Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Österreich

Interdisziplinäre Hospiz- und Palliativversorgung neu denken – mit Rebecca Tiberini

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Ein frischer Blick in die Zukunft

7.11.2025 in Linz

Die demografische Entwicklung erfordert, dass die Hospiz- und Palliativversorgung über zukünftige, neue Modelle der Begleitung und Betreuung nachdenkt. Aus diesem Grund hat HOSPIZ ÖSTERREICH am 7. November 2025 einen eintägigen Workshop mit Rebecca Tiberini, Leiterin der Taskforce Rehabilitation der Europäischen Palliativgesellschaft (EAPC) und ehemalige Mitarbeiterin des St. Christopher‘s Hospice London, St Joseph‘s Hospice London und Direktorin des St. Michael’s Hospice in Hastings, anschließend an den Fachtag in Linz organisiert. Der Workshop mit dem Titel Interdisziplinäre Hospiz- und Palliativversorgung neu denken. Ein frischer Blick in die Zukunft war mit 42 Personen schon Wochen zuvor ausgebucht. Es nahmen Personen aus sechs verschiedenen Professionen teil, die sowohl in der Grundversorgung, als auch in der spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung arbeiten.

Zentraler Ansatz und Fragestellung dieses Workshops waren: Wie können die Themen Geriatrie, Palliative Care und Rehabilitation in Zukunft gemeinsam gedacht und gelebt werden?

Dieser Gedanke wurde nicht nur im Workshop diskutiert, sondern stellt auch ein Best-Practice-Modell der Weltgesundheitsorganisation dar. Mehr dazu im von der OPG und HOSPIZ ÖSTERREICH veröffentlichten Dokument https://www.hospiz.at/publikationen/policy-brief-integration-der-rehabilitation-in-hospiz-und-palliativangebote/.

Wissenschaftliche Erkenntnis zeigen, dass dieser Ansatz den Bedürfnissen von schwer kranken und sterbenden Menschen entspricht. Zudem zeigen sich, dass dieser Ansatz auch zu einer Reduktion der Gesamtkosten führt: Es gibt weniger Krankenhauseinweisungen oder beispielsweise weniger Pflegebedarf.

Zentrale Inhalte waren:

  • Wie kann echte, interdisziplinäre Arbeit möglich werden und gelingen?
  • Wie können Vertreter:innen der Berufsgruppen Physiotherapie, Logopädie, Diaetologie und Logopädie, sowie auch der Psychologie und Seelsorge gleichberechtigte Teammitglieder werden?
  • Wie kann die Kommunikation zwischen allen Berufsgruppen effizient gestaltet werden?
  • Wie kann bei allen Berufsgruppen Bewusstsein und Verständnis für die Sinnhaftigkeit des rehabilitativen Ansatzes am Lebensende, in dem neben guter Versorgung die Befähigung eine zentrale Zielsetzung ist, erreicht werden?

Essenziell ist der Fokus auf personenzentrierte, funktionelle und aktivitätsorientierte Ziele: Was sollen und wollen Patient:innen wieder tun können? Wie können Selbstständigkeit und Selbstwirksamkeit gefördert werden?

Rebecca Tiberini hat diesen zukunftsweisenden Ansatz eindrücklich dargestellt, die Rückmeldungen der Teilnehmer:innen war sehr positiv. Auch wenn noch viel an Entwicklungsarbeit offen ist, wurde in dem Workshop gezeigt, wie lohnenswert dieser Ansatz ist: Im Sinne der Patientinnen ebenso wie für die Entlastung relevanter Berufsgruppen und des gesamten Gesundheitssystems.