>>>>>Landesverband Hospiz Niederösterreich

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Wie seid ihr historisch gewachsen?

Niederösterreich hat frühzeitig mit dem Aufbau einer flächendeckenden Hospiz- und Palliativversorgung begonnen und diese konsequent weiterentwickelt. Bereits 1995 starteten die ersten strukturierten Initiativen – mit der Gründung von Hospizvereinen und ersten Versorgungsangeboten. Ein wichtiger Meilenstein war die Eröffnung des ersten stationären Hospizes im Jahr 1998 im Landespflegeheim Melk.

Schon damals wurde die Bedeutung einer abgestimmten Koordination dieser Angebote erkannt. Um dies zu ermöglichen, entstand die Plattform Hospiz NÖ, in der sich große Trägerorganisationen und Institutionen zusammenschlossen. Diese Zusammenarbeit bereitete den Weg für die Gründung des Landesverbands Hospiz NÖ, der Anfang 2001 offiziell ins Leben gerufen wurde. Vorsitzende des Landesverbandes Hospiz NÖ ist Klaudia Atzmüller, die bereits bei der Gründung mitwirkte, vertreten wird sie in ihrer Funktion von Dr. Elisabeth Doenicke-Wakonig. Das insgesamt 7-köpfige Vorstandsteam leitet die Agenden des Landesverbandes Hospiz NÖ.

(v.l. Agnes Steiner, BSc., Jörg Ney, Ingrid Herzog, Klaudia Atzmüller, Dr. Elisabeth Doenicke-Wakonig, Mag. Sonja Strauß, MMSc., Alexander Seidl
Quelle: Landesverband Hospiz NÖ, 2024)

Bei der Gründung hatte der Verband sechs Hospizvereine als ordentliche Mitglieder – heute sind es alle 81 spezialisierten Einrichtungen der Hospiz- und Palliativversorgung in Niederösterreich. Die Gründung des Landesverbands war damit ein entscheidender Impuls für den strukturierten, an der Qualität orientierten und nachhaltigen Aufbau eines flächendeckenden Versorgungsnetzes für Hospiz & Palliative Care in NÖ.

Auf Grundlage des bundesweiten Hospiz- und Palliativfondsgesetzes (HosPalFG) hat das Land Niederösterreich 2025 mit dem NÖ Gesetz über die spezialisierte mobile Hospiz- und Palliativversorgung (NÖ HosPalVG) ein Landesgesetz beschlossen. Dieses regelt die Organisation und Qualität der mobilen Betreuung und soll die Begleitung und Betreuung der Menschen mit palliativen und hospizlichen Bedarf in ihrer gewohnten Umgebung sicherstellen. Der Landesverband Hospiz Niederösterreich nimmt dabei eine zentrale Rolle in der Hospiz- und Palliativversorgung des Landes ein. Als gemeinnütziger, landesweit anerkannter Fachverband vertritt er die Interessen der Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Niederösterreich und unterstützt deren Vernetzung für eine integrierte Versorgung und wirkt maßgeblich im Qualitätsmanagement und der Qualitätssicherung mit.

Wen vertretet Ihr?

Der Landesverband Hospiz NÖ ist ein gemeinnütziger, unabhängiger und überkonfessionell tätiger Verein, der den Zweck verfolgt, hilfsbedürftige Personen in gesundheitlichen Notlagen im Bereich der Hospiz- und Palliativversorgung zu unterstützen und den Hospizgedanken in der Gesellschaft zu fördern. Dabei steht die Anerkennung im Mittelpunkt, dass Sterben und Tod zum Leben gehören und in persönlicher, familiärer und gesellschaftlicher Hinsicht angenommen werden sollen.

Der Verein setzt sich für die Weiterentwicklung, Qualitätssicherung und Vernetzung der Hospiz- und Palliativversorgung in Niederösterreich ein – sowohl im stationären als auch im mobilen Bereich – und wirkt an der Umsetzung eines integrierten, flächendeckenden Versorgungskonzeptes mit.

