Ort: Köln Datum: 3.–4. November 2025
Zu der zentralen Frage „In welcher Gesellschaft wollen wir leben?“ fand Anfang November der erste D-A-CH Caring Community Kongress in Köln statt. Zwei intensive Tage voller Impulse, Austausch und Inspiration standen ganz im Zeichen einer sorgenden, solidarischen Gesellschaft.
Rund 250 Teilnehmende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen zusammen, um Erfahrungen, Modelle und Visionen rund um Caring Communities zu teilen.
In Implusvorträgen, Panels und Ideenwerkstätten wurde deutlich: Sorge braucht viele Hände – und sie gelingt am besten, wenn unterschiedliche Akteure zusammenwirken. Vertreter:innen aus Gesundheitswesen, Pflege, Hospizarbeit, Public Health, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zeigten auf, wie gemeinsames Handeln neue Wege des Miteinanders eröffnen kann.
Immer wieder wurde spürbar, wie eng die Ideen von Hospiz- und Palliativkultur mit dem Gedanken der Caring Community verbunden sind. Sorge am Lebensende, in Krankheit, Sterben, Tod und Trauer ist nicht allein eine Frage professioneller Versorgung – sie wurzelt auch im gemeinschaftlichen Handeln, in Mitgefühl, Zeit und Präsenz. Caring Communities tragen diesen Gedanken in Nachbarschaften, Organisationen und Lebenswelten hinein und erweitern damit den Blick auf das, was gute Sorge ausmacht.
Gleichzeitig wurde die besondere Kraft des rebellischen, kreativen Geistes der Caring-Community-Bewegung spürbar: Sie lebt von Experimentierfreude, von Menschen, die jenseits institutioneller Strukturen neue Wege der Solidarität suchen. Dieses Spannungsfeld zwischen professioneller Expertise und lebendiger Alltagskultur der Sorge ist kein Widerspruch – es ist ihr größtes Potenzial.
Die Vielfalt der präsentierten Projekte spiegelte dies eindrücklich wider: Von kommunalen Initiativen über betriebliche Sorgekulturen bis hin zu nachbarschaftlichen Netzwerken wurde sichtbar, wie Caring Communities konkret gelebt werden können. Themen wie „Mitfühlende Arbeitswelten“, „Digitalisierung und Sorgekultur“ oder „Teilhabe in Krisenzeiten“ regten zum Weiterdenken und Vernetzen an.
Begleitet durch visuelle Dokumentationen (Stichwort: graphic recording), offene Gesprächsräume und persönliche Begegnungen entstand eine Atmosphäre, die Mut machte, Caring Communities nicht nur zu diskutieren, sondern zu leben.
Der Kongress endete mit einem gemeinsamen Ausblick: Caring Communities sind kein fertiges Konzept, sondern eine Haltung – getragen von Mitgefühl, Verantwortung und dem Mut, Neues auszuprobieren.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen Organisator:innen, Referent:innen und Teilnehmenden, die diesen ersten D-A-CH Kongress möglich gemacht haben. Der nächste Caring Community D-A-CH Kongress wird 2027 in Österreich stattfinden – mit dem Ziel, die entstandenen Verbindungen zu vertiefen und die Kultur des Miteinanders weiter zu stärken.
Babsi Loisch
