Was beim Essen wichtig ist

Was tun?

  • Drängen Sie den Patienten, die Patientin niemals zum Essen.
  • Bei Appetitlosigkeit kann es hilfreich sein, kleinste und winzige Mengen von Speisen appetitlich angerichtet anzubieten.
  • Oft ist eine einzelne Erdbeere das, was die Kranken mit Genuss und Freude essen können.
  • Auch ein Gläschen eines Aperitifs eine halbe Stunde vor dem Essen kann helfen.
  • Weil sich der Gusto auf bestimmte Speisen immer wieder ändert, sollte man öfter nach Lieblingsspeisen oder Lieblingsgetränken fragen.
  • Auch das Essen in Gesellschaft kann appetitfördernd wirken.
  • Viele Kranke lieben in dieser Zeit Eis, vielleicht Vanille- oder Zitroneneis.
  • Ein Problem bei der Nahrungsaufnahme können Schluckstörungen sein.  Sie  entstehen durch krankhafte Veränderungen im Bereich der Speiseröhre, durch Entzündungen oder sie sind Teil einer demenziellen Erkrankung.
  • Bei Schluckstörungen ist darauf zu achten, dass das Essen mit aufrechtem Oberkörper eigenommen wird, um Verschlucken zu vermeiden.

Was beim Trinken wichtig ist

Was tun?

  • Solange die PatientInnen schlucken können, können verschiedene Flüssigkeiten, in kleinen Mengen, ganz nach Wunsch der Kranken, verabreicht werden, am besten mit einem Strohhalm oder mit einer Pipette.
  • Auch verschiedene Mundspülungen sind hilfreich, wenn der Patient, die Patientin nicht zu schwach dazu ist: zum Beispiel mit Bouillon, mit Coca Cola oder Zitronenlimonade.
  • Zur Mundpflege können alle Lieblingsgetränke, eventuell über eine Pipette oder über eine kleine Sprayflasche verabreicht werden. Auch Bier, Sekt oder Wein sind dafür geeignet.
  • Kleine Mengen von Joghurt, Butter, Schlagrahm, Mandel- oder Olivenöl fetten die Mundschleimhaut und damit kann der Mund länger feucht gehalten werden.
  • Manche PatientInnen lieben Creme-Eis, die kühlende und fettende Wirkung von Eis wird meist als sehr wohltuend empfunden.
  • Kleine, gefrorene Fruchtstückchen zum Lutschen oder Eisstäbchen aus verschiedenen Getränken (Ananas, Zitrone, Apfel). Vorsicht bei der Verwendung von säuerlichen Produkten. Bei offenen Stellen in der Mundschleimhaut kann das schmerzhaftes Brennen verursachen.
  • Ist das Schlucken erschwert oder nicht mehr möglich, ist ein regelmäßiges Anfeuchten der Mundschleimhaut mit Mundpflege-Stäbchen wichtig. Auch dafür können alle Getränke, ganz nach Vorliebe der PatientInnen, verwendet werden. Zu beachten ist, dass der/die PatientIn sich nicht verschluckt. Eine Seitenlagerung kann helfen.

Zu beachten ist dabei: Der Mund gilt als eine der Intimzonen des menschlichen Körpers. Die Mundpflege darf niemals gegen den Willen eines Patienten, einer  Patientin durchgeführt werden, sie soll schließlich als angenehm empfunden werden. Deshalb sind auch geschmackliche Vorlieben der/des Kranken zu berücksichtigen.

Wie der Körper sich im Sterben verändert

Was tun?

Versuchen Sie durch Socken oder eine eingewickelte Wärmflasche die Füße des Patienten, der Patientin warm zu halten. Dabei ist darauf zu achten, dass die Wärmflasche eingewickelt ist und keinesfalls zu warm sein darf, um Verbrennungen zu vermeiden.