Darüber hinaus begleitet der Landesverband die gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Entwicklungen im Bereich Palliative Care, fördert die Kompetenzentwicklung von Fachpersonal und ehrenamtlichen Hospizbegleiter*innen und engagiert sich für Chancengerechtigkeit beim Zugang zu Hospiz- und Palliativleistungen. Ein besonderes Anliegen ist die Sensibilisierung und Information der Öffentlichkeit über die Bedeutung und Werte der Hospiz- und Palliativarbeit.

Durch seine Tätigkeiten trägt der Landesverband Hospiz Niederösterreich aktiv zur Erreichung bundesweiter Gesundheitsziele bei, insbesondere:

  • zur Sicherstellung gesundheitlicher Chancengleichheit für alle Menschen in Österreich,
  • zur Stärkung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung,
  • zur Förderung des sozialen Zusammenhalts als Grundlage für Gesundheit,
  • zur Stärkung der psychosozialen Gesundheit, sowie
  • zur Sicherung einer qualitativ hochwertigen und leistbaren Gesundheitsversorgung für alle.

Der Landesverband Hospiz NÖ erhält zur Umsetzung der Aufgaben finanzielle Mittel vom Amt der NÖ Landesregierung, Kooperationspartnern wie dem Landesverband der NÖ Sparkassen oder sVersicherung der Wiener Städtischen.

Wie finanziert ihr Euch?

Der Landesverband Hospiz NÖ erhält zur Umsetzung der Aufgaben finanzielle Mittel vom Amt der NÖ Landesregierung, Kooperationspartnern wie dem Landesverband der NÖ Sparkassen oder sVersicherung der Wiener Städtischen.

Was sind Eure Schwerpunkte?

Der Landesverband Hospiz NÖ engagiert sich über seine Fachbereiche Wissens- und Bildungsmanagement, Kompetenzstelle Hospiz & Palliative Care für eine qualitätsvolle und menschlich zugewandte Hospiz- und Palliativversorgung in Niederösterreich. Darüber hinaus ist er Trägerorganisation für 3 Kinderhospizteams von HoKi NÖ.

Im Fachbereich Bildungs- und Wissensmanagement werden Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote für Fachpersonal der spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung sowie für ehrenamtliche Hospizbegleiter*innen angeboten und durchgeführt – orientiert am Whitepaper der European Association for Palliative Care (EAPC). Darüber hinaus werden Fortbildungen für die allgemeine Gesundheits- und Sozialversorgung angeboten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Umsetzung der Initiative Hospiz & Palliative Care in Pflegeheimen (HPCPH), die allen stationären Langzeitpflegeeinrichtungen in Niederösterreich offensteht. Zum konkreten Angebot der Bildungsplattform zählen unter anderem Ausbildungen zur Befähigung in der ehrenamtlichen Hospizbegleitung von Erwachsenen und Kindern oder der Interprofessionelle Palliative Basislehrgang für Professionals.

Über das Kompetenzzentrum Hospiz & Palliative Care führt und koordiniert der Landesverband Qualitätsentwicklungsprojekte in der spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung – etwa die Implementierung der elektronischen Dokumentations- und Qualitätssicherungssoftware PalliDoc in mobilen Hospizteams oder die Initiative Hospiz macht Schule.

Im Rahmen des Qualitätsmanagements werden Reflexionsgespräche mit allen spezialisierten Einrichtungen geführt. Der Landesverband organisiert zudem Vernetzungs- und Austauschtreffen, schafft Diskursräume und ermöglicht strukturierte Fallbesprechungen. Jährlicher Höhepunkt ist die Hospizenquete im Landhaus Niederösterreich, bei der sich die gesamte Hospiz- und Palliative-Care-Community Niederösterreichs zu einem aktuellen Fachthema trifft.

