Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Österreich

Das EU Projekt Narzisse – Modellprogramm zur Hospizbetreuung entlang der Grenze

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Zwischenbericht Herbst 2013 

Oktober 2013 – Das BFI Burgenland, das BFI Wien, die Hospizbewegung Burgenland, der Dachverband Hospiz Österreich und der Gemeindeverband von Zalaegerszeg (Komitat Zala) in Ungarn sind Projektpartner im EU Projekt Narzisse – Modellprogramm zur Hospizbetreuung entlang der Grenze. Bei einem Partnertreffen Ende September 2013 in Wien tauschten sich alle über den Fortgang im eigenen Bereich aus.

Ungarn
In Zalaegerszeg haben zwei Pionierheime, ein privates Alten- und Pflegeheim und eines der Stadt Zalaegerszeg, mit dem Projekt „Hospizkultur und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen“ begonnen. Dazu wurden im Frühjahr und Frühsommer 2013 einerseits von DDr.in Marina Kojer und Dr. Ulf Schwänke MultiplikatorInnen ausgebildet, die alle HeimmitarbeiterInnen in Palliativer Geriatrie schulen können, andererseits führte Prof. Ralph Grossmann von der IFF Wien ProzessbegleiterInnen der Heime (in Ungarn MentorInnen genannt) in den Organisationsentwicklungsprozess ein. Zusammen mit dem Ungarischen Hospiz- und Palliativverband wurden zudem die vom Dachverband Hospiz Österreich empfohlenen Richtlinien zur Umsetzung von Hospizkultur und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen überarbeitet und an die ungarische Situation angepasst.

Zugleich wurde in Zalaegerszeg eine Studie in Auftrag gegeben, um den Bedarf eines stationären Hospizes zu überprüfen.

Am 27./28. Oktober fand zusammen mit dem Ungarischen Hospiz- und Palliativverband eine Hospizkonferenz in Zalaegerszeg statt, am 25.10.wurden anlässlich des Internationalen Hospiz- und Palliative Care Tags Narzissen gesetzt.

Vom 27.-29. März 2014 wird zusammen mit dem Ungarischen Hospiz- und Palliativverband eine Hospizkonferenz in Zalaegerszeg stattfinden, hier möchte das Projektmanagement die Baupläne für die Adaptierung eines bestehenden Gebäudes als Hospiz vorstellen.

Die ungarische Organisation Zalaegerszegi Kistérségért Fejlesztési és Foglalkoztatási Nonprofit Kft. hat mit der Kampagne zur Bewusstseinsschaffung begonnen: bis Ende November 2013 werden 5 Schulen miteinbezogen, wo Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 21 Jahren Hospiz und Palliative Care kennenlernen.

Burgenland
Am 25. Juni 2013 fand im Festsaal der Arbeiterkammer Burgenland die Eröffnungskonferenz zum gesamten Projekt unter dem Titel „NARZISSE- Modellprogramm zur Hospizbetreuung entlang der Grenze“ statt. Alle Projektpartner, TrägervertreterInnen, VertreterInnen der im Projekt beteiligten Heime und regionale Interessensvertretungen waren präsent. Unmittelbar vor der Eröffnungskonferenz wurde eine Pressekonferenz zum Projekt abgehalten. Die regionale Presse erschien zahlreich und hat sehr positiv über das Projekt berichtet.
Sowohl Eröffnungskonferenz als auch Pressekonferenz wurden vom BFI Wien organisiert .

Im Burgenland starteten im Rahmen von Narzisse drei Heime mit dem Projekt „Hospizkultur und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen“: je eines in Kittsee (Seniorenzentrum Kittsee, Volkshilfe Burgenland), Neusiedl/See (Haus St. Nikolaus, Caritas Burgenland) und Pinkafeld (Haus St. Vinzenz).
Die Startveranstaltung des Heimes in Kittsee fand ein breites mediales Echo und sensibilisierte weit über das Heim hinaus. Mit einer Clowndarstellung zu „Was ist das denn eigentlich, Hospizkultur und Palliative Care?“ machte Dr.in Karin Mosser die Startveranstaltung des Heimes in Neusiedl/See zu einem berührenden Ereignis. Die Startveranstaltung in Pinkafeld wird voraussichtlich Anfang Dezember stattfinden.