  • Wärmende Decken werden von den Kranken meist als zu schwer empfunden, besser sind mehrere, dünne und leichte Decken.
  • Sollte der/die Kranke stark schwitzen, sollte er/sie nur mit einem Leintuch zugedeckt werden, denn eine Überwärmung wird als unangenehm empfunden.
  • Leichtes (!) Höherlagern des Oberkörpers oder eine Halb-Seitenlage kann die Atmung erleichtern.
  • Gerüche  (z.B.  Duftlampe)  sollten  Sie  nur  sehr  zurückhaltend  einsetzen. Achten Sie darauf, welchen Geruch der/die Sterbende mag, und welchen nicht. Oft ist das Geruchsempfinden im Sterben verstärkt und selbst frühere Lieblingsdüfte werden jetzt als zu stark empfunden und können Übelkeit hervorrufen.
  • Achten Sie darauf, was am Bett der/des Sterbenden gesprochen wird, gehen Sie stets davon aus, dass er/sie alles hören kann, auch wenn er/sie nicht mehr antworten kann. Das bedeutet zugleich, dass Sie ihm/ihr noch alles sagen können, was Sie schon immer sagen wollten – Sie können davon ausgehen, dass Ihre Worte ankommen.
  • Es ist wichtig, die Haut der/des Kranken gut zu pflegen und eine bequeme Lagerung zu sichern, die alle paar Stunden verändert wird. Das ist wichtig, damit keine Druckstellen entstehen. Entsprechende Handlungsanleitungen dafür erhalten Sie von Ihrem  Hospiz-/Palliativ – oder Hauskrankenpflegedienst.

Wie Atemnot gelindert werden kann

Was tun?

  • Lassen Sie den Patienten, die Patientin in Situationen mit Atemnot nicht alleine.
  • Vermitteln Sie Ruhe und Sicherheit und vor allem: bleiben Sie bei ihrem eigenen, ruhigen Atemrhythmus. Das ist sehr wichtig, denn unregelmäßiges Atmen überträgt sich.
  • Öffnen Sie die Fenster, die Kühlung des Gesichtes wird oft als erleichternd empfunden.
  • Ventilatoren können die Atemnot reduzieren, ebenso wie ein Luftbefeuchter.
  • Achten Sie auf Nähe und Distanz – der Sichtweg der Kranken soll freigehalten werden. Beugen Sie sich also nicht über den Patienten, die Patientin, da diese Nähe die Atemnot verstärken kann.
  • Lagern Sie den Oberkörper hoch, unterstützen Sie  eventuell die Arme seitlich mit einem Kissen.
  • Eine sanfte Fußmassage kann sehr zur Entspannung und damit zur Linderung der Atemnot beitragen.
  • Einsatz von ätherischen Ölen, wie Minze, Zitrone oder Zedernöl – wenige Tropfen auf einen Wattebausch in der Nähe des Kopfkissens, wenn dies von Kranken als angenehm empfunden wird – Vorsicht jedoch bei Spastik!
  • Setzen Sie die vom Arzt/von der Ärztin verschriebenen Notfallmedikamente rechtzeitig ein (siehe Kapitel über vorausschauende Krisen- und Notfallplanung).

Wenn Fieber auftritt

Was tun?

  • Kühle, nicht kalte, Umschläge an der Stirn, an den Leisten und an den Waden für etwa 20 Minuten werden als wohltuend empfunden.
  • Decken Sie die/den Kranken nur mit einem Leintuch zu.
  • Machen Sie Ganzkörperwaschungen mit kühlem Pfefferminztee, wenn es für die Kranke/den Kranken nicht zu anstrengend ist.
  • Verabreichen Sie kühle Getränke, auch Mundpflege mit Eis trägt zum Wohlbefinden bei.

Spirituelle Unterstützung thematisieren

Was tun?

  • Die Autonomie des Menschen ist ein hohes Gut. Respektieren sie daher diesbezüglich klar geäußerte Wünsche des jetzt sterbenden Menschen. Jede missionarische Einflussnahme und jeder Druck, religiös etwas „erledigen“ zu müssen, sind fehl am Platz.
  • Seien sie hellhörig für alle ausgesprochenen und unausgesprochenen Signale des Wunsches nach einer seelsorglichen Begleitung, durch Gespräch, gefeierte Riten/Sakramente und Rituale.
  • Überwinden  Sie  die  Scheu,  dieses  Thema  verantwortungsvoll  anzusprechen, d.h. den betroffenen Menschen rechtzeitig zu fragen, ob er/sie den Wunsch hat, von einem Seelsorger, einer Seelsorgerin, einem/r beauftragten VertreterIn der eigenen Glaubensgemeinschaft besucht und begleitet zu werden.
  • Informieren Sie sich zeitgerecht über die Möglichkeiten, an Ihrem Wohnort mit SeelsorgerInnen bzw. VertreterInnen der Glaubensgemeinschaft in Kontakt zu kommen.
  • Scheuen Sie sich nicht, diesen die Fragen zu stellen, die Sie jetzt bedrängen.
  • Nützen Sie auch frühzeitig das Angebot der spirituellen Begleitung durch MitarbeiterInnen von Hospiz- und Palliativteams.