen sind die Augen und Ohren zum Thema und bleiben es auch nach Projektende. HPC  ist Teil der Teambesprechungen, findet sich im Pflegeprozess und in der Dokumentation wider. Über 1.800 MitarbeiterInnen der Träger wurden von eigens ausgebildeten TrainerInnen in Basiswissen und zur Haltung in Hospizkultur und Palliative Care in Workshops geschult.

Ein besonderer Schwerpunkt war die trägerübergreifende Vernetzung und die Verbesserung der Zusammenarbeit mit anderen externen Betreuungspartnern, da nur gemeinsam eine gute Betreuung und Begleitung am Lebensende gelingen kann, wie den AllgemeinmedizinerInnen, den  EntlassungsmanagerInnen, den spezialisierten Hospiz- und Palliativeinrichtungen und natürlich dem FSW. Ebenso wurde an der Entwicklung des VSD Vorsorgedialog Mobil®, einem österreichweiten Instrument der vorausschauenden Planung, mitgearbeitet.

Beachtliche Ergebnisse

Dieser Weg hat sich in vielerlei Hinsicht gelohnt. Die Ergebnisse zeigen u.a., dass sich die MitarbeiterInnen in ihrer Arbeit mit schwerkranken und sterbenden Menschen sicherer fühlen. Sie können besser einschätzen, wann die spezialisierte Hospiz- und Palliativversorgung einzubeziehen ist, erkennen die Wichtigkeit der vorausschauenden Planung und die Notwendigkeit einer sehr guten Zusammenarbeit mit den AllgemeinmedizinerInnen und setzen es in der Praxis um soweit das derzeit möglich ist.

Die Politik ist gefragt

Das Projekt zeigt aber auch Probleme auf, die weder von den Betreuenden noch von den Trägern zu lösen sind. Hier bedarf es JETZT der Unterstützung von  politischen Entscheidungsträgern. Die Betreuung von schwerkranken und sterbenden Menschen benötigt

  • Betreuungskontinuität
  • flexible Zeiten
  • eine rasche Bewilligung bei Stundenerhöhungsanforderungen
  • Zeit für die Angehörigen und Vertrauenspersonen
  • Zeit für eine vorausschauende Planung
  • Der VSD Vorsorgedialog Mobil® muss umgesetzt werden können.

Diese Aspekte sind derzeit in der Pflege und Betreuung zu Hause nicht gegeben.

Das Projekt feiert seinen Erfolg

Beim abschließenden Fest betonten sowohl Waltraud Klasnic, Präsidentin des Dachverbandes Hospiz Österreich, als auch Eva Maria Luger, Geschäftsführerin des Dachverbandes der Wiener Sozialeinrichtungen, den Mut und den großen Einsatz der beteiligten Träger und gratulierten zu den großartigen Ergebnissen. Eva Maria Luger verwies darauf, dass das Projekt Vieles aufgreift und in ersten Schritten umsetzt, was  im Wiener Konzept „Pflege und Betreuung 2030“ formuliert ist.

Der Festakt, gekonnt moderiert von Ricarda Reinisch, bot einen bunten Einblick in das Projekt durch Interviews mit Sigrid Beyer, Ralph Grossmann und den Geschäftsführungen und BereichsleiterInnen der beteiligten Träger, Barbara Wiesbauer-Kriser (Caritas der ED Wien), Petra Hellmich (Arbeiter Samariter Bund Wien), Otto Knapp (Volkshilfe) und Christine Schäfer (Stiftung CS Caritas Socialis), sowie Videos, die auch auf der Projektwebpage http://hpc-mobil.hospiz.at zu sehen sind.

Erste Zahlen und Fakten aus der Evaluierung wurden durch Eva More-Hollerweger vom NPO Institut der WU Wien präsentiert. Die vollständige Evaluierung liegt im Herbst 2018 vor.

Höhepunkt war die Verleihung der Teilnahme-Zertifikate an die vier Träger durch Waltraud Klasnic.

Einen wunderbaren Rahmen boten die Musik der DJane Kamilla und der Poetry Slam von Sabine Sobotka.

Einladung ins Netzwerk HPC Mobil

Alle anderen Organisationen in Wien und in den Bundesländern sind herzlich eingeladen, Partner im Netzwerk HPC Mobil zu werden.

Tun Sie es für Ihre MitarbeiterInnen und tun Sie es für Ihre KlientInnen und deren Angehörige!

Kontakt Hospiz Österreich: Dr.in Sigrid Beyer, sigrid.beyer@hospiz.at

Eine ausführliche Darstellung des Gesamtprojekts finden Sie unter http://hpc-mobil.hospiz.at

Ein großer Dank an den Fonds Gesundes Österreich für die Förderung!


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