Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Österreich

Symposium am 13. EAPC Kongress in Prag am 30.5.2013

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Buntes Leben von ehrenamtlichen HospizmitarbeiterInnen in Europa

Seit 2009 setzt sich Hospiz Österreich bei der European Association of Palliative Care (EAPC) für die Wertschätzung und Wahrnehmung von Ehrenamt im Hospiz- und Palliativbereich ein.
Ein erster Schritt in diese Richtung war das von Hospiz Österreich organisierte Symposium zum Ehrenamt beim EAPC Kongress 2009 in Wien. Die Unterstützung durch die Sparkassengruppe sicherte schon damals die kostenfreie Teilnahme der Ehrenamtlichen aus ganz Österreich. 2011 organisierte Mag.a Leena Pelttari MSc zusammen mit deutschen, englischen und portugiesischen KollegInnen ein weiteres Ehrenamtssymposium am EAPC Kongress in Lissabon. 2012 beauftragte die EAPC Mag.a Leena Pelttari MSc offiziell, ein Symposium zum Ehrenamt in Europa zu planen und als einen Workshop am EAPC Kongress in Prag 2013 abzuhalten.

Am 30. Mai 2013 versammelten sich um die 100 TeilnehmerInnen im Kongresszentrum in Prag zum Symposium „Buntes Leben von ehrenamtlichen HospizmitarbeiterInnen in Europa“, ein bunter Mix aus Ehrenamtlichen, Hauptamtlichen und WissenschaftlerInnen vieler Länder und Institutionen. Die Moderation des Tages lag bei Mag.a Leena Pelttari MSc und Dr. Karl Bitschnau. Leena Pelttari eröffnete das Symposium mit dem Hinweis auf die wichtige Rolle von ehrenamtlichen HospizmitarbeiterInnen und begrüßte die TeilnehmerInnen aus 32 verschiedenen Ländern. Prof. Sheila Payne als Präsidentin der EAPC und Prof. Dr. Lukas Radbruch als wissenschaftlicher Leiter des EAPC Kongresses drückten in ihren Grußreden am Beginn die Freude darüber aus, dass das Thema Ehrenamt nun auch im Kongress der EAPC vertreten ist. Waltraud Klasnic verwies in ihren einleitenden Worten auf die Rolle, die der Dachverband Hospiz Österreich dabei gespielt hatte. Martina Spinkova, langjährige Leiterin des tschechischen Hospiz Cesta domu, hieß alle herzlich in ihrem Heimatland willkommen.

Die globale Rolle des Ehrenamts in Europa wurde von Pavel Trantina vorgestellt, dem Vizepräsidenten der Gruppe III des Wirtschafts- und Sozialausschusses der Europäischen Union und Präsident der neu gegründeten European Alliance of Volunteering. Einer der Höhepunkte war die Vorstellung der jeweiligen Situation und Aufgaben von ehrenamtlichen HospizmitarbeiterInnen durch VertreterInnen aus verschiedenen Ländern: Ulrich Bonk aus Deutschland, Ros Scott aus Großbritannien, Rosalma Badino aus Italien, Jos Somsen aus den Niederlanden, Werner Mühlböck aus Österreich, Birgitta Eriksson aus Schweden, Stefan Djinovic aus Serbien, Nina Babic aus Slowenien, Olga Cordiner aus Tschechien und Agnes Zana aus Ungarn.
Es gibt so viel Gemeinsames und auch viele Unterschiede . Was überall im Zentrum steht und zugleich eine große Herausforderung ist: die großen Gaben des Ehrenamts – das Dasein, das Zuhören und die Verbindung zum „normalen“ Leben.

Der zweite Teil des Vormittags brachte fachliche Beiträge über Ausbildung von Ehrenamtlichen am Beispiel Großbritannien (R. Smeding, R. Doyle) und über das Ehrenamt in der Spannung zwischen Ideologie und Wirklichkeit (K. Bitschnau). R. Scott und L. Pelttari stellten dann die Gründung eines Europäischen Arbeitsforums (EAPC Task Force) zum Ehrenamt vor.

Die Ergebnisse der sechs Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themenschwerpunkten am Nachmittag bilden nun die Grundlage für Aufgaben und Themenstellungen der Europäischen Task Force, die von Ros Scott und Leena Pelttari geleitet werden wird und die sich in den nächsten Monaten formieren wird.

Wir freuen uns sehr, dass das Symposium zum Ehrenamt und die Gründung einer Taskforce von Lukas Radbruch in seinen Eröffnungsworten am Hauptkongress und in seinem Blog zum Kongress auf der EAPC Homepage erwähnt wurden .

Ausschnitt aus dem Blog von Prof. Radbruch:

13. EAPC Kongress in Prag

Vom 30. Mai bis 2. Juni 2013 fand der 13. Weltkongress des European Association of Palliative Care (EAPC) statt, heuer in Prag.

The congress opened on Thursday with short notes from Ladislav Kabelka (Chair of the Local Organising Committee), Sheila Payne (President of the EAPC), myself as Chair of the Scientific Committee, Vaclav Hampl (Rector of Charles University Prague) and by the Czech Minister of Health Leos Heger . The support from both the local academic setting as well as the political support from the minister of health was most reassuring, and made participants feel at home in the ‚Golden City‘ of Prague.

