In Österreich sollen pro Jahr rund 1.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit lebensverkürzender Erkrankung von spezialisierten pädiatrischen Hospiz- und Palliativeinrichtungen versorgt werden.

Österreich verfügt über akkordierte Konzepte zur Hospiz- und Palliativversorgung von Erwachsenen sowie von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Damit sind wir im internationalen Vergleich in einer Vorreiterrolle. In der Umsetzung für Erwachsene befindet sich Österreich im guten Mittelfeld. Im Gegensatz dazu steht die Umsetzung der Hospiz- und Palliativversorgung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene österreichweit in den Anfängen. Dem Vollausbau mit einem flächendeckenden Versorgungsangebot stehen derzeit viele Hindernisse im Weg, die rasch überwunden werden müssen. Ziel ist es, Hospiz- und Palliativversorgung allen, die sie brauchen, erreichbar, zugänglich und leistbar zur Verfügung zu stellen. Es sind noch wesentliche Fragen zu klären wie z. B. die Zuständigkeit für Umsetzung und Finanzierung.

Spezialisierte Hospiz- und Palliativversorgung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sowohl die Erkrankungsbilder als auch die Krankheitsverläufe unterscheiden sich wesentlich vom Erwachsenenbereich. Die Betreuung kann bei Kindern bereits zu einem frühen Zeitpunkt einsetzen und richtet sich immer an die gesamte Familie, also neben dem erkrankten Kind auch an die Eltern und Geschwister. Oberste Priorität hat die Versorgung zu Hause.

Österreichweites Konzept

Seit 2013 gibt es ein österreichweit akkordiertes Konzept für die spezialisierte Hospiz- und Palliativversorgung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen[1], das vier spezialisierte Versorgungsangebote definiert:

  • Mobile Kinder-Palliativteams für die Betreuung zu Hause
  • Kinder-Hospizteams mit ehrenamtlichen HospizbegleiterInnen
  • Stationäre Kinder-Hospize
  • Pädiatrische Palliativbetten an den Kinder-/Jugendlichen-Abteilungen in Akut-Krankenanstalten

Bis dato haben in fast allen Bundesländern Mobile Kinder-Palliativteams und Kinder-Hospizteams ihre Tätigkeit aufgenommen, drei Palliativbetten sind erfolgreich in Betrieb, ein Stationäres Kinder-Hospiz mit psychosozialer Ausrichtung und ein weiterer Kinder-Hospizplatz bieten Familien aus dem gesamten Bundesgebiet Unterstützung an.

[1] Expertenkonzept „Hospiz- und Palliativversorgung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene“ vgl. http://bmg.gv.at/cms/home/attachments/3/6/7/CH1071/CMS1103710970340/hospiz-_und_palliativversorgung_fuer_kinder,_jugendliche_und_junge_erwachsene,_expertenkonzept_(2013).pdf

Anzahl Einrichtungen Ende 2016

Mit 31. Dezember 2016 stellt sich der Status quo der spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene wie folgt dar:

  • Mobile Kinder-Palliativteams: 11 Teams in den Bundesländern Kärnten (im Aufbau), NÖ (4 Teams, OÖ, Salzburg, Steiermark (2 Teams), Wien (2 Teams) – Bedarf: mind. 1 Team je Bundesland, d.h. aktuell fehlen in 3 Bundesländern diese Teams
  • Kinder-Hospizteams: 9 Teams in den Bundesländern Burgenland, NÖ, OÖ, Salzburg, Steiermark (2 Teams), Vorarlberg, Wien (2 Teams) – Bedarf: mind. 1 Team je Bundesland, d.h. aktuell fehlt in 2 Bundesländern dieses Unterstützungsangebot
  • Stationäres Kinder-Hospiz: eine Einrichtung mit psychosozialer Ausrichtung im Burgenland und ein Kinder-Hospizplatz in NÖ – Bedarf: 2 bis 3 Standorte in Österreich
  • Pädiatrische Palliativbetten: 1 Standort mit 3 Betten in NÖ – Bedarf: pädiatrische Palliativbetten an jeder Kinder-/Jugendabteilung (dzt. 43 Abteilungen in Österreich)

Zusätzlich werden Entlastungsangebote dringend benötigt.

Betreuung 2016 (Auswahl)

Im Jahr 2016 haben die elf Mobilen Kinder-Palliativteams in Österreich 268 erkrankte Kinder und Jugendliche sowie ihre Familien betreut.

Im Jahr 2016 haben die neun Kinder-Hospizteams in Österreich insgesamt 221 Familien begleitet, sowohl erkrankte Kinder und Jugendliche als auch deren Geschwister und Eltern.

Rückfragen richten Sie bitte an Mag.a Claudia Nemeth, claudia.nemeth@hospiz.at