Zugleich starten die Schulungen und der Organisationsentwicklungsprozess, Projektbegleiterinnen sind Monika Pinzker vom Hospiz Verein Burgenland und Mag.a Barbara Zuschnig.

Wien
Mit 1.3.2013 starteten das Haus Schönbrunn der Caritas Wien, die Gartensiedlung des Trägers Kuratorium Fortuna und das St. Carolus-Altersheim der Barmherzigen Schwestern mit dem Projekt „Hospizkultur und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen“. Damit erweitern sie jene Gruppe von Alten- und Pflegeheimen, die bereits im September 2012 den Projektstart hatten: zwei Häuser des KAV Wien, 2 Häuser der Caritas der ED Wien und ein Haus von CaSa. Die Caritas Socialis hat schon 2007 Hospizkultur und Palliative Care in ihren drei Heimen integriert, ebenso das Haus Klosterneuburg des KAV.

Durch die Genehmigung des EU-Projektes „Narzisse“ gibt es in Wien erstmals auch öffentliche finanzielle Mittel, um den Heimen die Möglichkeit der Umsetzung zu geben. Das ist ein wichtiger Schritt und eine große Unterstützung.

Der Dachverband Hospiz Österreich übernimmt für dieses Projekt eine leitende Funktion, da in Wien (noch) kein Landesverband von Hospiz- und Palliativeinrichtungen existiert. Die Projektverantwortung liegt bei Dr.in Sigrid Beyer, der Projektleiterin und wissenschaftlichen Mitarbeiterin im Dachverband Hospiz Österreich, und Erich Borovnyak, dem Vertreter von Wien im Vorstand des Dachverbandes Hospiz Österreich.

„Ein Königsweg ist das vom Dachverband Hospiz Österreich entwickelte und vielfach erprobte Konzept – Hospiz und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen – das wir aus Überzeugung unterstützen.“, so Mag. Johannes Wallner, Präsident des Bundesverbandes der Alten- und Pflegeheime Österreichs. Dahinter stehen neun Jahre permanente Entwicklungsarbeit und mittlerweile 50 Modellheime in den verschiedenen Bundesländern. Nachhaltigkeit war von Anfang an ein entscheidendes Element.

Eine zentrale Grundhaltung (siehe Definition unten Punkt 1) und zwei Umsetzungssäulen (siehe unten Punkt 3) auf Basis der von Hospiz Österreich entwickelten Richtlinien (siehe unten Punkt 2) prägen das Konzept:

  1. Hospiz und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen muss bei der Aufnahme einer Bewohnerin/eines Bewohners beginnen und umfasst den gesamten Zeitraum der besonderen Bedürftigkeit der alten, oft an Demenz erkrankten und meist multimorbiden Menschen. Hospiz und Palliative Care umfasst alle pflegerischen, medizinischen und therapeutischen Maßnahmen, die (schmerz)lindernd eingesetzt werden, nimmt ethisch schwierige Situationen auf, bezieht An- und Zugehörige von Beginn an ein und ist immer von interdisziplinärer Zusammenarbeit geprägt. Sterbebegleitung und Abschiedskultur ist nur ein Teilaspekt von Hospiz und Palliative Care.
  2. Richtlinien für Hospiz und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen
  3. Ein Projektdesign für einen zweijährigen Organisationsentwicklungsprozess und darin integriert Fortbildung von bis zu 80% aller HeimmitarbeiterInnen nach dem Curriculum Palliative Geriatrie

Die Projektpartner sind: BFI Burgenland als Leadpartner, BFI Wien, Dachverband Hospiz Österreich, Mehrzweck-Gemeindeverband von Zalaegerszeg und Umgebung, Gemeinnützige Entwicklungs- und Beschäftigungs GmbH der Kleinregion Zalaegerszeg.

Diese Veranstaltungen finden im Rahmen des Projektes „NARZISSE – Modellprogramm zur Hospizbetreuung entlang der Grenze“ statt (Programm zur grenzüberschreitenden Kooperation Österreich – Ungarn 2007 bis 2013; das Projekt wird durch die Europäische Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und durch das Land Burgenland kofinanziert).