Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Österreich

Hospizkultur und Palliative Care in Österreich und Ungarn

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April 2013 Am Nachmittag des 5. April 2013 luden der Dachverband Hospiz Österreich und das BFI Wien und Burgenland zur Präsentation der Vergleichsstudie zu Hospiz und Palliative Care in Ungarn und Österreich, durchgeführt von der L&R Sozialforschung, und zur Vorstellung des aktuellen Buches des Dachverbandes Hospiz Österreich „Hospiz und Palliative Care im Pflegeheim. Mehr als nur ein schöner Abschied“ mit Beiträgen zum Projekt, das Hospiz Österreich nun auch Ungarn mit auf den Weg gibt. Die Pflegewissenschaftlerin Prof.in Dr.in Sabine Pleschberger nahm in ihrem Festvortrag „Wissenschaftliche Perspektiven zu Hospizkultur und Palliative Care im Pflegeheim“ Bezug auf das Buch und seine Inhalte. Zentral war bei diesem Treffen der Austausch, auch grenzüberschreitend mit Ungarn, der ein Miteinander schuf, was Palliative Care im Herzen ja ausmacht und was diesen Nachmittag mit einer spürbaren Freude und Kraft erfüllte. Dr. Karl Bitschnau und Dr.in Sigrid Beyer führten durch die Veranstaltung.

Waltraud Klasnic, Präsidentin von Hospiz Österreich, unterstrich in ihrer Begrüßung die Wichtigkeit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und die Freude darüber, dass es auch in Ungarn großes Interesse am Thema und am Projekt gibt.

Judit Schaffer, Präsidentin des Ungarischen Hospiz-Palliativ-Verbandes, wies auf die Ziele hin, die in Ungarn derzeit prioritär sind: die Weiterentwicklung einer qualitativ hochwertigen Hospizversorgung, die unternehmerische Führung von Versorgungsdiensten und die Sensibilisierung der Bevölkerung für mehr Akzeptanz, Empathie und Solidarität.

Mag.a Nadja Bergmann präsentierte die Studie der L&R Sozialforschung und betonte die Schwierigkeit der Finanzierung in beiden Ländern: „Einer umfassenden finanziellen Absicherung sind in beiden Ländern Grenzen gesetzt; wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß bleibt für beide Länder festzuhalten, dass ein weiterer Finanzierungsbedarf besteht um eine flächendeckende, professionelle Umsetzung der Versorgung zu gewährleisten.“

Sabine Pleschberger kam in ihrer Auseinandersetzung mit dem Buches zum Schluss: „Nicht nur die Einzelpersonen müssen dazu lernen, nein, die ganze Organisation als solche. Es ist beachtlich, dass in diesem Buch so konsequent dieser Weg beschritten wird, kein einziger Beitrag fällt hinter dieser Erkenntnis zurück.“

Sie verwies auch auf die Wichtigkeit der erzählten Geschichten:“ Diese Erzählungen berühren und verdeutlichen worum es geht. Es erzählen ehrenamtliche Hospizhelferinnen oder eine Angehörige. Es geht um die Begegnung mit Menschen in einer ganz wichtigen Lebensphase.“

Aus der Sicht von Prof.in Dr.in Sabine Pleschberger gehört dieses Buch nicht nur aufs Nachtkästchen, wie auf der Buchrückseite erwähnt, sondern „auf den Schreibtisch jeder Heim- und Pflegedienstleitung, auf den Stapel ganz obenauf.“

Berührend und motivierend zugleich war auch das Abschlussstatement der ungarischen Besucherinnen:
„Hospiz und Palliative Care ist nicht nur eine Bewegung, sondern auch ein ständiger Kampf, und alle, die hier sind, sind auch KämpferInnen in meinen Augen . Und manchmal werden wir auch müde, aber heute habe ich wieder Kraft geschöpft. Ich bin überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, dieses Projekt aufzunehmen“.

Diese Veranstaltung zur Hospiz- und Palliativversorgung in Ungarn (Komitat Zala) und Österreich (Burgenland und Wien) fand im Rahmen des Projektes TÁMASZ – Ausbau des Sozialnetzes entlang der Grenze (Programm: Europäische Territoriale Kooperation (ETZ) Ungarn – Österreich 2007 bis 2013; Finanzierung durch den europäischen Fonds für regionale Entwicklung: EFRE) statt und ist Teil des Jubiläumsjahres „20 Jahre Dachverband Hospiz Österreich“.