Neben der fachlichen Vernetzung und Qualitätssicherung legt der Landesverband auch großen Wert auf Information und Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung:
Er beantwortet Anfragen zu Hospiz- und Palliative-Care-Themen sowie zu Versorgungsmöglichkeiten und stellt Informationen über öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, Pressearbeit und andere niederschwellige Kanäle bereit.

Wie viele Personen arbeiten bei Euch? Wer sind sie?

Die Umsetzung all dieser vielfältigen Aufgaben erfolgt durch ein engagiertes Team von 13 innovativen Frauen:

Petra Kozisnik, BSc verantwortet als Geschäftsführung die Agenden des Landesverbandes und leitet die Kompetenzstelle Qualitätsmanagement. Mag. Johanna Stefsky leitet den Fachbereich Bildungs- und Wissensmanagement, Petra Haller, MSc, verantwortet die Bildung in der allgemeinen Gesundheits- und Sozialversorgung. Die Fachexpertinnen Christine Zeiner, MSc., Bibiana Radakovits, MSc., Mag. Edda Kaufmann, Michaela Gattinger, BSc. (derzeit im Mutterschutz) bringen ihre Expertise in den jeweiligen Bereichen ein.

Sandra Melichar, Karin Swoboda und Mag. Bernadette Schwent leiten die Kinderhospizteams von HoKi NÖ für den Landesverband. Im Büro liegt die Koordination und Leitung der Agenden bei Sonja Bauer und diese wird unterstützt von Andrea Dankovsky, Laura Bacher (noch nicht im Bild) und Mag. Nicole Norwood (noch nicht im Bild) im Projektmanagement.

(v.l. Christine Zeiner, MSc., Bibiana Radakovits, MSc, Andrea Dankovsky, Mag. Edda Kaufmann, Petra Haller, MSc, Sonja Bauer, Petra Kozisnik, BSc., Mag. Johanna Stefsky, Michaela Gattinger, BSc., Sandra Melichar, Karin Swoboda und Mag. Bernadette Schwent
Quelle: Landesverband Hospiz NÖ, 2024)

Nach dem Gedanken von Friedrich Dürrenmatt: „Was alle angeht, können nur alle lösen. Jeder Versuch eines Einzelnen oder einer Gruppe, für sich zu lösen, was alle angeht, muss scheitern.“, setzt sich der Landesverband Hospiz NÖ gemeinsam mit den spezialisierten Hospiz- und Palliativeinrichtungen, Entscheidungsträger*innen im Gesundheits- und Sozialwesen, der ehrenamtlichen Hospizbewegung, sowie mit Partner*innen, Sponsoren und Unterstützer*innen für eine bestmögliche Begleitung und Betreuung von Menschen mit unheilbaren und/oder lebensbedrohlichen Erkrankungen ein – für ein Leben und Sterben in Würde.

Was wünscht ihr euch für euer Bundesland im Jahr 2030?

Mit Blick auf das Jahr 2030 wünschen wir uns für Niederösterreich verlässliche Rahmenbedingungen, die den Einsatz von Fachkompetenz, Erfahrung und Mitmenschlichkeit im Sinne der betroffenen Menschen sowie ihrer Familien und Angehörigen ermöglichen. Denn gute Hospiz- und Palliativversorgung braucht nicht nur Wissen und Struktur, sondern auch Flexibilität, Vertrauen und gelebte Verbundenheit – damit Menschen in ihren individuellen Lebensentwürfen und Situationen achtsam begleitet werden können.

Dieses Ziel erreichen wir nur gemeinsam: im offenen Dialog, in der Zusammenarbeit und im gegenseitigen Vertrauen zwischen Fachkräften, Ehrenamtlichen, Entscheidungsträger*innen und allen, die sich der hospizlichen Idee verbunden fühlen.

Was schätzt ihr am Dachverband HOSPIZ ÖSTERREICH?

HOSPIZ ÖSTERREICH ist uns dabei ein starker Anker – ein Träger der hospizlichen Haltung und Werte, die über die Grenzen unseres Bundeslandes hinauswirken und Orientierung geben – in Österreich und weit darüber hinaus.