Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Österreich

1. Dialogforum Hospiz und Palliative Care am 22.9.2026

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Beim 1. Dialogforum Hospiz und Palliative Care von HOSPIZ ÖSTERREICH am 22.9.2026 kamen Entscheidungsträger:innen, Expert:innen und Vertreter:innen aus Politik, Hospiz- und Palliativorganisationen, Wissenschaft, Forschung und Lehre, Dachverbänden sowie Patient:innenvertretungen zusammen. Ziel war es, zentrale Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven von Hospiz und Palliative Care in Österreich gemeinsam zu diskutieren und Impulse für eine zukunftsfähige Versorgung zu entwickeln.

Den fachlichen Auftakt bildete die Keynote von Dr.in Julie Ling, Technical Officer Palliative Care der WHO European Region, zum Thema „WHO Guidelines for the Development of Palliative Care“. Daran anschließend wurden zentrale Fragestellungen in Gruppen vertieft und die Ergebnisse im Plenum zusammengeführt.

Ein wesentliches Thema war die Finanzierung und Weiterentwicklung der Versorgung. Mit dem Hospiz- und Palliativfondsgesetz wurde eine wichtige Grundlage für die spezialisierte Hospiz- und Palliativversorgung geschaffen. Gleichzeitig zeigte sich deutlich, dass insbesondere die Grundversorgung weiter gestärkt werden muss. Hier fehlen teilweise geeignete Rahmenbedingungen und ausreichende finanzielle Grundlagen. Ebenso braucht es ein besseres Zusammenspiel zwischen Grundversorgung und spezialisierten Angeboten.

Intensiv diskutiert wurde auch die Bedeutung wissenschaftlicher Evidenz. Neben quantitativen Daten braucht es qualitative Forschung, um die Wirkung von Palliative Care umfassend abzubilden. Gerade wesentliche Aspekte palliativer Begleitung – etwa Lebensqualität, Beziehung, Sicherheit oder das Erleben von Patient:innen und Angehörigen – lassen sich nicht ausschließlich in Zahlen erfassen. Gleichzeitig orientieren sich politische und finanzielle Entscheidungen häufig stark an quantifizierbaren Daten. Hier gilt es, geeignete Formen der Evidenz und ihrer Vermittlung weiterzuentwickeln.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der frühzeitigen und integrierten Versorgung. Palliative Care und Rehabilitation am Lebensende sind nicht zwangsläufig zusätzliche Kostentreiber, sondern können durch eine bedarfsgerechte Versorgung auch dazu beitragen, unnötige oder belastende Behandlungen und damit verbundene Kosten zu vermeiden. Umso wichtiger sind die frühzeitige Integration von Palliative Care, die stärkere Einbindung von Rehabilitation sowie gut abgestimmte interdisziplinäre Teams.

Deutlich wurde zudem, dass der Zugang zu Hospiz und Palliative Care noch nicht für alle Menschen gleichermaßen gewährleistet ist. Ausgrenzung, Diskriminierung und Minderheitenstress können dazu führen, dass Menschen Angebote nicht erreichen, nicht ausreichend wahrgenommen werden oder sich vom Versorgungssystem nicht angesprochen und gesehen fühlen. Eine gerechte, inklusive und diversitätssensible Versorgung bleibt daher eine zentrale Aufgabe.

Als Herausforderung wurde auch die Personalsituation benannt. In Medizin und Pflege, aber auch in weiteren Gesundheitsberufen fehlen zunehmend Fachkräfte. Hier braucht es nachhaltige Maßnahmen – von verbesserten Rahmenbedingungen bis hin zu Aus-, Fort- und Weiterbildung. Bildung ist dabei ein wesentlicher Schlüssel, um Palliative Care nicht nur in spezialisierten Strukturen, sondern im gesamten Gesundheits- und Versorgungssystem stärker zu verankern.

Das 1. Dialogforum machte deutlich: Es gibt bereits wichtige Grundlagen, auf denen aufgebaut werden kann. Gleichzeitig braucht es gemeinsames Handeln über Organisations- und Berufsgrenzen hinweg, um Hospiz und Palliative Care frühzeitig, evidenzbasiert, inklusiv und nachhaltig für alle Menschen zugänglich zu machen.