Even before the opening some serious work had been done in a number of workshops. The Workshop on the Role of Volunteers in Palliative Care brought together volunteers from different countries in Europe and discussed the different perceptions, roles and barriers encountered in volunteer work. This exchange was an important step towards setting up an EAPC Task Force on Volunteers.

http://eapcnet.wordpress.com/

Die Unterstützung durch die ERSTE Stiftung war ein wesentlicher Beitrag zum Gelingen des Tages. Sie ermöglichte die Verpflegung am Vormittag und zu Mittag und die Simultanübersetzung in Deutsch/Tschechisch und Englisch.

Wir – und auch die TeilnehmerInnen, wie das Dankesschreiben zeigt – sind sehr dankbar dafür!

Hospizkultur und Palliative Care in Österreich und Ungarn

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April 2013 Am Nachmittag des 5. April 2013 luden der Dachverband Hospiz Österreich und das BFI Wien und Burgenland zur Präsentation der Vergleichsstudie zu Hospiz und Palliative Care in Ungarn und Österreich, durchgeführt von der L&R Sozialforschung, und zur Vorstellung des aktuellen Buches des Dachverbandes Hospiz Österreich „Hospiz und Palliative Care im Pflegeheim. Mehr als nur ein schöner Abschied“ mit Beiträgen zum Projekt, das Hospiz Österreich nun auch Ungarn mit auf den Weg gibt. Die Pflegewissenschaftlerin Prof.in Dr.in Sabine Pleschberger nahm in ihrem Festvortrag „Wissenschaftliche Perspektiven zu Hospizkultur und Palliative Care im Pflegeheim“ Bezug auf das Buch und seine Inhalte. Zentral war bei diesem Treffen der Austausch, auch grenzüberschreitend mit Ungarn, der ein Miteinander schuf, was Palliative Care im Herzen ja ausmacht und was diesen Nachmittag mit einer spürbaren Freude und Kraft erfüllte . Dr. Karl Bitschnau und Dr.in Sigrid Beyer führten durch die Veranstaltung.

Waltraud Klasnic, Präsidentin von Hospiz Österreich, unterstrich in ihrer Begrüßung die Wichtigkeit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und die Freude darüber, dass es auch in Ungarn großes Interesse am Thema und am Projekt gibt.

Judit Schaffer, Präsidentin des Ungarischen Hospiz-Palliativ-Verbandes, wies auf die Ziele hin, die in Ungarn derzeit prioritär sind: die Weiterentwicklung einer qualitativ hochwertigen Hospizversorgung, die unternehmerische Führung von Versorgungsdiensten und die Sensibilisierung der Bevölkerung für mehr Akzeptanz, Empathie und Solidarität.

Mag.a Nadja Bergmann präsentierte die Studie der L&R Sozialforschung und betonte die Schwierigkeit der Finanzierung in beiden Ländern: „Einer umfassenden finanziellen Absicherung sind in beiden Ländern Grenzen gesetzt; wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß bleibt für beide Länder festzuhalten, dass ein weiterer Finanzierungsbedarf besteht um eine flächendeckende, professionelle Umsetzung der Versorgung zu gewährleisten.“

Sabine Pleschberger kam in ihrer Auseinandersetzung mit dem Buches zum Schluss: „Nicht nur die Einzelpersonen müssen dazu lernen, nein, die ganze Organisation als solche. Es ist beachtlich, dass in diesem Buch so konsequent dieser Weg beschritten wird, kein einziger Beitrag fällt hinter dieser Erkenntnis zurück.“

Sie verwies auch auf die Wichtigkeit der erzählten Geschichten:“ Diese Erzählungen berühren und verdeutlichen worum es geht. Es erzählen ehrenamtliche Hospizhelferinnen oder eine Angehörige. Es geht um die Begegnung mit Menschen in einer ganz wichtigen Lebensphase.“

Aus der Sicht von Prof.in Dr.in Sabine Pleschberger gehört dieses Buch nicht nur aufs Nachtkästchen, wie auf der Buchrückseite erwähnt, sondern „auf den Schreibtisch jeder Heim- und Pflegedienstleitung, auf den Stapel ganz obenauf.“

Berührend und motivierend zugleich war auch das Abschlussstatement der ungarischen Besucherinnen:
„Hospiz und Palliative Care ist nicht nur eine Bewegung, sondern auch ein ständiger Kampf, und alle, die hier sind, sind auch KämpferInnen in meinen Augen . Und manchmal werden wir auch müde, aber heute habe ich wieder Kraft geschöpft. Ich bin überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, dieses Projekt aufzunehmen“.

Diese Veranstaltung zur Hospiz- und Palliativversorgung in Ungarn (Komitat Zala) und Österreich (Burgenland und Wien) fand im Rahmen des Projektes TÁMASZ – Ausbau des Sozialnetzes entlang der Grenze (Programm: Europäische Territoriale Kooperation (ETZ) Ungarn – Österreich 2007 bis 2013; Finanzierung durch den europäischen Fonds für regionale Entwicklung: EFRE) statt und ist Teil des Jubiläumsjahres „20 Jahre Dachverband Hospiz Österreich“.